Der Kicker berichtet: Warum Hannover 96 Nahuel Noll unbedingt halten sollte

Hannover 96 denkt darüber nach, Noll länger zu halten.

Der Kicker berichtet heute, dass Hannover 96 darüber nachdenkt, Nahuel Noll über die laufende Saison hinaus zu halten. Eine Personalie, die vor wenigen Wochen vermutlich noch deutlich kontroverser diskutiert worden wäre. Denn wir wissen: Unsere aktuelle Nummer eins ist nur bis Saisonende von der TSG Hoffenheim ausgeliehen. Die Frage, ob man Noll fest verpflichten sollte, ist also nicht nur sportlich, sondern auch strategisch von Bedeutung.

Hätte man mich vor zwei Monaten nach meiner Meinung gefragt, wäre meine Antwort vermutlich zurückhaltend ausgefallen. Vielleicht hätte ich sogar davon abgeraten. Doch Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft – und Entwicklungen verlaufen selten linear. Inzwischen würde ich Noll mit Kusshand in Hannover behalten wollen.

Was sich nämlich in den vergangenen Wochen beobachten lässt, ist mehr als nur eine stabile Phase. Es ist eine klare Entwicklung.

Beginnen wir mit dem Aufbauspiel. Dieses war bei Noll ohnehin nie das Problem – im Gegenteil. Seine Beteiligung am Spiel mit dem Ball ist für einen 22-jährigen Torhüter bemerkenswert. Besonders auffällig sind seine langen Bälle ins letzte Drittel. Diese kommen nicht nur weit, sondern vor allem präzise. Mehrfach haben sie bereits Großchancen eingeleitet. Dass 51 Prozent seiner Steilpässe beim Mitspieler ankommen, unterstreicht diese Qualität eindrucksvoll. Auch eine Torvorlage – aus dem Heimspiel gegen Bielefeld – steht bereits auf Nolls Habenseite. Für einen Keeper alles andere als alltäglich.

Doch moderne Torhüter werden nicht nur am Offensivbeitrag gemessen, sondern auch daran, wie sicher sie im eigenen Ballbesitz agieren. Und auch hier liefert Noll starke Argumente. Laut Sofascore liegt seine Passquote im eigenen Defensivdrittel bei herausragenden 95 Prozent. Das zeigt: Noll kann guten Gewissens ins Aufbauspiel eingebunden werden, ohne dass permanent ein Risiko mitschwingt.

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Noll mit starker Entwicklung

Der vielleicht wichtigste Entwicklungsschritt ist jedoch ein anderer – und er betrifft das Kerngeschäft eines Torhüters: das Spiel zwischen den Pfosten.

Hier wirkte Noll zu Saisonbeginn phasenweise noch etwas roh, gelegentlich ungestüm, manchmal im Timing einen Tick zu spät. Doch seit der Winterpause präsentiert sich Noll deutlich stabilisiert. In den ersten drei Partien des Jahres 2026 kommt er bereits auf neun Paraden. Noch aussagekräftiger ist der Blick auf die Expected-Goals-Werte: Noll hat in diesem Zeitraum 0,7 Treffer mehr verhindert, als statistisch zu erwarten gewesen wäre. Übersetzt: Er hält nicht nur Bälle, die haltbar sind – er entschärft auch solche, die normalerweise im Netz zappeln.

Hinzu kommt seine Aktivität außerhalb der Linie. 37 Balleroberungen sprechen eine klare Sprache. Diese resultieren aus gutem Timing, mutigem Herauslaufen und einem immer besseren Gespür dafür, wann er frühzeitig auf den gegnerischen Offensivspieler gehen muss. Genau dieses Mitspielen wird im modernen Fußball immer wichtiger – und auch hier bringt Noll ein Profil mit, das hervorragend zu einer proaktiven Spielidee passt.

Was mir persönlich besonders gefällt: Die Entwicklung wirkt nicht abgeschlossen. Noll strahlt nicht die Sattheit eines fertigen Bundesliga-Keepers aus, sondern den Hunger eines jungen Torhüters, der wachsen will. Fehler gehören dazu – aber die Lernkurve zeigt steil nach oben.

Und genau deshalb stellt sich die Frage gar nicht mehr so sehr, ob Hannover 96 Noll halten sollte, sondern vielmehr, wie man es schaffen kann, ihn zu halten.

Denn wenn Noll den nächsten Schritt seiner Karriere geht, warum sollte dieser nicht in Hannover stattfinden? Ein Umfeld, das ihm Spielzeit gibt. Ein Verein, der ihm Vertrauen schenkt. Und Fans, die inzwischen erkannt haben, welches Potenzial in ihm steckt.

Mein Fazit ist daher klar:
Wenn sich die Möglichkeit bietet, sollte Hannover 96 alles daransetzen, Noll über die Saison hinaus zu binden. Die Mischung aus Spielstärke, Entwicklungspotenzial und wachsender Stabilität macht Noll zu weit mehr als nur einer Leihlösung.

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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