Zuber überzeugt mit seiner Arbeit – Parallelen zwischen Evina und Maina

Hannover 96 bastelt fleißig an seinem Kader für die kommende Saison, das Ziel ist der Aufstieg. Zurzeit kursieren die kuriosesten Gerüchte im Netz, ein Transfer von einem Karius oder einem Turan sind reinste Utopie. Typisch Sommerloch. Dabei gibt es an für sich etwas deutlich sinnvolleres über Hannover 96 zu berichten, der Auslöser ist Gerhard Zuber. Der Strippenzieher zeigt sich unbeeindruckt von sämtlichen Spekulationen und konnte bis jetzt wahrlich überraschen. Innerhalb weniger Stunden tütete er drei Transfers ein, in zwei von drei Fällen hat die Geheimhaltung geklappt. Absolute Ausnahme bei den Niedersachsen, normalerweise wird ein Transfer bereits vor der trockenen Tinte in den (sozialen) Medien zerrieben.

Mit den Verpflichtungen von Valmir Sulejmani, Franck Evina und Mike Frantz hat Gerhard Zuber einen ungewöhnlich offensiven Auftakt in Sachen Transfers hingelegt. Allen voran die Verpflichtung von Mike Frantz dürfte die Massen begeistert haben, schließlich gelang dem Manager ein Novum: Die verpflichteten Akteure der jüngeren Vergangenheit kamen zumeist von Vereinen mit gleichem Niveau (oder schlechter) oder sie waren „Bankwärmer“ bei einem Bundesligisten. Der Anschluss vom langjährigen Freiburger Kapitän Frantz ist daher ein kleiner Coup. Der 33-Jährige bringt mit 228 absolvierten Bundesligaspielen eine beachtliche Erfahrung mit und wird im Team von Trainer Kocak schnell eine Vorbildfunktion einnehmen können. Frantz gilt als der neue Taktgeber für die Jungspunde im Team der Hannoveraner. Der Mittelfeldakteur wird künftig höchstwahrscheinlich neben Dominik Kaiser auflaufen. Von den Namen her definitiv ein erstklassiges Duo. Leistungstechnisch ist der gebürtige Saarbrückener ebenfalls eine Verstärkung. Neben seinem geschulten Auge (Passgenauigkeit von 82 Prozent) zählt insbesondere das zweikampfbetonte Spiel zu seinen Stärken. Durchschnittlich gewinnt er 64 Prozent seiner defensiven Zweikämpfe bei durchschnittlich 5,5 entscheidenden Konfrontationen pro Spiel mit dem gegnerischen Spieler. Die Erfahrung spiegelt sich auch in seinem guten Stellungsspiel wider. Durchschnittlich 3,7 unterbundene Gegenstöße pro Partie und über 10,5 Balleroberungen in der eigenen Hälfte zeugen von einem guten Spielverständnis. Mike Frantz unterschrieb einen Vertrag bis zum 30.06.2022, von seinem Transfer wird der Verein definitiv profitieren.

Der Transfer von Franck Evina kam ebenfalls aus dem Nichts. Mit 20 Jahren dürfte er in erster Linie eine Investition in die Zukunft sein, allerdings wird der schnelle und dribbelstarke Linksaußen auch in der kommenden Spielzeit seinen Beitrag leisten können – zumindest als Backup. Evina stammt aus der Jugend von Bayern München, im vergangenen Sommer heuerte er auf Leihbasis beim Drittligisten KFC Uerdingen an. In 30 Partien gelangen ihm elf Scorerpunkte (5 Tore, 6 Vorlagen). Der Kameruner konnte in insgesamt 143 Spielen 43 Treffer erzielen und 32 weitere Tore vorbereiten – seine Statistik hinterlässt definitiv Eindruck. Seine Rolle in der kommenden Saison hängt sicherlich von dem Transferpoker um Linton Maina ab, der U23-Nationalspieler sollte aber keinesfalls zu früh abgeschrieben werden. Seine Durchsetzungskraft auf dem Flügel lässt aufhorchen: Bei durchschnittlich 1,85 (!) progressiven Läufen pro Spiel kann er eine Offensive Zweikampfquote von 41,4 Prozent (bei 14,8 Zweikämpfen pro Spiel) vorweisen. Die Quote ist sogar noch ein bisschen besser als jene von Linton Maina. Evina ist darüber hinaus flexibel einsetzbar, er fühlt sich sowohl auf den Flügeln als auch in der Position des Stoßstürmers wohl. Sein Dreijahresvertrag zeigt die dem Transfer zugrundeliegenden Ambitionen.

Die Spur führt für Sulejmani zurück in die Heimat : Foto: Imago

Mit Valmir Sulejmani kehrte ein Hannoveraner Jung‘ zurück in seine Heimat. Der 24-jährige Mittelstürmer wurde in der Jugend der Niedersachsen ausgebildet und stand von 2011 bis 2018 bei den Roten unter Vertrag. Nach einem zweijährigen Engagement beim Drittligisten Waldhof Mannheim kehrt er nun an seine alte Wirkungsstätte zurück. In diesen 24 Monaten machte er jedoch enorme Fortschritte. In der zurückliegenden Saison hatte er mit einem Syndesmosebandriss und einem Muskelfaserriss zu kämpfen, wenn er auf dem Platz stand, gab er aber stets hundert Prozent. Sein Einsatz schlägt sich auch in den Zahlen nieder, in 18 Einsätzen gelangen ihm sechs Treffer und zwei Vorlagen. Hinzu kommen zwei Tore aus dem DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt. In der Regionalligasaison 18/19 war er mit 18 Toren und 12 Vorlagen übrigens maßgeblich verantwortlich für den Aufstieg der Mannheimer. Der zweimalige Nationalspieler des Kosovos soll in den kommenden Monaten den nötigen Feinschliff erhalten, hinter Ducksch und Weydandt wird aber sicher Spielpraxis sammeln können. Als Back-Up ist er definitiv ein Gewinn.

Die bisherige Ausbeute von Zuber verbreitet im Umfeld von Hannover 96 Euphorie. Derzeit kursieren viele Namen im Netz, wir sind uns sicher: Auf den Österreicher ist Verlass!

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1 Kommentar

  1. Ja, gute Arbeit bis jetzt.

    Nun muss er aber Tempo machen, was die Außenverteidigung angeht.Auf der linken Seite sehe ich außer Ochs niemanden mehr. Auf der rechten Seite fehlt zudem jemand für Korb!

    Ersatz für Anton muss her!

     

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