Hannover verballert die Heimserie – das Phantasialand der Leine

Am gestrigen Samstag hat sich Hannover 96 mal wieder selbst ein Bein gestellt, das 0:0 gegen Aue war und ist definitiv zu wenig. Bis dato verhalf die Heimserie dem Team von Kenan Kocak dazu, die enttäuschende Auswärtsbilanz halbwegs auszugleichen. Auch damit ist es nun vorbei. Der Aufstieg wird zur Fantasie, nahezu zur Utopie…

Dabei hatte Hannover 96 genug Möglichkeiten den Dreier einzutüten. Allen voran in Person von Marvin Ducksch. Der Topscorer der vergangenen Saison hat in den letzten Wochen bereits einige Großchancen liegen lassen, gestern hat das „Desaster“ jedoch seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Es hätten die Ducksch-Festspiele werden können: Gleich viermal tauchte er frei vor dem Tor auf, viermal scheiterte er hauptsächlich an sich selbst. Dabei sah der Spielaufbau der Roten gar nicht schlecht aus. Man agierte sehr variable, sowohl über die Außen als auch durch die Mitte konnte man sich gen Auer Strafraum vorarbeiten. Unter dem Strich standen nach 90 Minuten 16 Torschüsse, die Überlegenheit von Hannover war deutlich zu erkennen.

Und das in jedem Belangen: 63 Prozent Ballbesitz, eine 15 Prozent bessere Passquote und ein stärkeres Zweikampfverhalten. Angesichts der Spielanteile wäre ein Sieg zweifelsohne verdient gewesen. Wer die Dinger vorne aber nicht macht, darf sich am Ende nicht beschweren. Normalerweise ist es fatal, den Punktverlust an einzelnen Spielern festzumachen. An diesem Wochenende kann/muss jedoch die Doppelspitze zurecht in das Blickfeld genommen werden. Wie bereits erwähnt zieht sich die miserable Chancenverwertung so ein wenig durch die bisherige Saison, hat Hannover 96 ein Stürmerproblem?

Hannover 96 kommt nicht über ein 0:0 hinaus (Photo by FIRO/FIRO/SID/)

Im World Wide Web kursieren bereits die Forderungen Marvin Ducksch auf die Bank zu setzen. Theoretisch könnte dies klappen, aber was bzw. wer sind die Alternativen? Abgesehen von Valmir Suleijmani hat Hannover 96 keinen Profi-Stürmer im eigenen Kader! Kenan Kocak könnte Nachwuchstalente wie Mick Gudra die Chance geben, dies ist jedoch äußerst unrealistisch. Präsident Kind und auch Gerhard Zuber sprachen im Vorfeld der Partie von möglichen „Nachbesserungen im Winter“. Nach diesem Spiel sollte klar sein, dass insbesondere im Sturm diese Verbesserung nötig ist. Stand jetzt fehlt der letzte Biss. Die gelb/rote Karte von Aue in der 84. Minute verleiht dem 0:0 noch ein bittereres Geschmäckle.

Einen Vorteil hatte das Dilemma allerdings: Es lenkte davon ab, dass Kocak auf der rechten Seite auf Schindler als Rechtsverteidiger und Muslija als rechten Mittelfeldakteur setzte. Eine durchaus wilde Kombination, welche zur Halbzeit folgerichtig revidiert wurde. Das Duo Muroya/Maina, welches meiner Meinung nach auf rechts gesetzt sein sollte, machte im zweiten Durchgang einen deutlich besseren Job. In den letzten 45 Minuten wurde die rechte Angriffsseite besser in das Spiel der Roten eingebunden, Linton Maina fungierte wie zu erwarten als Dosenöffner. Auch aufgrund der vielen Ausfälle der Auer auf der linken Abwehrseite hätte Trainer Kocak das Experiment Schindler/Muslija gar nicht erst starten dürfen.

Bedanken müssen wir uns bei Michael Esser. Trotz der drückenden Überlegenheit konnte Aue immer wieder Nadelstiche setzen, sodass auch sie zehn Torschüsse verzeichnen konnten. Dreimal hatte man die Chance zum Einnetzen, dreimal hielt Esser gut. Eine Entschuldigung für die liegengelassenen Punkte gibt es dennoch nicht! Man hat nun zwei Wochen Zeit, um aus den Fehlern zu lernen. Dann geht es nach Würzburg. Immerhin: Hier hat man in dieser Spielzeit bereits gewinnen können.

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