Haraguchi und seine Jünger

Haraguchi war am gestrigen Samstag erneut der Unterschiedsspieler - Die Zeichen stehen jedoch auf Abschied


Es passt, dass Hannover ausgerechnet am Ostersonntag eine Auferstehung feiern konnte. Im Mittelpunkt: Einmal mehr Genki Haraguchi, der den späten Punktgewinn beim 3:3 (0:2) gegen dem Hamburger SV überhaupt erst möglich machte.


Von Maximilian Wilsmann


Vier Wochen sind vergangen, seitdem Hannover 96 ein 1:1 gegen Erzgebirge Aue hinnehmen musste. Vier Wochen, in denen keine einzige Pflichtspielminute absolviert werden konnte. Erst musste die gesamte Mannschaft in Quarantäne, nachdem Genki Haraguchi positiv auf das Coronavirus getestet wurde und als die 96er dann endlich wieder trainieren durften, stand die Länderspielpause an. Nun war es gegen die Freunde aus Hamburg endlich so weit und für die Elf von Kenan Kocak stand wieder ein Spiel an. Mittendrin: Genki Haraguchi.
Kalte Dusche in Halbzeit Eins
Obwohl Hannover im Spiel nicht unbedingt anzumerken war, dass in den letzten Wochen kein Pflichtspiel absolviert wurde, verlief die erste Halbzeit überhaupt nicht nach dem Geschmack unserer Roten. Nach einer unaufgeregten Viertelstunde kam es zur ersten Mini-Chance der Hamburger, die direkt im Tor landete. Ein schneller Einwurf von Gyamerah verwirrte die 96-Abwehr, sodass Wintzheimer zu Hamburgs Aaron Hunt spielen konnte, der mit seinem schwachen rechten Fuß einfach mal aufs Tor von Michael Esser schoss. Ob unser Schlussmann den Ball nicht gesehen hat oder einfach nur nicht mit einem Schuss aus der zweiten Reihe gerechnet hat bleibt sein Geheimnis, aber der Schuss von Hunt rutschte unter unserem Keeper durch, 1:0 für die Gäste.


Auch danach lief es nicht besser für unsere Roten, denn exakt 20 Minuten nach dem ersten Treffer kam HSV-Oldie Aaron Hunt erneut zum Abschluss, dieses Mal mit dem starken Linken aus etwa 23 Metern, und wieder war der Ball drin. Zu allem Überfluss wurde den Roten gegen Ende der ersten Halbzeit auch noch ein Elfmeter verwehrt, denn über einen Pfiff hätte sich Jan Gyamerah nicht beschweren dürfen, nachdem er Marvin Ducksch im Hamburger Strafraum von den Beinen holte (45.)
Weckruf und Auferstehung
Da Aaron Hunt seine beiden Tore offensichtlich noch nicht gereicht haben und auch die 96er trotz zweier Wechsel (Doumbouya für Sulejmani und Bijol für Kaiser) zu Anfang der zweiten Halbzeit weiter nicht so gut wie die Hamburger agierten, nutze der ehemalige HSV-Kapitän auch seine dritte Möglichkeit: Schuss mit links aus etwa 17 Metern – Tor. Viele 96-Freunde dürften sich zu diesem Zeitpunkt an das Orakel-Spiel zwischen Henrik und den Jungs von „Moin Volkspark“ erinnert haben – hier fegten uns die Hamburger mit 4:0 aus der HDI-Arena.

Aber das dritte Hunt-Tor glich einem Weckruf. Spielerisch änderte Hannover nicht viel, aber genau wie Hamburg in Hälfte eins nutzen auch die 96er eine Chance, die auf dem ersten Blick gar keine war. Einen Freistoß aus etwa 25 Metern nutze Patrick Twumasi nicht etwa dazu, eine Flanke in den Hamburger Strafraum zu schlagen, er legte den Ball quer auf Genki Haraguchi und der versenkte den Ball in „Tor des Monats“-Manier mit einer schönen Bogenlampe im Winkel – 1:3.
Dass dieser Treffer nicht nur ein Ehrentreffer war, da dürfen sich die Hannoveraner vor allem beim Ex-96er Bobby Wood bedanken. Gleich zwei Mal hatte er die Chance, den HSV mit 4:1 in Führung zu bringen, aber beide Male konnte der US-Amerikaner den Ball nicht ins Tor grätschen. Stattdessen kam Hannover zum immer noch unverhofften Anschlusstreffer. Flanke Muroya, Kopfball Ducksch – Tor. Dabei setzte der Stürmer den Ball nicht einfach so auf das Tor, Marvin Ducksch gelang es, den Ball aus etwa zwölf Metern auf den Boden zu köpfen, sodass er an HSV-Keeper Ulreich vorbei in den Winkel sprang. Wie beim ersten Treffer eine Mischung aus Glück und Können – Hauptsache der Ball ist drin!Und nachdem dem HSV auch noch das 4:2 wegen einer knappen Abseitsstellung von Simon Terodde aberkannt wurde, war es dann Genki Haraguchi, der das Comeback perfekt machte. Ein Ducksch-Abschluss der von Hamburgs Heyer auf der Linie geklärt wurde landet bei Haraguchi, der im Sitzen probiert den Ball mit Links auf das Tor zu bringen und tatsächlich – der Ball zappelt im Netz.
Positiver Coronatest, Diskussionen um den auslaufenden Vertrag am Saisonende – für Haraguchi waren die letzten Wochen nicht leicht, doch beim 3:3 gegen den Hamburger SV stieg Genki Haraguchi auf und führte seine Jünger zum Punkt gegen den Aufstiegsaspiranten.

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1 Kommentar

  1. Es war nicht das beste Spiel unser Jungs, aber das Effektivste.

    Sie haben Moral gezeigt. Hoffentlich machen wir noch einige 3er um einen

    besseren Tabellenplatz zu ergattern. Es geht auch um TV-Gelder!

    Der Relegationsplatz ist nicht mehr zu erreichen.

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