Jan Schlaudraff: Europaheld und Realist – ohne falsche Nostalgie, aber mit viel Sachverstand

Verpflichtung von Jan Schlaudraff ist ein gelungener Schachzug

Zurück bei 96: Jan Schlaudraff (Photo by AFP/SID/ODD ANDERSEN)

Der Held von Sevilla kehrt zu Hannover 96 zurück: Der frühere Nationalspieler Jan Schlaudraff wird zur kommenden Saison Assistent der Sportlichen Leitung.

Jan Schlaudraff hatte seine Profikarriere 2015 in Hannover nach 140 Bundesligaspielen für den Klub beendet. Er wird in seiner neuen Funktion eng mit Manager Horst Heldt und dem Sportlichen Leiter Gerhard Zuber zusammenarbeiten. „Jan hat eine sehr erfolgreiche Zeit mit denkwürdigen Europacupspielen bei Hannover 96 mitgeprägt und ist ein Roter durch und durch“, sagte Horst Heldt. „Er ist in Hannover zu Hause und kennt deshalb das Umfeld des Vereins und die Menschen in der Region und ihre Fußballbegeisterung bestens.“

Aus hannoverscher Sicht passt die Verpflichtung von Schlaudraff perfekt. Mit seinen unvergessenen Europa League-Toren gegen Sevilla und Brügge, aber auch mit großartigen Bundesliga-Treffern wie den volley genommenen Eckball gegen den Hamburger SV hat sich Jan Schlaudraff in die hannoversche Fan-Seele gespielt.

Kaum ein anderer Spielername steht so für die Zeit, in der die hannoversche Fußballwelt noch in Ordnung war. Zudem hat Jan Schlaudraff in Hannover seine Heimat gefunden: Er wohnt mit seiner Familie im beschaulichen Isernhagen in der Region Hannover. Gegenüber den Fans hat sich Jan Schlaudraff immer offen und ohne Star-Attitüden gezeigt.

Nach seinem Karriereende arbeitete Jan Schlaudraff für eine große Spielerberatungs-Agentur. Er hat in den letzten Jahren viele alte Kontakte gehalten und neue wertvolle Kontakte geknüpft. Der Name Jan Schlaudraff – Nationalspieler, Bayern-Star und Europaheld – ist weiterhin in der Branche bekannt und geschätzt.

Wer sich mit dem ehemaligen 96-Spieler über Profisport und die Zukunft des Fußballs unterhält, merkt schnell, dass Jan Schlaudraff eine differenzierte Meinung zu dem Thema besitzt. Einerseits kann er die Sorgen und Bedenken der Fans über die Entwicklung des Profifußballs nachvollziehen. Andererseits blickt er der Realität ins Auge und erkennt, dass die Entwicklung der letzten Jahre im Profigeschäft nicht ohne Weiteres zurückzudrehen ist. Auf diesem Themenfeld ist Jan Schlaudraff kein nostalgischer Fußballromantiker, sondern Realist. Zweifelsohne aber ein Realist, der die Seele des Fußballs nicht verloren geben will.

Für die kommende Saison ruht die Hoffnung des 96-Umfelds vor allem darauf, dass er für Hannover 96 junge hoffnungsvolle Talente in der Bundesliga aufspürt, sie von Hannover 96 begeistert und zu den Niedersachsen führt. Tatsächlich dürfte es kaum einen ehemaligen 96-Spieler geben, der für diese wichtige Zukunftsaufgabe geeigneter ist als Jan Schlaudraff. Die Verpflichtung des Europahelden ist zweifellos ein gelungener Schachzug von Horst Heldt und dem 96-Management, der mithelfen wird, Hannover 96 professionell für die Zukunft aufzustellen.

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