2:2 gegen Bielefeld: Eine Analyse

Martin Harnik. Sielski/Getty





Hannover – Hannover 96 kann das Heimspiel gegen Bielefeld nicht gewinnen. Ist das Glas halbvoll, oder halbleer? Wir versuchen es zu erklären. Herzlich Willkommen zur 96. Minute – Die Spielanalyse von und mit Tim Block. Hier fassen wir nach jedem Spiel die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Exklusiv für und bei 96Freunde.de.

„Da geht es lang.“ Warum das 2:2 gegen Bielefeld Hoffnung auf Besserung macht. Foto: Joachim Sielski/Bongarts/Getty Images.



Gar nicht schlecht 

Im Duell der „Roten“ gegen die Arminia aus Bielefeld, kommt Hannover 96 nicht über ein Unentschieden hinaus. Die Gäste können sich über einen ganz wichtigen Punkt im Abstiegskampf freuen. Nach Abpfiff sieht man viele enttäuschte Gesichter und heftiges Kopfschütteln. Es scheint schwer zu glauben, dass man mit dem Qualitätsunterschied nur einen Punkt einfährt. In der heutigen Analyse versuche ich zu erörtern, dass das phasenweise gar nicht mal so schlecht war. 

Starke Anfangsphase, Hannover klar spielbestimmend

In der Anfangsphase machte Hannover gleich klar, dass man hier auf Sieg spielen wolle und vor heimischer Kulisse mal wieder offensiver auftreten wollte. Durch die spielstarken Iver Fossum, Kenan Karaman und Miiko Albornoz konnte der linke Halbraum immer wieder gut überladen und kontrolliert in die vorderen Reihen gespielt werden. Defensiv stand die Elf von unserem Cheftrainer Daniel Stendel grundsätzlich sehr kompakt, was auch durch die gute Bindung zu Linksverteidiger Albornoz möglich war. Die offensiven Vorstöße des Chilenen bedeuteten viel Gefahr für die Bielefelder Defensivstruktur. Durch die ballsicheren Manuel Schmiedebach und Iver Fossum, konnte man den Spielaufbau  wesentlich variabler gestalten. Fossum begeisterte außerdem mit seiner beeindruckenden Laufleistung.

Hannover macht das Spiel und Bielefeld das Tor 

Durch die inkonsequenten Manndeckungsversuche der beiden Sechser aus Bielefeld, entzerrten sich Schmiedebach und Fossum immer wieder gut und konnten so das Spiel flüssiger gestalten. Dei Arminia zeigte deutliche Schwächen im Pressing und war gegen den Ball nicht überzeugend. Es gelang den Gästen viel zu selten, kompakt zu stehen. Nur vor dem Tor zum 01, zeigte die Mannschaft von Trainer Jürgen Kramny, dass das überfallartige Umschalten nach Ballgewinn zu ihren Qualitäten zählt. Fynn Arkenberg und Florian Hübner rückten in dieser Szene beide komplett unnötig riskant auf. Rechtsverteidiger Arkenberg verließ plötzlich seinen ihm zugeteilten Gegenspieler und die abstiegsgefährdete Mannschaft konterte 96 im eigenen Stadium aus. Na Super. Kleiner Hinweis an Fynn Arkenberg: Wenn du schon aufrückst und deine Seite blank lässt, dann sorg wenigstens dafür, das du den Ball dann auch bekommst. Welche Reaktionen hätte es wohl gegeben, wenn Oliver Sorg das passiert wäre? Man möchte nicht darüber nachdenken.

Maier bring mehr Struktur

Durch die Einwechslung von Sebastian Maier für den kaum eingebundenen Felix Klaus, ergaben sich in den folgenden 45 Minuten einige gute Szenen. Leider fehlte in vielen Situationen der letzte entscheidende Pass.. Iver Fossum rückte nominell auf die rechte Außenbahn, ließ sich aber nach wie vor in den Zwischenlinenräumen blicken und bot im Spiel eine weitere offensivorientierte Variante. Maier rückte weitestgehend auf die Position des kreativen Norwegers und ließ sich oft bis zwischen die Sechser fallen, um eine weitere Spielaufbauoption darzustellen. Unsere Nummer 10 bewarb sich nicht nur mit seiner Ecke auf Salif Sane vor dem 2:2-Ausgleich um einen Stammplatz. Er überzeugte durch seine agile und torgefährliche Spielweise.

Füllkrug auf verlorenem Posten

Durch die Einwechslung von Niclas Füllkrug hätte man das Sturmzentrum mit etwas mehr mit Durchschlagskraft und Lufthoheit besetzen können. Doch er musste auf die linke Seite ausweichen. Die Flügelrolle ist ihm nach wie vor nicht auf den Leib geschneidert und sein Einsatz tat dem Spiel der „Roten“ nicht wirklich gut. Wenn Harnik etwa auf die halblinke Position gerückt wäre und Füllkrug dafür das Zentrum hätte bekleiden dürfen, wer weiß ob es beim 2:2 geblieben wäre.

Schritt in die richtige Richtung

Im Großen und Ganzen war das Spiel aber ein Schritt in die richtige Richtung. Es fehlte am Ende nicht viel mehr als das Quentchen Glück und eine funktionierende Sehhilfe des Referees vor dem Elfmeterpfiff für die Gäste, um Hannover am Ende jubeln zu sehen. 




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