Die Rückkehr in die richtige Spur kann nur über Aue führen

Hannover 96 will das Spiel in Fürth vergessen machen, dies funktioniert am besten mit einem souveränen Sieg gegen Aue. Genau dies ist auch der Anspruch, immerhin gelten die Roten zu Hause als Macht. Drei Heimspiele, drei Siege, 9:1 Tore. Die Bilanz liest sich gut, allerdings kommt Hochmut bekanntlich vor dem Fall. Erzgebirge Aue darf keinesfalls unterschätzt werden. Wie ein Spiel gegen einen Underdog in die Hose gehen kann, hat man am vergangenen Sonntag gesehen. Hier hat sich Trainer Kocak in jeglicher Hinsicht verzettelt, dieser Fehler dürfte ihm nicht erneut unterlaufen…

Wir können uns auf eine taktische Umstellung seitens der Hannoveraner einstellen. Kingsley Schindler als Rechtsverteidiger, Muslija im rechten Mittelfeld, Linton Maina als Stürmer und Sei Muroya als Linksverteidiger, mindestens vier Totalausfälle besiegelten die Niederlage in Franken. Schindler gilt als einer der Lieblinge von Kocak, trotz seiner absoluten Fehlpositionierung in der Defensive kann es daher sein, dass er weiterhin auf dieser Position auflaufen darf. Muroya wäre jedoch zweifelsohne der deutlich effektivere Spieler auf dieser Position, dies haben wir auf dieser Seite schon mehrfach analysiert. Sofern sich die Roten kein erneutes Eigentor schießen wollen, sollte man hier definitiv einen Wechsel vornehmen.

Einen definitiven Austausch wird es im rechten Mittelfeld geben. Florent Muslija konnte keinesfalls an seine Leistung aus dem Düsseldorf-Spiel anknüpfen und war in Fürth eine der größten Schwachstellen. Für ihn wird Linton Maina zurückkehren, sein Spielstil dürfte insbesondere der offensiven Spieleröffnung guttun. Auch er wurde in Fürth mehr oder weniger aus dem Spiel genommen – die Aufstellung als Stürmer war ein absoluter Bruch. Hier muss Hendrik Weydandt zurückkehren, ansonsten hängt auch Marvin Ducksch in der Schwebe. Soweit das theoretisch beste Konzept und die Hoffnung. Es bleibt zu hoffen, dass Kenan Kocak inzwischen die gleichen Erkenntnisse gesammelt hat!

Weydandt muss zurück in die Startelf, ansonsten droht eine nächste Flaute

Besonders wichtig ist die Umstellung in der Defensive. Zwar konnten die Auer bis dato „nur“ acht Ligatore erzielen, dass Sturmduo Krüger/Testroet ist mit vier Toren und drei Vorlagen aber erneut on fire. Jüngst konnte das Team beim 1:1-Unentschieden gegen den Tabellenzweiten Holstein Kiel überzeugen – das Tor schoss natürlich Florian Krüger. Man muss sich jedoch ankreiden lassen, dass man aus seinen zahlreichen Chancen nicht mehr machte. Dieses Dilemma zieht sich schon durch die gesamte Saison, die Torerfolgsquote liegt bei lediglich 11,7 Prozent. Nichtsdestotrotz sollte man nicht allzu viele Schüsse auf den eigenen Kasten zulassen. Hier muss insbesondere Falette in die Pflicht genommen werden. Sein Stellungsspiel in den ersten Partien war alles andere als berauschend. Seine durchschnittliche Zweikampfquote liegt bei unter 70 Prozent (69,4 Prozent) und sein Zweikampfverhalten war durchaus ungeschickt. Gegen Fürth konnte er nur 46 Prozent seiner Duelle gewinnen… Ihn kann man daher als Schwachstelle in der Hintermannschaft von 96 sehen, vielleicht wäre ein Einsatz von Franke eher angebracht… Kocak lobte Falette im Vorfeld seiner Verpflichtung für den guten Spielaufbau, auch von diesem Attribut ist bis dato nur wenig zu erkennen.

Auch im Mittelfeld muss man hellwach sein. Der Grund: Aue unterlaufen immens viele unnötige Fehler. Die Passquote der gesamten Mannschaft liegt regelmäßig bei unter 70 Prozent, allen voran Jaka Bijol ist für die Aufgabe des „Ballklauers“ prädestiniert. Er konnte bis dato mit seinem Aufbau- und Passspiel überzeugen (79 Prozent), er wird daher der Dosenöffner sein müssen. Vielversprechend dürfte die Kombination mit Linton Maina sein (sofern er auf dem rechten Flügel spielen darf). Der kommende Gegner ist besonders über die linke Seite anfällige – die Zuspiele auf Maina sind daher Pflicht. Darüber hinaus fällt mit Bussmann der etatmäßige Linksverteidiger verletzungsbedingt aus, hier kann sich 96 nur selbst ein Bein stellen. Für den linken Flügel der Hannoveraner gilt im Übrigen das Gleiche. Auch hier fehlt mit Rizzuto die eigentliche Stammkraft der Auer, Hannover 96 muss daher auf das Außenbahnspiel setzen. Herr Kocak, dies könnte die Chance für Twumasi oder auch Kingley Schindler sein. Denn auf seiner gelernten Position kann Schindler eine absolute Verstärkung sein. Sofern die Außenbahnen gut besetzt sind, kann auch das Konzept der hohen Flanken endlich wieder sinnvoll sein. Mit Hendrik Weydandt würde ein richtiger Abnehmer parat stehen.

Es gibt also genug Möglichkeiten, den kommenden Gegner zu knacken. Hannover muss aber deutlich engagierter und couragierter zu Werke gehen, als dies zuletzt der Fall war. Auswärts sind die Auer deutlich schwächer, die letzten beiden Spiele in der Fremde gingen mit 0:5 Toren verloren. Um den richtigen Trend wieder einschlagen zu können, ist ein Sieg gegen Aue Pflicht.

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