Daniel Stendel: Neustart im englischen Profifußball für den ehemaligen Coach von Hannover 96

Daniel Stendel trainierte bis zu März 2017 die Mannschaft von Hannover 96. Foto: Getty Images

Der ehemalige 96-Coach wird aller Voraussicht nach einen englischen Fußballklub trainieren.

Der britische BBC-Sportjournalist Andy Giddings informierte seine Leser auf Twitter, dass Daniel Stendel der Favorit für den Trainerposten beim FC Barnsley ist.

Am heutigen Vormittag ging Andy Giddings sogar noch weiter und schrieb, dass er davon ausgeht, dass morgen die Verpflichtung von Daniel Stendel bekannt gegeben wird.

Der FC Barnsley  ist ein Traditionsverein aus Nordengland. Barnsley, auch bekannt unter dem Namen „The Tykes“ (was so viel wie „Die Köter“ heißt). In der vergangenen Saison stieg Barnsley in die dritte Liga ab, die Entscheidung fiel erst am letzten Spieltag. 

Nach seinem Engagement bei Hannover 96 war Stendel unter anderem als Trainer bei Erzgebirge Aue und dem Chemnitzer FC im Gespräch. In einem Interview mit transfermarkt.de sagte Stendel im Mai 2018, dass ihm entgegen anderslautender Medienberichte kein Anschluss-Engagement bei Hannover 96 angeboten worden sei. Stendel sagte im Interview:

„Mit mir persönlich gab es seit meiner Freistellung [bei Hannover 96] kein Gespräch, kein Verantwortlicher aus dem Verein hat mich jemals kontaktiert und mit mir über ein Angebot gesprochen, wie man mich einbinden könnte. Daher kann ich reinen Gewissens sagen, dass ich niemals geäußert habe, dass ich nie wieder für 96 arbeiten will. Das ist auch nicht der Fall. Ich bin immer irgendwie mit diesem Verein verbandelt. Ich wünsche dem Klub alles Gute und freue mich, dass sie die Liga gehalten haben. Warum sollte ich daher zu solch einer Aussage kommen? Ich weiß nicht, woher so etwas kam.“

Für Daniel Stendel wäre es das erste Trainerengagement auf der britischen Insel. Er sammelte jedoch bereits Erfahrungen, als er in London hospitierte.

Im Interview mit transfermarkt.de lässt er diese Zeit in England Revue passieren. Stendel sagte:

„Bei Arsenal besteht der Kader und Trainerstab aus einem riesigen Team. Die von Trainer Arsène Wenger geprägten spielerischen Ideen hat man in vielen Trainingseinheiten deutlich erkennen können, aber auch die Qualität der einzelnen Spieler. Mit Per Mertesacker habe ich ja selbst noch zusammengespielt. Mit ihm habe ich mich über die extrem hohe Professionalität ausgetauscht, die aufgrund der im Verhältnis zu Deutschland zahlreichen Spiele an den Tag gelegt wird. Da kann man sehen, was am Ende neben der individuellen Klasse den Unterschied ausmacht.“

Im Frühjahr 2016 hatte Stendel das Traineramt bei Hannover 96 übernommen. Die Mannschaft war ein Trümmerhaufen, als Thomas Schaaf nach drei Monaten Gastspiel in Hannover von der Bühne ging (10 Niederlagen aus 11 Spielen). Stendel holte junge Spieler wie Waldemar Anton und Noah Joel Sarenren-Bazee ins Team und feierte einen 2:0-Sieg gegen Mönchengladbach zu Hannovers 120-Jahresfeier. In der Zweitligasaison startete Stendels 96-Team zunächst furios (u.a. 4:0 gegen Kaiserslautern), doch in der Rückrunde wirkte Stendels Mannschaft zunehmend verunsichert und verkrampft. Horst Heldt und Martin Kind entschlossen sich deshalb im März 2017, Daniel Stendel zu entlassen. Stendel war bei den hannoverschen Fans beliebt, aber im 96-Umfeld nicht unumstritten.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.