Lars Barlemann und der Wind des Erfolges

HANOVER, GERMANY - APRIL 27: Head coach Lars Barlemann of Hannover reacts during the Second Bundesliga match between Hannover 96 and 1. FC Köln at Heinz von Heiden Arena on April 27, 2025 in Hanover, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Getty Images)

Wir müssen einmal darüber schreiben, was Lars Barlemann in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt hat – denn das ist durchaus bemerkenswert.

Der 36-Jährige war bis Ende Juni Co-Trainer der Zweitligamannschaft. Seit der Saison 2019/20 hat er in dieser Funktion gleich neun Cheftrainer erlebt. Im Sommer folgte nun der nächste Schritt in seiner Karriere: Barlemann übernahm die zweite Mannschaft in der Regionalliga Nord. Und dort hat er innerhalb weniger Wochen offenbar die richtigen Stellschrauben gefunden und das Team zurück in die Erfolgsspur geführt.

Dabei darf man nicht vergessen: Für Barlemann ist es die erste richtige Station als Cheftrainer. Zwischenzeitlich durfte er die Profimannschaft lediglich für vier Spiele interimsweise betreuen. Umso bemerkenswerter ist der Start mit der U23.

Nach fünf Spieltagen steht sein Team mit zehn Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. Drei Siegen stehen eine Niederlage und ein Unentschieden gegenüber – letzteres gab es am Mittwochabend gegen den SSV Jeddeloh II. Und das ist durchaus erwähnenswert: Jeddeloh hatte im Pokal zuvor den 1. FC Heidenheim ausgeschaltet.

Barlemann setzt auf taktische Variabilität

Ein Grund für den gelungenen Saisonstart dürfte Barlemanns taktische Flexibilität sein. Der 36-Jährige lässt seine Mannschaft keineswegs starr in einem einzigen System auflaufen. Je nach Gegner und Spielsituation kommen unter anderem ein 4-2-3-1, ein 3-4-2-1 oder ein 4-3-2-1 zum Einsatz.

Trotz dieser Variabilität scheint Barlemann mittlerweile eine Stammelf gefunden zu haben. Und innerhalb dieser Mannschaft machen aktuell einige Spieler besonders auf sich aufmerksam.


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Allen voran Alexander Vogel. Der Offensivspieler hatte Ende Mai seinen Profivertrag unterschrieben und zeigt nun auch in der Regionalliga, was in ihm steckt. In vier Einsätzen traf Vogel bereits zweimal und präsentiert sich dabei vor allem im offensiven Bereich äußerst agil und spielfreudig.

Ähnlich auffällig ist sein Kompagnon Ausmaß Ikari. Der Mittelfeldspieler kam im Rahmen der Zusammenarbeit mit Mito HollyHock im Sommer 2025 an die Leine. Obwohl Ikari deutlich defensiver ausgerichtet ist, schaltet er sich immer wieder gefährlich in die Offensive ein – und wurde dafür bereits mit zwei Treffern belohnt.

Aycicek als Überraschung

Auch im Mittelfeld gibt es weitere Spieler, die aktuell ins Auge fallen. Der Niederländer Tim van den Heuvel konnte bereits zwei Vorlagen verbuchen. Meine persönliche Überraschung ist allerdings Levent Aycicek.

Der mittlerweile 32-Jährige wurde bis 2008 in der 96-Jugend ausgebildet und kehrte im Sommer aus der Vereinslosigkeit zurück. Seine Aufgabe: den jungen Spielern mit seiner Erfahrung zur Seite zu stehen und gleichzeitig selbst noch einmal auf dem Platz eine wichtige Rolle einzunehmen.

Bislang geht dieses Konzept voll auf. Aycicek hat bereits drei Vorlagen gesammelt und zeigt, dass Erfahrung auch in einer jungen Mannschaft einen enormen Unterschied machen kann.

Nächster Härtetest in Emden

Nun wartet am Samstag die nächste Aufgabe auf Barlemann und seine Mannschaft: Es geht zu den Kickers Emden.

Die Gastgeber erwischten einen eher durchwachsenen Saisonstart und stehen nach fünf Spieltagen bei fünf Punkten. Besonders auffällig ist dabei die Defensive: Bereits 17 Gegentore musste Emden hinnehmen.

Für die 96-U23 bietet sich damit die Chance, den starken Saisonstart weiter zu bestätigen. Nach fünf Spieltagen steht die Mannschaft auf Rang vier – und Lars Barlemann scheint bei seiner ersten echten Trainerstation bereits einen klaren Plan entwickelt zu haben.

Es bleibt spannend zu beobachten, wohin diese Entwicklung noch führt. Denn wenn die bisherigen Eindrücke eines zeigen, dann, dass bei der U23 aktuell einiges richtig gemacht wird.

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