Wohin geht der Weg von Hannover 96? Daniel Stendel im Interview

Welchen Plan verfolgt Trainer Daniel Stendel mit Hannover 96? Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images.




Hannover – Das 2:2 im Heimspiel gegen Bielefeld lässt viele 96-Fans ratlos zurück. In den sozialen Medien wird teils sehr intensiv Kritik am Auftritt der Mannschaft geäußert. Nicht wenige sprechen auch Trainer Daniel Stendel ab, ein Konzept zu besitzen. Doch, was sagt der Trainer? Nach dem Spiel stellte sich der 42-Jährige den Fragen der Journalisten.

Welchen Plan verfolgt Trainer Daniel Stendel mit Hannover 96? Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images.



Zum Ausgang des Spiels

Herr Stendel, 2:2 gegen Bielefeld. Wie beurteilen Sie das Spiel?

Heute waren wir aufgrund des Ergebnisses schon sehr enttäuscht. Wir wollten nach dem Sieg in Dresden nachlegen und die drei Punkte einfahren. Das haben wir leider nicht geschafft. Uns wurde aber auch kein Punkt abgezogen. Wir haben einen zusätzlichen Punkt bekommen, der am Ende noch sehr wichtig sein kann.

Fühlten Sie sich durch die Ergebnisse von Freitag mit dem Berliner und dem Braunschweiger Sieg zusätzlich unter Druck gesetzt?

Andere Ergebnisse spielen für uns keine Rolle. Wir müssen auf uns schauen. Das wollten wir heute auch tun, haben es aber nur teilweise geschafft.

Woran hat das gelegen?

Der Spielverlauf war jedenfalls nicht überraschend. Wir haben erwartet, dass Bielefeld uns den Ball überlassen wird und sich mit zehn Mann auf das Verteidigen konzentriert. Das in deren Situation auch völlig legitim. Wir haben es zu selten geschafft das umzusetzen, was wir uns vor der Partie vorgenommen hatten. Die zweite Halbzeit war besser. Insgesamt fehlte uns aber der Druck über die Außenpositionen.

Weil sich die Flügelspieler nicht durchsetzen konnten, oder wollten Sie mehr durch das Zentrum spielen?

Wir wollten durch schnelles Passspiel und Verlagerungen Möglichkeiten schaffen. Das ist uns in der ersten Halbzeit nicht gelungen. Der Gegner hat uns zwar den Ball überlassen, wir kamen aber nicht in die Bewegung. Das haben wir in der Pause angesprochen. Nach Wiederbeginn hatten wir dann auch bessere Möglichkeiten. Wir konnten aber nicht so viel Druck aufbauen, dass man jederzeit hätte mit dem 3:2 rechnen müssen.

Die Spieler sind zum Teil sehr gerutscht. Was sagen Sie zu den Platzverhältnissen?

Grundsätzlich suchen wir keine Ausreden. Aber es ist ein Thema für uns, da wir eine der spielstarken Mannschaften sind. Für ist es besser, wenn der Platz in einem guten Zustand ist.

Zu Sebastian Maier

Vor allem die Einwechslung von Sebastian Maier schien dem Spiel gut getan zu haben. Welchen Anteil hatte er an dem besseren Auftritt nach der Pause?

Sebastian Maier war schon längere Zeit dicht dran an der Mannschaft. Heute hat sich seine Einwechslung in Hinblick auf die Leistung in den ersten 45 Minuten angeboten. Wir wollten anspielbaren und spielstarken Spieler auf dem Platz haben, der aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten  unsere Offensivspieler einsetzen kann. So haben wir uns dann für Bastion entschieden. Mit seiner Ecke hat er dann ja auch den Ausgleich vorbereitet.

Warum haben Sie Iver Fossum zusammen mit Maier auf dem Platz gelassen?

Ich hatte das Gefühl, dass Iver gut im Spiel war. Das Ziel war Fynn Arkenberg mehr in die Offensive einzubinden. Zusammen mit dem spielstarken Fossum, sollte die rechte Angriffsseite belebt werden. In der ersten Halbzeit war unser Offensivspiel zu linkslastig. Es ist ja auch zum Teil aufgegangen.

Zur schlechten ersten Halbzeit und dem Elfmetergegentor

Warum kommen Sie überhaupt in Situationen, in denen Sie zurückkommen müssen?

Das müssen wir jetzt in Ruhe analysieren. Es ist natürlich toll, dass die Mannschaft auch das 1:2 kurz vor der Pause so gut weggesteckt hat. Unser Ziel muss aber sein, solche Situationen zu vermeiden.

Wie ärgerlich ist, dass das 1:2 durch einen unberechtigten Elfmeter gefallen ist?

Ich habe die Situation nicht genau gesehen. Wir müssen mit dem Elfmeter leben und die Situation unterm Strich besser verteidigen.

Zum weiteren Saisonverlauf

Wenn Stuttgart am Sonntag gewinnt, ist der VfB schon fünf Punkte enteilt. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation?

Wir schauen auf uns. Stuttgart muss das Spiel Sonntag erstmal bestreiten. Und in der Hinrunde war Braunschweig auch einige Punkte vor. Jetzt sind sie nur noch Vierter. 

Spielt es eine Rolle, dass die Topteams alle noch nach Hannover müssen?

Ich habe das natürlich im Hinterkopf. Aber der Fokus liegt aktuell auf dem Spiel in Karlsruhe am nächsten Spieltag. 

Dann lassen Sie uns einen kleinen Ausblick wagen: Erwarten Sie einen ähnlich defensiv eingestellten Gegner?

Alles andere würde mich überraschen. Wir werden uns jedenfalls gut vorbereiten und werden versuchen, da den Dreier zu holen.



 

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