Aggressive Körpersprache und plötzliche Explosion der Leistung

Beim 6:1 gegen Düsseldorf erzielte Felix Klaus zwei Tore und bereitete eins vor. Foto: Getty

Vor dem Spiel hatte „Bild“ über die Entlassung von Daniel Stendel spekuliert. Nach dem Coup gegen Stuttgart ist klar: Daraus wird nichts.

Es läuft die 87. Minute, Stuttgart drängt auf den Führungstreffer: Während Hannover 96 offenbar recht zufrieden mit dem Unentschieden ist und nicht mehr mit dem Siegtreffer rechnet, will der Vfb unbedingt einen Heimsieg. Minuten zuvor hatte Ginczek für Stuttgart bereits die Führung auf dem Fuß, nachdem Albornoz (eingewechselt für den gelb-rot-gefährdeten Sorg) sich locker wie eine Feder abschütteln ließ. Doch zum Glück zielte Ginczek knapp drüber.

Doch plötzlich, nach einem unpräzisen Abschlag von Stuttgarts Torhüter Langerak, bekommt Maxim den Ball nicht richtig unter Kontrolle und spielt einen verunglückten Rückpass.

Kenan Karaman startet durch und läuft mit der Kugel in den Strafraum: Er legt sich den Ball etwas weit vor, Langerak versucht sich den Ball zu schnappen, berührt mit seinen Fingerspitzen stattdessen Karamans Fuß.

Karaman fällt, Langerak gestikuliert aufgeregt: Nein, Dr. Brych, das war kein Elfmeter! Und tatsächlich bleibt die Pfeife des Schiedsrichters zunächst stumm.

Da musste ganz viel Emotion raus: Felix Klaus nach seinem Führungstreffer zum 2:1 gegen den VfB Stuttgart. Foto: Grimm/Getty

Während Langerak noch gestikuliert und Karaman sich am Boden wälzt, sprintet Sarenren Bazee von hinten ran, überholt den verdutzten Langerak und spielt den Ball in die Mitte: Von dort schießt Felix Klaus beherzt ein.

Plötzlich führte Hannover dank Langeraks Blackout mit 2:1 – und das nicht mal unverdient:



Denn in der ersten Halbzeit ging große Gefahr von der Offensive um Martin Harnik aus, während in der zweiten Hälfte die Defensive dem Stuttgarter Druck Stand hielt.

Harnik, der von der ersten Minute an von den Stuttgarter Fans ausgepfiffen wurde, gönnte sich bei seinem Tor in der 26. Minute einen besonders ausgelassenen Jubel gegen seinen alten Klub, bei dem er immerhin sechs Jahre gespielt hatte.

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Der unerwartete Sieg dank der Tore von Harnik und Klaus (Präsident Martin Kind hatte auf ein Unentschieden gehofft) ist eine Ohrfeige für die Kritiker von Trainer Daniel Stendel, insbesondere für die „Bild“:



Bereits vor dem Spiel hatte unter anderem die „Bild“ eine Trainerdiskussion in Gang gebracht: In einem Artikel wurde darüber spekuliert, dass Kind, Bader und Andermatt bereits in der Winterpause Stendel entlassen könnten. (Zum Artikel hier)

Daraus wird nichts. Stendel kann entspannt Weihnachten entgegenblicken – auch weil sein Team gegen Stuttgart eine deutliche Leistungssteigerung hinlegte.

Die Körpersprache von Hannover 96 war äußerst aggressiv:



Es wurde mit ehrlicher Härte in die Zweikämpfe gegangen. Die beiden Flügelspieler Klaus und Sarenren Bazee sorgen für deutlich mehr Dynamik in Hannovers Spiel. Sané und Anton bildeten – bis auf beim Gegentor – eine sichere Innenverteidigung.

Stendels Bauchentscheidung, den wieder einsatzbereiten Strandberg erstmal noch draußen zu lassen, erwies sich als ein guter Instinkt.

Wenn Hannover nächsten Sonntag (18.12.) zu Hause gegen Sandhausen gewinnt, wäre nicht nur Martin Kinds Forderung Nummer eins (4 Siege aus den letzten 5 Spielen) erfüllt, sondern auch Martin Kinds Forderung Nummer zwei (7 Punkte aus den letzten 3 Spielen). Dass es einen Trainer gibt, der Kinds enorme Forderungen erfüllt – dafür muss man tatsächlich etwas weiter in der Historie  zurückblicken.

Und, noch schöner:




Mit einem Sieg gegen Sandhausen und etwas Glück könnte der Drittplatzierte Hannover sogar auf einen direkten Aufstiegsplatz vorrücken – und vielleicht sogar Eintracht Braunschweig noch vor Weihnachten von der Spitze verdrängen.

Hierzu würde es schon reichen, wenn Braunschweig (auswärts gegen Karlsruhe) und Stuttgart (auswärts gegen Würzburg) nur Unentschieden spielen.

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