Warum wir die senegalesische Nationalelf um Salif Sané mehr hätten unterstützen sollen

96-Innenverteidiger Salif Sané spielte mit Senegal bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Foto: Getty Images

Wir sind der senegalesischen Nationalmannschaft eine Erklärung schuldig. Während wir im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2018 – wenn wir überhaupt über afrikanische Teilnehmer sprachen – vor allem damit beschäftigt waren, über Nigeria und ihr auffallend modisches Trikot zu sprechen, haben die Senegalesen nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen zugestanden hätte.

Dabei haben uns die Mannen um Salif Sané ohne großen Rummel und Fanfaren beim Auftakt gegen Polen begeistert und siegten gar mit 2:1. Es war der erste Sieg einer afrikanischen Mannschaft bei diesem Turnier. Aber es waren nicht nur ihre sportlichen Leistungen, die unsere Herzen höherschlagen ließen. Hier sind einige Gründe, weshalb wir durchaus ein bisschen zu Senegal hätten halten sollen.

Mit dem treuen Hannoveraner Salif Sané (5 Jahre Vereinszugehörigkeit) haben sie eine unsere Säulen der letzten Saison in ihrem Team. Der Innenverteidiger war mitunter einer unserer besten Männer in der vergangenen Spielzeit und hat sich auch im Spiel gegen Polen einmal mehr als absoluter Rückhalt für seine Teamkameraden erwiesen. Darüber hinaus spielt mit Mame Diouf ein weiterer ehemaliger 96er und Europa League-Held bei den Afrikanern.

Der Senegal avancierte zur größten afrikanischen Hoffnung bei der WM in Russland. Die Ägypter um Liverpools Superstar Mohamad Salah waren so gut wie ausgeschieden. Marokko hatte mit den Partien gegen Iran und Portugal ebenfalls bereits zwei Spiele verloren. Tunesien verlor die Auftaktpartie gegen England und Nigeria war Gruppenletzter nach der 0:2-Niederlage gegen Kroatien. Damit hatte der Senegal auch bei Betfair Sportwetten die besten Chancen aller afrikanischen Mannschaften bei dieser WM und schulterte damit die Hoffnungen eines ganzen Kontinents. Doch letztlich reichte es nicht.

Was die Senegalesen darüberhinaus so sympathisch machte war ihr Trainer. Sie hatten mit Aliou Cisse den coolsten Trainer dieses Turniers. Mit seinen Dreadlocks und seiner emotionalen Art ist er ein absoluter Charakter und auch ein gern gesehener Hingucker an der Seitenlinie. Mit 42 war er zudem der jüngste Coach bei dieser WM. Cisse war einst selbst Kapitän der Nationalmannschaft und ist jetzt Vorbild für viele andere Trainer eines Kontinents, der es in der Vergangenheit bevorzugte auf Expertise aus dem Ausland zurückzugreifen. „Ich repräsentiere eine neue Generation, die ihren Platz im afrikanischen als auch im Weltfußball haben möchte“, sagte er im Rahmen der Weltmeisterschaft 2018 erst kürzlich einem Reporter und weiter: „In der Tat bin ich bei diesem Turnier der einzige schwarze Trainer. Es ist die schmerzliche Realität und es nervt mich. Ich glaube, dass Fußball universell ist. Ich glaube das Hautfarbe keine Bedeutung in diesem Spiel hat.“

Auch die Fans der Senegalesen muss man einfach lieben. Sie präsentierten sich voller Energie, bunt gekleidet, voller Freude und was wirklich erfreulich ist, sie blieben auch nach Abpfiff im Stadion, um ihren Müll aufzuräumen – Tatsache! Sie erwiesen dem Gastgeberland Respekt und haben so auch eine Menge Anhänger unter der russischen Bevölkerung gefunden.

Der senegalesische Präsident aber ist der größte Fan der Nationalmannschaft. Vor dem Spiel gegen Polen twitterte Macky Sall seine Unterstützung und postete auch eine inspirierende Videobotschaft, in der er den Spielern die Unterstützung des ganzen Landes zusicherte.

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