Doppelter Management-Fehler: Im Kampf um Sarenren Bazee wird es unnötig eng

Wurde beim 96 zum Bundesligaprofi - beim FCA will er den nächsten Schritt machen

Gladbach, Schalke oder englische Liga? Hätte Hannovers Management konsequent gehandelt, müsste 96 jetzt nicht befürchten, dass Noal Joel Sarenren Bazee abwandert. Das jetzige Zitterspiel wäre schlicht nicht nötig gewesen.

Eigentlich könnte die Vertragsverlängerung mit Sarenren bis 2021 längst eingetütet sein. Doch plötzlich lässt sich Hannover 96 von Sarenrens Berateragentur Sports Total an der Nase herumführen.

Sports Total bringt immer wieder neue Vereine ins Spiel, die tatsächlich oder angeblich Interesse an dem Spielerjuwel haben (Gladbach, Schalke, Wolfsburg, mehrere englische Vereine).

Im In- und Ausland begehrt: Noah Joel Sarenren Bazee. Doch im Verhandlungskampf lässt Hannover 96 seine Vorteile verstreichen.




Dass Sports Total dieses Spiel mit Hannover 96 treiben kann, obwohl Sarenren einen bestehenden Vertrag bis 2018 ohne Ausstiegsklausel hat, ist auf eine ungeschickte Verhandlungsführung von 96 zurückzuführen.

Noch schlimmer: Das Management um Kaderplaner Christian Möckel und Geschäftsführer Martin Bader hat dabei gleich zwei Fehler begangen.

Fehler Nummer 1: Zu kleinlich beim Gehalt

Eigentlich fühlt sich Sarenren in Hannover wohl. Hier kann er sich in Ruhe entwickeln. Mit Daniel Stendel hat er einen echten Mentor an seiner Seite. Das Publikum liebt ihn. Warum könnte Sarenren also mit einem Wechsel liebäugeln? Sein Gehalt ist – für einen erfolgreichen Fußballprofi – geradezu absurd gering. Mit 96.000 Euro (8.000 Euro monatlich) verdient Sarenren so wenig wie sonst nur Fynn Arkenberg.

Zum Vergleich: Martin Harnik soll mehr als 1.000.000 Euro im Jahr verdienen. Das ist das zehnfache. Und das, obwohl Sarenren zuletzt ähnlich wertvoll war wie Harnik auch.

In einer Branche, in der das Ego eines Spielers auch davon lebt, sich untereinander mit anderen Spielern zu vergleichen (sei es, wer die besseren Spielernoten in der Zeitung bekommt, das dickere Auto fährt oder den größeren Gehaltsscheck einstreicht), ist so ein extremes Gehaltsgefälle Gift.

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Es bietet Angriffsfläche und Nährboden für die Versprechungen von Beratern, die ihren Klienten auf diese Weise schnell einreden können, dass der Verein sie nicht ausreichend wertschätze und sie gegenüber anderen Spielern benachteilige.






Solch ein Gehaltsgefälle zwischen Stammspielern hätte niemals entstehen dürfen. Ohne dieses Gefälle hätte Sarenren wohl nie einen Wechsel ernsthaft in Betracht gezogen.
Doch Möckel und Bader haben es verpasst, Sarenrens Gehalt nach der ersten Vertragsverlängerung im März 2016 (als er noch keinen Profi-Einsatz hatte und ein niedriges Gehalt von 96.000 Euro angebracht war) von sich aus nach oben hin anzupassen:

Im Sommer 2016, nachdem Hannover die Wechselanfragen von RB Salzburg abgeblockt hatte und Sarenren bereits überzeugende Bundesligaspiele gezeigt hatte, wäre für eine Gehaltsaufstockung ein guter Zeitpunkt gewesen.

Denn es wäre ein Signal der Wertschätzung an den Spieler gewesen – und hätte gleichzeitig auch den eigenen Interessen gedient: So wäre ein Wechselwunsch des Spielers im Keim erstickt worden.

Fehler Nummer 2: Den Vorteil verschlafen







Bis vor kurzem dachte die Öffentlichkeit, dass Sarenrens im März 2016 ausgehandelter Vertrag bis 2019 gilt. Dann wurde vor wenigen Wochen im Dezember 2016 bekannt, dass Sarenrens Vertrag nur noch bis 2018 gilt.

Das erhöht den Druck auf Hannover 96 enorm: Denn jetzt hat Hannover nur noch im Sommer 2017 Zeit, für Sarenren eine saftige Ablösesumme zu kassieren. Andernfalls wechselt der Spieler dann im Jahr darauf ablösefrei.

Dementsprechend kann die Agentur von Sarenren nun Hannover 96 kräftig unter Druck setzen. Dieser branchenübliche Mechanismus sollte jedem – auch Martin Bader und Christian Möckel – klar sein.

Andersherum gesagt: Hannover 96 hatte 9 Monate Zeit (zwischen März und Dezember 2016), alles ruhig in die Wege zu leiten und davon zu profitieren, dass die Öffentlichkeit nichts davon wusste, dass Sarenrens Vertrag gar nicht mehr so lange gilt.

Dieser Vorteil hat Hannovers Management aber einfach verstreichen lassen.

Was dazu führt, dass Hannovers Management nun zum Spielball von Sarenrens Berateragentur geworden ist. 

Solch ein ärgerlicher Fauxpas sollte einem Profifußball-Manager nicht passieren – egal ob in der ersten oder zweiten Liga.

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