Nach dem Skandal: Wieder Zwangs-Anreise gegen Braunschweig, Herr Kind?

Brisante Frage an Martin Kind: Müssen 96-Fans in Bussen eingepfercht nach Braunschweig fahren – so wie beim Auswärtsderby im April 2014?

Wir haben den Vereinspräsidenten dazu in Großburgwedel gefragt.

Kurze Rückblende:

Es war der Skandal im Frühjahr 2014, als Hannover 96 beschloss, dass die Fans ihre Tickets nur dann bekommen, wenn sie in spezielle Busse steigen.

Es gab lautstarken Protest – nicht nur in der Fanszene.

Auch Anwälte und Gerichte mussten sich mit dieser Einschränkung der Reisefreiheit auseinander setzen. Denn jeder 96-Fan, selbst die Besitzer einer Auswärtsdauerkarte, sollten mit einem Bus anreisen, den der Verein gestellt hatte.

Der Verein teilte damals mit, dass sich Hannover „mit dem Niedersächsischen Innenministerium, der Polizei und dem gastgebenden Club Eintracht Braunschweig“ darauf geeinigt habe.

Die Initiativen IG Unsere Kurve und Pro Fans bezeichneten dieses Vorhaben als „zutiefst problematisch und in Teilen verfassungswidrig„.

Der Anwalt Andreas Hüttl, der 2016 auch bei der Wahl des Aufsichtsrats angetreten war, vertrat damals einen Besitzer einer Auswärtsdauerkarte vor Gericht. Zwar händigte der Verein dem klagenden Familienvater zunächst Ehrenkarten aus, aber nicht die eigentlich geforderte Auswärtsdauerkarte. 

Das Amtsgericht Hannover gab kurz vor dem Spiel einer Klage mehrerer Fans mit Auswärtsdauerkarten statt – ein Erfolg für die Anhänger.

Doch 2200 Fans ohne Auswärtsdauerkarte mussten trotzdem mit dem Bus nach Braunschweig reisen.

Dabei sollen sich laut Fanberichten kleine Tragödien abgespielt haben:

So habe es keine Busse für Menschen gegeben, die auf den Rollstuhl angewiesen waren.

Mehrere von ihnen konnten laut Augenzeugenberichten die Reise deshalb nicht antreten, weil die Vereinsverantwortlichen nicht mitgedacht hatte.

Die Verlagsgesellschaft Madsack (Hannoversche Allgemeine Zeitung, Neue Presse) berichtet damals sehr einseitig über die Problematik, war sie doch selbst mit Anteilen an der Hannover 96 SALES & SERVICE GmbH & Co. KG beteiligt.

Und dieses Mal?




 

Kurz vor dem brisanten Derby gegen Eintracht Braunschweig (Sonntag, 6.11.2016 um 13:30) haben wir Martin Kind gefragt, wie der Verein  die Ticketvergabe durchführen will.

Martin Kind bezog dazu klar Stellung und redete nicht groß um das Thema herum.

Der Präsident Martin Kind sagte gegenüber 96freunde:

„Wir wollen nicht die Fehler von damals wiederholen. Das war unschön, es hat einen Keil zwischen Verein und Fans getrieben. Es wird keine Zwangs-Anreise in Bussen geben. Unsere Fans können mit Bahn, Auto, Bus anreisen, ganz wie sie möchten.“

„Die Fans verhalten sich vorbildlich, wir schenken ihnen Vertrauen. Deshalb sehen wir auch keine Notwendigkeit, irgendwelche Nebenkriegsschauplätze aufzumachen.“

„Wir werden natürlich den gewohnten Standard an Sicherheit erfüllen, den uns das Gesetz und das Ministerium vorschreiben. Aber mehr auch nicht.“

Martin Kind hatte noch eine abschließende Botschaft an die 96-Anhänger:

„Der Verein und die Mannschaft brauchen die Fans und ihre bedingungslose Unterstützung, mehr denn je.“

 

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