War der Stuttgart-Sieg die Wende? Was beim 3:1 gegen den VfB auffällig war

Genki Haraguchi leistete eine Torvorlage.

Es wäre ja auch wirklich verflixt gewesen, wenn Hannover 96 nicht im siebten Spiel der Saison der erste Sieg gelungen wäre. Die Erleichterung war deutlich zu spüren bei Mannschaft, Trainerteam und Fans: Mit einem 3:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart gelang endlich der Befreiungsschlag. Und nicht nur das: Der erste Sieg in der aktuellen Bundesliga-Spielzeit hatte den angenehmen Zusatzeffekt, dass die „Roten“ die Rote Laterne an die Schwaben weiterreichten – und außerdem vom 18. Tabellenplatz auf Rang 16 hüpften. Die Gründe für den Knotenplatzer sind vielfältig.

Nach zuletzt zwölf Gegentoren in den vergangenen vier Spielen galt es zunächst, als Basis für eine stabile Defensive zu sorgen. In der Abwehr hatte sich Trainer André Breitenreiter für eine Formation entschieden, auf die man nicht unbedingt hätte wetten wollen: Neben Waldemar Anton agierten Felipe und Josip Elez in einer Dreierkette.

Für Elez war es der erste Einsatz von Beginn an. Und der Kroate nahm sich offenbar die Worte seines Coaches zu Herzen. Breitenreiter hatte im Vorfeld der Partie gesagt, dass der Ball auch mal mit Langholz geklärt werden könne – statt ihn beim Versuch der spielerischen Lösung in gefährlichen Zonen zu verlieren. Elez setzte dies in die Tat um, beizeiten lebten die Zuschauer im Unterrang der Osttribüne gefährlich. Unterstützt wurde die Abwehrreihe oft durch Ihlas Bebou, der viel nach hinten arbeitete und mit seiner Schnelligkeit einige Situationen entschärfte, oft genug agierte er als Außenverteidiger einer Viererkette.

Im Mittelfeld war die Planung von Breitenreiter schnell über den Haufen geworden, nach weniger als einer Viertelstunde musste er den verletzten Takuma Asano vom Platz holen. Für den Japaner kam Landsmann Genki Haraguchi aufs Feld. Und der 27-Jährige kam mit zunehmender Spielzeit immer besser und auch selbstbewusster in die Partie, gewann viele Zweikämpfe und verdiente sich sogar in der zweiten Halbzeit bei einer technisch feinen Ablage per Hacke Szenenapplaus. Zudem legte er das 3:1 von Bebou vor. Es war nicht die einzige Torvorlage, die von einem Mittelfeldspieler kam: Miiko Albornoz bereitete zwei Tore vor. Dass der Chilene im Mittelfeld besser aufgehoben ist als in der Abwehr, zeigte sich nicht nur in dieser Partie.

Im Angriff war Bobby Wood natürlich der überragende Mann. Zwei Tore, beide per Kopf – nach einer schweren Zeit in Hamburg dürfte dem Amerikaner dieser Doppelpack gut tun. Beinahe hätte Wood sogar noch einen dritten Treffer mit dem Kopf erzielt, Ron-Robert Zieler verhinderte dies aber in der zweiten Halbzeit mit einer starken Parade. Und wie unverzichtbar Niclas Füllkrug für die Mannschaft ist, kann man nicht in Toren aufwiegen. Der Sturmführer ging leer aus. Mit seinem Zweikampf gegen Holger Badstuber, als er ins Straucheln kam und den Ball trotzdem behauptete, leitete er jedoch das 1:0 ein. Zudem gewann „Fülle“ gefühlt jedes Kopfballduell. Ein Tor, das ihm in der zweiten Halbzeit bei zwei guten Chancen verwehrt blieb, wäre der gerechte Lohn gewesen: Schließlich hielt Füllkrug das komplette Spiel durch, nachdem er nach seiner Verletzung aus dem Frankfurt-Spiel angeschlagen war.

Eigentlich müsste es jetzt für 96, um den Schwung des ersten Siegs mitzunehmen, sofort weitergehen – die Bundesliga-Pause wegen der Länderspiele lässt dies jedoch nicht zu. Vor allem für Niclas Füllkrug dürfte die Pause jedoch zur Regeneration ideal sein.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.