
Seit anderthalb Wochen trainieren Marc Stendera und Dennis Aogo bei Hannover 96. Doch können sie uns wirklich weiterhelfen? Wir haben Maxi Fiedler, Admin der 96-Fanseite „Hannover 96 – mein Verein“ gebeten, uns seine Meinung dazu zu schreiben.
Zwei Mittelfeldspieler holen – da war der Auftrag der Fans und offensichtlich auch der Verantwortlichen an Jan Schlaudraff, kurz vor Ende des Transferfensters. Die Aufgabe den Kader zu stabilisieren und für die 2. Liga zu rüsten, hat der ehemalige Edeltechniker zweifelsohne – vor allem in Anbetracht der zur Verfügung gestellten Mittel – überdurchschnittlich gut erfüllt. Nichtsdestotrotz kommt aus vielen Ecken Kritik am Kader und an den bisher gezeigten Leistungen. Letzteres ist sicherlich verständlich. Doch die Verpflichtungen von Stendera und Aogo sind ein klarer Indikator für den Weg, den Hannover 96 einschlagen möchte. Und dazu sind sie noch deutlich besser als man auf den ersten Blick denkt.
Zwei Hoffnungsträger zum Nulltarif – kann das gut gehen?
Ein Dauerverletzter und ein – oh Wunder – Ex-Hamburger: Marc Stendera und Dennis Aogo wurden am Deadlineday als letzte Neuzugänge präsentiert. Nach Verpflichtungen auf allen anderen Positionen, vom Tor bis zum Mittelstürmer, haben die beiden Neuen die letzten offenen Positionen besetzt. Dass sie zum Nulltarif gekommen sind, ist in Anbetracht ihrer Qualitäten und zum anderen des Risikos, dass man mit ihnen eingeht, die optimale Lösung.
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Aogo hat bei Stuttgart zuletzt gute Leistungen gezeigt. Viele Fans hätten ihn gerne weiter bei den Schwaben gesehen, doch der Kaderumbruch des VfB ließ dies nicht zu. Der 32-Jährige bringt jedoch genau das mit, was 96 dringend braucht. Er hat die Qualität, um das zentrale Mittelfeld nicht nur in der Breite besser zu machen, sondern auch eine echte Konkurrenz für die bisher schwächelnden Bakalorz und Prib zu sein. Spielerisch ist er sicherlich kein Thiago oder Kroos, aber sowohl am Ball, als auch in Zweikämpfen weiß Aogo, wie er sich verhalten muss, um das Team zu stärken. Für die 2. Liga ist er beinahe schon zu gut – zumindest auf den ersten Blick. Aber mittlerweile ist der ehemalige Nationalspieler 32 Jahre alt und hat damit natürlich nicht mehr den Körper eines Mittzwanzigers. Nur deswegen wird es aber möglich gewesen sein, ihn zu holen und er wird sich voll reinhauen, um doch zum Aufstieg beizutragen.
„Stendera: Ein Stindl mit Standardqualitäten“
Bei Marc Stendera ist die Situation eine ganz andere. Hochbegabt. Bundesliga-Debüt mit 17 Jahren. Doch dann der Kreuzbandriss vier Monate später. Von diesem sollten er und seine Karriere sich bis dato nicht mehr erholen. Immer wieder hatte der technisch versierte, flexible Mittelfeldbeißer mit Verletzungen zu kämpfen. Für Frankfurt kam er bisher auf lediglich 89 Spiele. In der letzten Saison machte er – auch verletzungsbedingt – nur 7 Spiele, bei denen er nie über mehr als 45 Minuten Einsatzzeit kam. Nun jedoch scheint Stendera aus dem „Nest“ Frankfurt ausbrechen zu wollen und will bei 96 in der 2. Liga angreifen.
Vom Spielerischen her ist er der Spieler, der 96 weiterbringen kann und den man bei den Roten seit Jahren nicht mehr hat. Er ist ein Unterschiedsspieler, der das Spiel machen kann, aber auch in Zweikämpfe geht. Er ist dazu noch Standardspezialist und erinnert damit fast schon ein wenig an Hiroshi Kiyotake, den letzten Ausnahmekönner, den Hannover sehen durfte. Er ist sicherlich kein Huszti, eher ein Stindl mit Standardqualitäten, aber er kann all das sein, was aktuell fehlt. Die Fähigkeit den letzten Pass zu spielen hat er, aber auch Tore schießen kann er.
„Haltet den Jungen fit!“
Die einzige Maxime die für Trainer und Staff gelten muss, lautet: Haltet den Jungen fit! Sollte er fit bleiben und sich gut in Hannover einfinden, könnte er ein echter Zugewinn sein und vielleicht jemand, der den Aufstieg am Ende möglich macht. Das alles sage ich, ohne Druck aufbauen zu wollen. Nur wer ihn verfolgt hat, der weiß auch, was er kann.
Beide Spieler wurden nur für ein Jahr verpflichtet. Ablösefrei. Mit Risiko. Aber sie stopfen die Löcher und vielleicht bewirken sie sogar noch mehr. Die Prämisse direkt wieder aufzusteigen gibt es diese Saison nicht. Man will etwas Neues aufbauen und nimmt in Kauf, dass dieser Prozess etwas Zeit in Anspruch nimmt. Vielleicht spielen beide nur ein Jahr am Maschsee, vielleicht wird der Kader nächstes Jahr komplett umgekrempelt. Vielleicht werden sie aber auch Leistungsträger die das Team nachhaltig über Jahre – vor allem im Fall Stendera – besser machen.
Abschließend eine kleine Anekdote: Dennis Aogo hat eine Fanseite auf Twitter, die sich auf seine Bilder in Aufzügen, die er häufig zu machen scheint, spezialisiert hat. Hoffen wir doch, dass der Aufzug und die Charakteristik „Fahrstuhlmannschaft“ ein gutes Omen sein könnten.
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