„Die Aufstiegs-Heimfahrt von Sandhausen nach Hannover war legendär“

96-Busfahrer erzählt von seinem Job

Ausgelassene Stimmung beim Aufstieg. Die Rückfahrt von Sandhausen nach Hannover war für den 96-Busfahrer legendär. Foto: Thomas Lohnes/Bongarts/Getty Images.
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Er verbringt beruflich so viel Zeit mit den Spielern wie sonst nur die Trainer – und doch kennt ihn fast niemand: Den Busfahrer von Hannover 96. Im Interview erzählt er, wie er zu seinem Job gekommen ist und welche Heimfahrt ihm bis zur Rente in Erinnerung bleibt.

Seit 20 Jahren fährt Busfahrer Mirko Liesebach-Moritz die Spieler von Hannover 96 durch Deutschland. 16 Trainer von Hannover hat er in der Zeit im Bus gehabt, die Spieler hat er gar nicht gezählt. Große Erfolge, aber auch einen schmerzhaften Abstieg erlebte Liesebach-Moritz in dieser Zeit hautnah mit.

Wie viele Kilometer bist du pro Jahr mit der Mannschaft unterwegs?

„Für den Verein sind es circa 70.000 Kilometer im Jahr. Die Mannschaft selbst ist aber nicht so viel im Bus unterwegs. Bei den meisten Auswärtsspielen fliegt sie oder nimmt den Zug. Ich fahre allein zum Spielort und hole sie am Bahnhof oder Flughafen ab, um sie ins Hotel zu bringen. Am Spieltag geht es dann vom Hotel zum Stadion.“

Wie unterscheidet sich die Stimmung im Bus vor dem Spiel und nach dem Spiel?

„Das ist sehr unterschiedlich. Vor dem Spiel herrscht völlige Konzentration und Fokus auf das Spiel. Nach dem Spiel hängt die Stimmung natürlich vom Ergebnis ab.“

Wie bist du an die Stelle als Bundesliga-Busfahrer gekommen? Ist dies dein Traumberuf?

„Vor 20 Jahren habe ich die Mannschaft zu dem einen oder anderen Zweitligaspiel gefahren. Anscheinend so sicher und gut, dass der damalige Trainer Reinhold Fanz mich als festen Teambusfahrer wollte. Der Job ist zwar nicht immer einfach oder stressfrei. Er macht mir aber großen Spaß und ich könnte mir keine andere Tätigkeit vorstellen. Ich bin gerne Teil dieses Teams.“

Der Busfahrer ihres Vertrauens: Mirko Liesebach-Moritz fährt die 96-Spieler durch die Republik zum Ziel. Foto: kfz-versicherung.com

Gibt es Spieler, zu denen du einen besonderen Draht hast?

„Die Spieler und ich haben generell ein gutes Verhältnis. Dazu gehört auch, dass man sich am Anfang kennenlernen und aufeinander einstellen muss. Es gibt noch einige ehemalige Spieler und Trainer, zu denen ich noch Kontakt halte. Dazu gehören zum Beispiel Altin Lala, Steven Cherundolo und Ewald Lienen.“

Mit welchen Fahrzeugen bist du privat unterwegs?

„Ich fahre einen 2er BMW. Manchmal bin ich auch auf meinem Fahrrad unterwegs, da Hannover eine grüne und fahrradfreundliche Stadt ist.“

Wie würden die Spieler und Trainer dein Fahrverhalten beschreiben?

„Ich gehe davon aus, dass sie sich sicher fühlen und meine professionelle und vorausschauende Fahrweise zu schätzen wissen. Dazu gehört natürlich auch, sich vor jeder Fahrt über die Route, Alternativstrecken und das Verkehrsaufkommen zu informieren.“

Was war der schönste Moment, den du auf deinen Fahrten erlebt hast?

„Das waren sicher die beiden Aufstiegs-Heimfahrten: Die Fahrt nach dem Aufstieg 2002 und die Heimfahrt von Sandhausen nach Hannover beim Wiederaufstieg im letzten Jahr. Diese beiden Fahrten waren legendär. Ich werde sie für immer in meiner Erinnerung behalten.“

Das Interview erschien erstmalig auf kfz-versicherung.com als Teil einer Interviewreihe mit Menschen, deren beruflicher Alltag sich ums Auto dreht – vom Rennsportler bis zum Hochschulprofessoren oder Fußballprofi-Busfahrer.

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