Das ist der Spielaufbau von Morgen

Gilt als gut im Umgang mit den Ball: 96-Neuzugang Michael Esser. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Herzlich willkommen zu der 96. Spielminute hier bei 96Freunde.de. In der heutigen Ausgabe möchte ich mich mal dem widmen, was im Fußball große Bedeutung genießt. Es geht um den Spielaufbau. Dieses Wort benutze ich in meiner Form der Beleuchtung sehr häufig. Allerdings dreht sich dieser Artikel nicht um den Aufbau des Spiels als solches, sondern um eine Form dessen, wie wir ihn in der Zukunft häufiger sehen werden könnten. Die Rede ist von der Torwartkette. Viel Spaß beim Lesen.

Mitspielender Torwart

Die Sommerpause ist in vollem Gange und Horst Heldt dreht richtig auf. Mit Michael Esser verpflichtet Hannover 96 einen Torwart dem man, abgesehen der typischen Qualitäten eines Bundesligatorwarts, auch ein gutes Verhältnis zum Ball nachsagt. Wie wichtig ein Torwart sein kann der mitspielt sieht man, wenn man dem FC Bayern beim lösen defensiv kritischer Szenen zuschaut. „Ein guter Torwart ist jemand, der auch mal nen Elfmeter hält.“ Den Satz habe ich mal in einer der Facebookgruppen für Hannover 96 Fans gelesen. Im Grunde sehr ernüchtern für jemand der sich näher mit der Entwicklung des Fußballs beschäftigt. Aber überhaupt nicht dramatisch. Uns wurde ja seitens der Medien, in den vergangen Jahren immer wieder eingetrichtert, wie wichtig diese „echten Typen“ wie Oliver Kahn und Jens Lehmann sein würden. Kein wunder also, dass die allgemeine Wahrnehmung und Bewertung der Torhüter noch etwas eingerostet ist.

Manuel Neuer: Inbegriff des modernen Torwarts

Zunächst einmal möchte ich zusammenfassen, was einen kompletten und modernen Torwart ausmacht. Hierfür lohnt sich eine genaue Beobachtung des Innbegriffs eines modernen Torwarts: Manuel Neuer. Der Nationalkeeper fällt unter die Kategorie des Torwartliberos. Er fungiert beim Spielaufbau wie ein zusätzlicher Feldspieler und wirkt aktiv am Spielgeschehen mit. Zusätzlich bewegt er sich dicht hinter die Abwehrkette, um den Raum hinter den Verteidigern zusätzlich abzusichern. Diese Offensivbewegungen sind nur risikoärmer, wenn der Torwart über ein qualitativ hochwertiges Stellungsspiel verfügt. Außerdem braucht er die Fähigkeit, ein Spiel lesen zu können. All diese Attribute beherrscht der 29-Jährige. Auch seine besonders entwickelte Ballbehandlung und sein Passspiel gehören zu den signifikanten Qualitätsmerkmalen.

Tiefe Torwartkette

Hierbei positioniert sich der Torwart bis zu 16 Meter vor dem eigenen Tor und verschiebt horizontal hin und her um eine weitere Anspielstation zu suggerieren.  Die Innenverteidiger verschieben so, das sie mit dem Torwart in einer Reihe stehen. Automatisch sind die Außenverteidiger eine weitere Anspielstationen und keiner der Sechser kippt zwischen die Innenverteidiger, sondern bieten sich ebenfalls als Alternative an. Durch den Torwart, als elften Feldspieler, schafft man nicht nur in Gänze eine Überzahlsituation, sondern auch im und um den Sechzehner herum. Im Bild veranschaulicht, spielt der Sechser den Ball zurück zum Keeper, der mit beiden Innenverteidiger eine Torwartkette bildet (AV rücken auf höhe des DM) Diese Torwartkette entsteht sehr tief in der eigenen Hälfte. Daher auch tiefe Torwartkette genannt. Über den LIV wird das Pressing des Gegners entzerrt und kann auf die Außen oder zurück auf den freistehenden Sechser geleitet werden.

Hohe Torwartkette 

Im Vergleich zur „tiefen Torwartkette“ ist festzuhalten, dass der Keeper hier sehr hoch steht. Dadurch ist er aktiv am Spielaufbau beteiligt und bildet mit den beiden Innenverteidigern die hohe Torwartkette. An der Stelle des Torwarts stünde normalerweise der defensive Mittelfeldspieler, der nun im Zentrum den Raum besetzt. Hierdurch kann nun der markierte Raum bespielt werden und die Pressingspitze, läuft ins leere. Die Außenverteidiger können nun die Außenbahn besetzen und sich in Szene setzen, während die ZM und der DM weiter vorrücken.

Fazit:

Durch die Möglichkeit, den Torwart in das Spiel direkt mit einzubinden, bieten sich natürlich viele Möglichkeiten. Man erzwingt durch die tiefere Variante der TW-Kette mehr Ballbesitz, lockt den Gegner heraus und löst deren Kompaktheit auf. Es kann nur gefährlich werden, wenn der Torwart nicht die nötige Spielintelligenz, oder Passgenauigkeit besitzt. Dieses Taktik-Tool ist schon eine feine Sache. Langfristig auch umsetzbar, allerdings wird dies erst in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren deutlicher und öfter zu sehen sein.

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