Einmal Hansson bitte – die Vorschau auf Sandhausen

Freitagabend, Flutlicht, volle Hütte – die Voraussetzungen für den ersten Heimsieg der Saison sind nahezu perfekt. Einzig die zuletzt erzielten Ergebnisse stimmten nicht, auch das 3:3 beim KSC war viel zu wenig. In Baden-Württemberg haben die Roten unter Beweis gestellt, dass der Sturm noch intakt ist und Tore schießen kann. Dafür haperte es in der Defensive. Nun kommt Sandhausen, die guten Erinnerungen an diesen Gegner sollten nicht nur den Fans geläufig sein. Wenn es jetzt nicht mit dem ersten Heimsieg klappt, wann dann?

 

Na klar, der Aufstieg, der vor zweieinhalb Jahren in Sandhausen besiegelt wurde, gehört zu den besten Teilen der jüngeren 96-Geschichte. Was man jedoch nicht vergessen darf: die beiden Begegnungen aus der Spielzeit 16/17 endeten Unentschieden (0:0 und 1:1). Ein solches Ergebnis wäre am Freitag deutlich zu wenig und die Luft für unseren Coach würde wieder deutlich knapper werden. Mutmacher für den 12. Spieltag ist die wiedererstarkte Offensive, gegen den KSC erzielte man das erste Mal seit sechs Spieltagen wieder drei Treffer. In erster Linie stach Hendrik Weydandt heraus. Der 24-Jährige wurde erstmals auf dem rechten Flügel eingesetzt, nichtsdestotrotz erzielte er einen wunderbaren Doppelpack. Immer wieder zog er mit viel Tempo in die Mitte, dies machte das Verteidigen der Nummer 26 noch schwieriger. Darüber hinaus beackerte er die Außenbahn und half in der Defensive viel aus. Das Beste an dem Ganzen: Henne fühlt sich laut eigener Aussage pudelwohl auf dieser Position. Den größten Fehler, den Slomka jetzt machen könnte, wäre eine taktische Umstellung von Hendrik Weydandt.

Weydandt zeigte gegen den KSC eine starke Leistung, daran will er gegen Sandhausen anknüpfen

Allerdings gab es auch einen zweiten Spieler, der auf sich aufmerksam machte. Die Rede ist von Emil Hansson. Der junge Schwede hatte zwar nur ein paar Einsatzminuten, bis zu seiner ersten Glanztat brauchte es aber nur 40 Sekunden! Wir schreiben die 93. Minute: Emil Hansson wird mit einem (eigentlich zu steilen) Ball auf dem rechten Flügel geschickt, dank seines Tempos bringt er den Ball aber noch unter Kontrolle. Gleichzeitig hat er den Linksverteidiger der Karlsruher abgeschüttelt. Nach zwei kurzen Bewegungen schlägt er den Ball mustergültig in die Mitte, wo Weydandt in den Winkel köpfen kann. Eine wahre Traumkombination! Nichtsdestotrotz hatte der Neuzugang bis dato nur die Jokerrolle inne, einzig gegen Dresden durfte er von Beginn an ran. Bis dato bring er es auf nur 152 Spielminuten – und fast alle fragen sich, wieso! Gegen den KSC zeigte er in nur 120 Sekunden, wie er der Mannschaft helfen kann, dies sollte auch Slomka gemerkt haben. Ein Schlüssel für Sandhausen lautet daher: Hansson in die Startelf.

Über die Defensive brauchen wir derweil nicht viel reden, die Leistung aus dem letzten Spiel darf man sich natürlich nicht zum Vorbild nehmen. Es liegt nicht an der Qualität der Einzelspieler, die Gegentore waren reine Kopfsache. Anstatt von den eigenen Treffern gepusht zu werden, hat man Angst, die Führung wieder herzuschenken. Diese Angst verleitet die Jungs dazu, komplett verunsichert zu agieren – die Strafe folgt auf dem Fuß. Nicht umsonst lag man gegen den KSC dreimal in Front und nahm trotzdem nur einen Punkt mit.

Wenn unsere Defensive wieder etwas konzentrierter auftritt und der Sturm an das letzte Spiel anknüpft, kann es was werden mit dem ersten Heimsieg der Saison. Die Sandhäuser sind nämlich alles andere als kreativ: Sie überlassen dem Gegner zumeist das Geschehen und warten zunächst ab – dies muss 96 nutzen. By the way: Der letzte Sandhausen-Sieg stammt aus dem August.

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