Als die Störche fremde Beine einsetzten: Diese Anekdoten bietet die gemeinsame Historie von Hannover 96 und Kiel

Am Montag trifft Hannover 96 ab 20.30 Uhr in der HDI Arena auf Holstein Kiel – seit langer Zeit mal wieder. Denn natürlich muss man ziemlich weit zurückblättern, um eine gemeinsame Historie von Hannover 96 und Holstein Kiel zu finden. Und die ist durchaus mit Kuriositäten und Anekdoten verbunden.

Immerhin sind fast 40 Jahre vergangenen, seit beide Teams zuletzt in Hannover in einem Pflichtspiel gegeneinander angetreten sind. Am 7. Oktober 1980 gewann 96 mit 3:1. Nur 2800 Zuschauer sehen die Tore von Dieter Schatzschneider (6.), Bernd Gorski (53.) und Frank Hartmann (85.). Manfred Jochimiak (32.) gelingt der zwischenzeitliche Ausgleich für Kiel.

Sportlich spektakulär geht es in der ersten Runde des DFB-Pokals in der Saison 1971/1972 zu. Im Hinspiel gewinnen die Holsteiner ihr Heimspiel mit 5:4. Elf Tage später wendet 96 das Blatt mit einem 7:1-Erfolg. Das Weiterkommen der Hannoveraner ist aber lange Zeit nicht so klar wie das Endergebnis. Denn bis zehn Minuten vor Schluss führen die Niedersachsen lediglich mit 2:1. In einem irren Finish gelingen den 96ern satte fünf Tore binnen sieben Minuten. Mann des Abends ist Horst Bertl, der insgesamt vier Treffer erzielt.

Auch in der Saison 1947/1948 kommt es zu Duellen zwischen Hannover 96 und Holstein Kiel. Doch nicht das sportliche Geschehen schreibt Geschichte (beide Teams gewinnen ihre jeweiligen Auswärtsspiele), sondern der Kampf abseits des grünen Rasens. Nämlich am grünen Tisch. Im Abstiegskampf haben die Kieler ganz knapp mit nur einem Punkt Vorsprung gegenüber Hannover die Nase vorn. 96 muss die damals erstklassige Oberliga verlassen – und legt Protest ein. Der Vorwurf: Die Kieler haben in den finalen Monaten der Saison mit Willi Hamann einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt. Hamann war in der Hinrunde noch für die Spielvereinigung Weiden am Ball.

Der ehemalige 96-Spieler Harry Burmeister nahm die Recherche in die eigene Hand und fuhr persönlich nach Weiden. Dort stellte er Hamann in dessen Friseursalon zur Rede. Es folgten mehrere Monate Schriftverkehr, Rechtsstreitigkeiten, Zeugenbefragungen und Gerichtsverhandlungen. Dabei ging es auch um die zentrale Frage, ob bei seinem Wechsel von Weiden nach Kiel das Meldeformular vordatiert wurde, nur um die sonst bei einem außerhalb der Frist erfolgten Vereinswechsel übliche Sperre zu umgehen. Erst im Herbst 1948 folgte das Urteil: Hamann war nicht spielberechtigt. Die 96er, zwischenzeitlich in der Verbandsliga am Ball, erhielen einen Oberliga-Startplatz für die Saison 1949/1950, Holstein wurde vom Spielbetrieb ausgeschlossen.

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