Fünf Kilometer weniger Laufleistung – nur eine historische Parallele gibt noch etwas Hoffnung

Viel Schatten, wenig Licht: Die Zeiten in Hannover sind eher düster. Foto: Getty Images

Von Aufbruchstimmung ist bei Hannover 96 zurzeit nichts zu spüren. Der erhoffte Neustart ist ausgeblieben. Trainer Mirko Slomka steht in der Kritik. Dennoch gibt eine Statistik aus alten Tagen etwas Hoffnung. 

Wer sich die Mühe macht und die Spielanalysen von Mirko Slomka nach den letzten drei Spielen dem Wortlaut nach vergleicht, stößt auf erstaunliche Gemeinsamkeiten.

„Eine nicht frische, nicht wache Mannschaft“ (nach dem 1:1 zu Hause gegen Fürth). „Dann fehlt uns am Ende Robustheit, Tempo“ (nach dem 0:3 auswärts gegen den Hamburger SV). „Sie müssen in Form kommen“ (nach dem 0:2 zu Hause gegen Arminia Bielefeld).

Nicht robust, nicht in Form: Mirko Slomka spricht die mangelnde Physis des Teams an. Seine Spieler seien nicht frisch, es fehle ihnen an Tempo. Keine ausreichende körperliche Physis bei Hannover 96? Die Statistikdatenbanken stützen Slomkas Analysen. Hannovers Spieler laufen 112,2 Kilometer pro Spiel, das entspricht Platz 16 in der Zweitligatabelle. Die Spieler von Hamburg (118,9 km), Stuttgart (117,9) oder Nürnberg (115,1 km) legen deutlich mehr Kilometer zurück.

Fünf Kilometer weniger Laufleistung als im Vorjahr

In den beiden Spielzeiten zuvor unter André Breitenreiter und Thomas Doll legten die Spieler 117,1 km und 118,2 km zurück. Jetzt sind es nur 112,2 Kilometer, also eine Differenz von fünf bzw. sechs Kilometern zu den beiden Vorsaisons. Diese signifikant geringere Laufleistung bei Hannover 96 sticht ins Auge. Nun sind gelaufene Kilometer keine Garantie für gewonnene Spiele, dennoch ist die Laufleistung ein wichtiges Indiz für die körperliche Fitness.

Slomkas Diagnose, dass es seiner Mannschaft an Frische, Robustheit, Form fehle, ist seit drei Wochen dieselbe. Dieser Aspekt steht sinnbildlich für die jetzige Situation: Die Probleme sind offensichtlich, Symptome werden richtig erkannt, aber nicht erfolgreich behandelt.

Es ist die Aufgabe des Trainerteams, die offensichtlichen Schwächen der Mannschaft zu bekämpfen und gegenzusteuern. Das betonte Slomka nach dem Bielefeld-Spiel auch selbst: „Das ist ganz deutlich meine Aufgabe.“ Dafür ist es auch an der Zeit – gegen Kiel steht am Freitag ein richtungsweisendes Spiel an. Die Holsteiner haben ebenfalls nur einmal gewonnen und stehen als Tabellen-16. direkt hinter Hannover.

Historische Parallele: Trendwende in Slomkas siebtem Spiel

Immerhin – ein Blick in die Historie sorgt für einen kleinen Funken Resthoffnung. Als Slomka in der Saison 2009/10 den Trainerjob bei Hannover 96 übernahm, startete er mit sechs Niederlagen und stand nach dem Fehlstart kurz vor der Entlassung. Im siebten Ligaspiel gelang der erste Sieg unter Slomka, ein 2:1-Auswärtssieg gegen Freiburg. Es war der Auftakt für eine erfolgreiche Ära unter Slomka und Schmadtke, die Jahre andauerte… Nach einem Fehlstart in den ersten sechs Spielen kommt nun in der Saison 2019/20 als siebtes Spiel wieder eine Auswärtspartie, dieses Mal gegen Kiel. Also nicht gegen den südlichsten Verein der Liga wie damals gegen Freiburg, sondern gegen den nördlichsten Verein der Liga. Vielleicht ist es ja der Auftakt für eine erfolgreiche Ära unter Slomka und Schlaudraff.

Es wäre zu schön, um wahr zu sein. Freitagabend wissen wir mehr.

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