Hannover 96 im Glück: SO noch einmal

Hannover 96 hat am letzten Wochenende gezeigt, wie man Spiele gewinnt.

Das Team von Christian Titz setzt seinen Siegeszug durch die winterliche Liga fort und baut die Serie auf vier Erfolge aus. Dabei spielen den Roten die Terminpläne und Existenzkämpfe der letzten Gegner durchaus in die Karten.

Valentinstag in Deutschland – aber keine Geschenke für die Alte Dame. Während der gesperrte BSC-Coach Leitl auf der Tribüne noch auf seine gute Serie gegen Christian Titz hoffte, brachte letzterer erst gar keine Rose zum Tag der Verliebten ins Olympiastadion mit. Stattdessen präsentierte er sich als Grinch und schockte die Hausherren durch Boris Tomiak bereits früh in der 8. Minute. Nach einer nicht alltäglichen Freistoßvariante mogelte sich unsere Abwehrkante ohne Zuordnung in den Fünfer und vollstreckte eiskalt. Geplant, geübt und versenkt!

Eigentlich wollten die Blau-Weißen den Anschluss zu den Spitzenrängen wahren, doch die vergangenen Tage steckten ihnen sichtlich in den Knochen. Sechs Stunden mit der Bahn oder zehn Stunden mit dem Bus – so lange dauert die Strecke Berlin–Elversberg. Stefan Leitl und seine „Big City Boys“ dürften in der Woche zuvor also ordentlich gerädert in ihre Berliner Betten gefallen sein. Nachdem man die lauf- und spielstarken Saarländer niedergerungen hatte, ging es am Dienstag direkt ins Pokal-Viertelfinale, das erst mit einem Elfmeter kurz vor Mitternacht entschieden wurde.

Hannover 96: Lazarett lichtet sich

Auch unsere drei Gegner zuvor hatten ihre Sorgen und Belastungen zu schleppen, als es in die Partien gegen die ambitionierten Niedersachsen ging. Warum der genaue Blick auf andere Vereine gerade so wichtig ist? „Der Winter macht etwas mit den Teams“, wie wir bereits in der Analyse nach Kiel schrieben. Kalt, ungemütlich, hoher Krankenstand – zu Hause und in der Kabine. Da macht Fußballspielen augenblicklich manchmal weniger Spaß.

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Die Roten dürfen sich derweil über immer mehr genesene Rückkehrer freuen. Nur Maik macht leider weiterhin „Nawrocki-Sachen“ und setzt unregelmäßig aus. Vielleicht ist es aber genau dieses (Spiel-)Glück, das aktuell zu unseren Gunsten ausschlägt? Denn während in der Hinrunde diverse Bälle an Pfosten oder Latte landeten, wir unerklärliche Elfmeter gegen uns bekamen und wichtige Teile unseres Kaders vor Weihnachten an Krücken gingen, gingen unsere Gegner häufiger als Sieger vom Platz. Fortuna, die Glücksgöttin, macht ohnehin, was sie will – aber vielleicht meint sie es gerade gut mit unserem Sportverein.

Am kalten Samstag ließen wir die müden Herthaner mit einem klaren Plan zusätzliche Meter laufen, notfalls auch mit dem kompletten Rückpass bis zu Nahuel Noll. Die zweitbeste Defensive der Liga sah sich einem ständigen Vor und Zurück ausgesetzt, das an den Kräften zehrte. Die beiden Außenverteidiger in Leitls Viererkette wussten bald nicht mehr, wo ihnen gegen die Tempodribbler Saad und Yokota der Kopf stand. Folglich klingelte es bereits in Minute 21 erneut vor der Herthaner Kurve – diesmal nach einer starken Kombination von Yokota und Aseko, die Benjamin Källman zur Führung in der Torschützenliste nutzte. Unsere rund 7.000 Schlachtenbummler waren entsprechend im Feiermodus.

Die Alte Dame zog in Halbzeit zwei noch einmal die Laufschuhe an und erhöhte den Druck, woraus sich ein munteres Hin und Her entwickelte. Bis heute ist nicht endgültig geklärt, wofür es plötzlich den Strafstoß gegen uns gab – war es ein Handspiel oder ein Tritt von Noel Aseko? Die Kamera zeigte Fabian Reese beim Elfmeter aus diversen Winkeln, blieb jedoch genaue Bilder der eigentlichen Ursache schuldig.

Titz hat neuen Matchplan eingehaucht

Wie dem auch sei: Hannover 96 hat gelernt, sich zu schütteln und schnell wieder dem Matchplan zu widmen. Dazu gehören ab Minute 60 regelmäßig frische Beine auf dem Feld. In diesem Fall kam Noah Weißhaupt in der 69. Minute für den erneut starken Daisuke Yokota. Und eben dieser Weißhaupt stellte nur 120 Sekunden später mit seinem ersten Tor für die Roten den alten Abstand wieder her. Ein toller Treffer – und ein grundsympathischer Junge, dem dieses Erfolgserlebnis weiteres Selbstvertrauen geben dürfte.

Auch wenn die Spree-Kicker noch einmal alles nach vorne warfen und erneut verkürzen konnten, brachte 96 den Auswärtssieg souverän über die Ziellinie. Vier Spiele, zwölf Punkte – und zumindest für eine Nacht Platz zwei! Hurra, hurra: Hannovera fantastica ist da!

Es waren gradlinig und höchst effizient erkämpfte Big Points, die einen im Nacken sitzenden Konkurrenten aus dem Aufstiegsrennen schubsten. Es erinnerte an den Auftritt in Paderborn, wo man mit einem variablen Matchplan und großer Disziplin am Ende das Maximum herausholen konnte.

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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