Der Schmerz sitzt tief bei Hannover 96

Karlsruhe schlägt 96 mit 2:0. Wie konnte das passieren? Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.





Hannover – Hannover 96 verliert ebenso verdient wie überraschend beim Karlsruher SC. Herzlich Willkommen zur 96. Minute – Die Spielanalyse von und mit Tim Block. Hier fassen wir nach jedem Spiel die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Exklusiv für und bei 96Freunde.de.

Karlsruhe schlägt 96 mit 2:0. Wie konnte das passieren? Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.



Unfassbar, aber wahr

Vor ein paar Wochen kam in mir noch der Wunsch auf, nach Karlsruhe zu fahren und meine Mannschaft zu unterstützen. Zugverbindungen wurden rausgesucht, eine mögliche Rückfahrt halbwegs organisiert und nach potenziellen Übernachtungsmöglichkeiten Ausschau gehalten. Auch aus beruflichen Gründen wurde daraus nichts. Am Montag, zwei Tag danach, sitze ich vor meinem Laptop und stelle mir die Frage, ob das was ich da gestern gesehen habe wirklich passiert ist. Es macht aus meiner Sicht heute keinen Sinn, das ganze Spiel nochmal zu gucken, mir Notizen zu machen und zu schauen wie man es hätte besser machen können. 

Eine Reise mit Daniel Stendel

Zum Ende der letzten Saison übernahm Daniel Stendel eine Mannschaft, die sich spielerisch und emotional in der absoluten Schwerelosigkeit befand. Er fuhr mit ihr nach Berlin und kam mit etwas, was wie Fußball auszusehen schien, und einem Punkt zurück in die Niedersächsische Landeshauptstadt. Die Spiele darauf wurden allesamt positiv bestritten. Sei es im Ergebnis, oder in der Art und Weise des Auftretens. Dennoch war der Abstieg nicht abzuwenden. Ein Großteil des erstligatauglichen Kaders wurde über die Saison hinaus gehalten und punktuell verstärkt. Die ersten Spiele unter Daniel Stendel verliefen weitestgehend gut. Der Plan, mit dem es der ehemalige U19 Coach versuchte,  ging auf. Ein wenig Spielkontrolle hier und ein bisschen Konsequenz im Abschluss dort. Iver Fossum, Kenan Karaman und Miiko Albornoz konnten zeigen, was für tolle Fußballer sie sind. Auch wenn Spiele gegen Bochum, Bielefeld und Dresden nicht gewonnen werden konnten, so war der Plan auf lange Sicht erfolgsverbrechend. Doch irgendetwas muss vor dem Union-Spiel, oder nach dem St.Pauli-Spiel passiert sein. Hannover wich von dem vorherigen Plan mit mehr als nur einem spielstarkem Spieler im Zentrum ab.

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Ergebnisse kaschierten Entwicklung

Warum eigentlich? Fortan wurden die Auftritte qualitativ schlechter und die Gegner fanden Lösungen gegen unseren 4-4-2 Plan. Zunehmend wurde der Ball ins letzte Drittel gebolzt, ohne so richtig zu wissen was danach folgen sollte oder musste. Der Nachwuchsspieler Noah Joel Sarenren Bazee kam nach seiner Verletzung zurück in die Startformation und zog sein Ding durch. Dafür wurde er zu dem Zeitpunkt schon als der CR7 von der Leine gefeiert wurde. Schnell ist er und seine (ab und an) scharfen Hereingaben sind ganz bestimmt irgendwann mal nützlich, aber nicht von Beginn an. Trotz aller spielerischen Ebbe, konnten wichtige Punkte eingefahren werden, die eine weitere Beschäftigung des Cheftrainers über die Winterpause hinaus rechtfertigen konnten.



Nur „Roter“ reicht nicht

Doch dann kam die Rückrunde und die Punkte blieben nun aus. Der absolute Tiefpunkt: Die 0:2 Niederlage beim Tabellenvorletzten aus Karlsruhe. Daniel Stendel ist mit absoluter Sicherheit ein Typ, der sich mit dem Verein identifiziert. Aber ob er ein guter Trainer ist ,der eine Mannschaft langfristig weiterentwickeln kann und mit der Zeit geht, lasse ich mal offen. Wie in den letzten Stunden übermittelt wurde, steht er auch bei der Mannschaft nicht mehr gut da. Menschliche Defizite, zu intensive Trainingsmethoden und die taktische Ausrichtung des Trainers wurde offenbar schon auf der Rückfahrt vom Mannschaftrat  angesprochen.

Überraschende Wendung





Die Konsequenz war ein Krisengesrpäch mit allem was dazugehört. Trainer und Vorstand trafen sich gestern im Business Hotel Kokenhof  (Großburgwedel) . Als die Gespräche beendet waren und alle mit der Freistellung des Trainers rechneten, wusste man mal wieder zu überraschen, in dem man die Sportliche Führung rund um Martin Bader und Christian Möckel entließ. Wenig Später teilte Hannover 96 mit, dass Horst Heldt mit sofortiger Wirkung neuer Sportdirektor unserer Roten ist. Ob er nun in seiner ersten Amtshandlung den Trainer entlässt, bleibt abzuwarten: 



Fakt ist jedoch, dass Daniel Stendel die Mannschaft vor weniger als einem Jahr übernahm, als sich am fußballerischen Abgrund befand und es vollbracht hat, sie mehr oder weniger dort wieder hinzubringen. Denn das, was in Karlsruhe passiert ist, war der Abgrund.


Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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