Drei Kölner für Hannover 96? Wir bringen Licht ins Dunkel

Hannover 96 und Martin Kind geben Mitgliederdaten frei (Photo by FIRO/FIRO/SID/)

Gefühlt alle Vereine waren bereits auf dem Transfermarkt tätig – außer Hannover 96. Bei den Niedersachsen brodelt seit Tagen die Gerüchteküche, doch zu einem Ergebnis ist man noch nicht gekommen. Die Trainer- und Managerfrage ist, entgegen des Versprechens vom Präsidenten, noch nicht gelöst. Es ist schwer, eine klaren Überblick über die jetzige Situation zu behalten, 96Freunde bringt Licht ins Dunkle…

 

Die Trainerfrage…

Bevor wir die Gerüchte rund um den Trainerposten analysieren wollen, müssen wir unseren aktuellen Trainer verteidigen! Klar, Hannover 96 ist abgestiegen, doch Thomas Doll hat in den letzten Spielen gezeigt, dass er aus den Einzelakteuren eine Mannschaft formen kann. In den letzten Partien wirkte 96 deutlich stabiler und trotz des Abstiegs keimte eine Art Selbstbewusstsein auf! Unter den Fans hat Doll viele Sympathiepunkte gewonnen, dies ist vor allem den Internetforen zu entnehmen. Auch die kritischen Stimmen sind eindeutig weniger geworden.

Wie aktuell mit Thomas Doll umgegangen wird, ist eine Frechheit. Der 53-Jährige steht vor einer ungewissen Zukunft, von den geheimen Treffen mit möglichen anderen Trainern schien er nichts gewusst zu haben. Der Trainerstuhl steht in Frage, doch der aktuelle Coach ist in nichts eingeweiht. Laut Martin Kind ist auch ein Verbleib von Doll möglich – doch bei diesem Umgangston darf man sich nicht wundern, wenn Doll keine Lust mehr auf 96 hat!

Einer dieser anderen Kandidaten ist Markus Anfang – der erste Kölner in unserer Reihe. Der ehemalige Mittelfeldspieler saß zuletzt beim 1. FC Köln auf dem Trainerstuhl, wurde Ende April jedoch entlassen. In 33 Partien holte er mit den Geißböcken durchschnittlich 1,88 Punkte – ein solider Wert. Anfang kennt den Norden, denn zuvor war er zwei Jahre lang Trainer von Holstein Kiel. Er legte den Grundstein für den derzeitigen Erfolg der Störche – und bringt genug Zweitligaerfahrung mit! Der 44-Jähriger bevorzugt das 4-1-4-1 – System, eine Spielweise, die aktuell sehr gut zu den Niedersachsen passen würde (bspw. Weydandt als Stoßstürmer und Maina und Muslija über die Außen). Der Großteil der Fans wäre mit Anfang als neuen Coach zufrieden. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Anfang der neue 96-Trainer wird.

Macht Markus den Anfang? Langsam muss das Hickhack ein Ende haben!

Zwei weitere Kandidaten sind alt bekannt, Mirko Slomka und sein damaliger Co-Trainer El Maestro. Wir halten diese Gerüchte jedoch für unglaubwürdig, da Slomka immer mit 96 in Verbindung gebracht wird, sobald der Trainerstuhl frei wird. Sicherlich hatte er mit Hannover eine sehr erfolgreiche Zeit, doch die aktuelle Situation ist komplett anders. Auch die Fans sind mehrheitlich der Meinung, dass Slomka der falsche Mann wäre.

El Maestro war zuletzt sehr erfolgreich unterwegs, jedoch „nur“ in Bulgarien. Mit ZSKA Sofia erlang er in 28 Spielen einen Punktedurchschnitt von 2,25 Zählern. Insgesamt durchlief der 36-Jährige erst zwei Cheftrainer-Positionen. El Maestro wäre eine riskante Lösung, die mangelnde Erfahrung dürfte ihm bei der finalen Entscheidung zum Verhängnis werden.

 

Die Manager-Position(en)…

Die Trainerfrage ist jedoch nicht das einzige Problem von 96, auch ein Manager wird nach wie vor gesucht. Auch hier sollte die Entscheidung eigentlich schon gefallen sein, doch Kind lässt sich erneut viel Zeit. Aktuell hat Jan Schlaudraff die Position des Managers inne, doch diese Lösung scheint nur vorübergehend zu sein. Zuletzt hieß es, dass der Europa League-Heldt kurz vor einer Beförderung zum Sportchef steht. Sein Kontrahent um diese Position ist Fredy Bickel. Der Schweizer war bis zuletzt bei Rapid Wien tätig und hat laut eigener Aussage „richtig Bock“ auf 96. Er habe sich selber bei den Niedersachsen vorgestellt. Bickels weitere Stationen waren die BSC Young Boys Bern und der FC Zürich – er kann auf eine durchaus erfolgreiche Zeit zurückblicken.

Eine weitere neue Personalie soll Martin van Geel sein, welcher zuletzt bei Feyenoord Rotterdam als sportlicher Leiter aktiv war. Der Niederländer ist Kinds absoluter Wunsch-Kandidat und soll es besser machen als Horst Heldt – hat die Suche nach einem Sportdirektor also bald ein Ende? Die Statistik von van Geel liest sich sehr gut: Unter seiner Leitung holte Feyenoord fünf Meisterschaften, außerdem erarbeitete er in den letzten acht Jahren ein Transferplus von 58 Millionen Euro – von diese Sphären kann 96 derzeit nur Träumen. Gegen Freiburg soll er bereits im Stadion gewesen sein und habe einen „sehr guten Eindruck“ von den Gegebenheiten erhalten. Ihn an Land zu ziehen wäre ein wahrer Erfolg und eine Bereicherung für den Verein!

Eigentlich sollte der Managerposten bereits besetzt sein – van Geel ist neuer Favorit

 

Die Spieler…

Eine der größten Baustellen überhaupt! Hannover hat bereits etliche Abgänge verkraften müssen, heute wurde mit Sorg bereits der nächste Spieler ablösefrei abgegeben (an Nürnberg). Der Kader ist aktuell extrem ausgedünnt und bis zum Trainingsstart (17.06.) bleibt nicht mehr viel Zeit. An dieser Stelle kommen die beiden anderen Kölner ins Spiel.

Nummer eins im Bunde ist Jannes Horn. Der Linksverteidiger kam in der Aufstiegssaison zu lediglich 18 Einsätzen, dabei gelangen ihm zwei Vorlagen. Der gebürtige Braunschweiger (muss an dieser Stelle leider erwähnt werden) hat derzeit einen Marktwert von drei Millionen Euro – daher steht eine Leihe, höchstwahrscheinlich mit Kaufoption, im Raum. Seine Statistiken waren sehr durchwachsen: Die Zweikampfquote lag zuletzt bei unter 50 Prozent (46%) und auch seine Geschwindigkeit auf der Außenbahn war nicht atemberaubend. In Sachen Passquote sieht es schon besser aus – knapp 80 Prozent seiner Zuspiele finden den eigenen Mitspieler. Eine Leihe von Horn wäre ebenfalls riskant, wenn er sich in Köln nicht durchsetzen konnte, wieso dann bei 96? Außerdem würde eine solche Transaktion dem Versprechen von Kind widersprechen – dieser wollte von den ganzen Leihgeschäften Abstand nehmen….

Die Alternative Tim Handwerker klingt da schon besser. Der 21-Jährige Linksverteidiger war zuletzt vom 1. FC Köln an den FC Groningen (Niederlande) verliehen – dort absolvierte er eine gute Saison und hat sich deutlich weiterentwickelt. Er absolvierte 90 Prozent aller Spiele und erreichte mit seinem Team die nationalen Europa League-Playoffs. Insgesamt gelangen ihm drei Vorlagen und in sämtlichen Statistiken überbietet er Horn. Sein aktueller Marktwert beträgt 750.000 Euro, in diesem Fall wäre also ein finaler Transfer möglich.

 

Update von heute morgen:

Marvin Bakalorz wird die Roten höchstwahrscheinlich auch verlassen. Hannover 96 hat dem 29-Jährigen zwar ein Angebot vorgelegt, doch die Konditionen seien für Baka deutlich zu schlecht. Unser Kapitän könnte den Verein zeitnah verlassen, zuletzt wurde er mit Nürnberg und Hamburg in Verbindung gebracht.

Eins müssen wir Hannover 96 lassen, langweilig wird es mit diesem Verein nie! Vor dem Trainingsstart hat der Verein kaum ein konkurrenzfähiges Team und ist auf allen Positionen, inklusive Vereinsführungsposten, unterbesetzt. Es muss sich schleunigst etwas tun, der direkte Wideraufstieg ist Stand jetzt leider Utopie.

 

 

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