Bericht vom Fanszenetreffen: Stimmungsboykott wird von Teilnehmern abgelehnt, stattdessen kreativer Protest

Spruchbänder ja, Stimmungsboykott nein. Die Fanszene hat über ihre Vorgehensweise beraten. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images.

Beim Fanszenetreffen im „Chez Heinz“ wurde über die Absage der außerordentlichen Mitgliederversammlung diskutiert. Tim Block war für 96Freunde.de vor Ort.

Schätzungsweise 250-300 Personen hatten sich im Chez Heinz eingefunden. Der Raum war gut gefüllt, das Interesse an der Diskussion über die derzeitigen Ereignisse war groß.

Über einen erneuten Stimmungsboykott wurde ebenfalls diskutiert – eine formelle Abstimmung über den Boykott gab es jedoch nicht, weil sich in den Meinungsbeiträgen der anwesenden Fans herausstellte, dass dieser keiner Mehrheit finden würde. Mehrere Redner unterstrichen, dass keine negative Grundstimmung erzeugt werden dürfe, weil die Mannschaft von der aktiven Fanszene nicht im Abstiegskampf im Stich gelassen werden solle. Die Mannschaft brauche Unterstützung, weshalb man auf einen Stimmungsboykott verzichte. Auf „Kind muss weg“-Rufe solle ebenfalls verzichtet werden.

Statt Stimmungsboykott plant die aktive Fanszene Spruchbänder, Fanmarsch und kreativen Protest – sowohl beim nächsten Heimspiel gegen Bayern München also auch beim letzten Hinrunden-Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Gegen Mainz sollen ebenfalls Spruchbändern entrollt werden.

Gleichzeitig wurde die regionale Presse von einem Anwesenden aufgefordert, unabhängig zu recherchieren und Pressemitteilungen von Hannover 96 kritischer zu hinterfragen.

Unterdessen hatte der Fanbeirat des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 die Ablehnung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung durch den Vorstand kritisiert. „Es handelt sich klar um einen Satzungsbruch, die benötigten Unterschriften wurden eingeholt, und der Vorstand hat nicht das Recht, über eine vermeintliche Sinnhaftigkeit der Versammlung zu richten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Fanbeirats.

Die Klubführung hatte zuletzt den Antrag auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung abgelehnt. Gegner der Übernahmepläne von Präsident Martin Kind hatten Anfang November die Unterschriften von 1310 Mitgliedern vorgelegt und damit die erforderliche Anzahl erreicht.

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