Unkonzentrierte 96-Abwehr verteidigt vogelwild – Esser mit Paraden am Fließband

Er war mit Abstand der beste Mann gegen Hoffenheim: Michael Esser. Foto: Getty Images

Hannover – Wie soll mit solchen Abwehrleistungen der Klassenerhalt gelingen? Diese Frage stellten sich nicht nur die rund 600 mitgereisten 96-Fans. 

Für Hannover 96 rückt der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga immer näher. Die chancenlosen Niedersachsen unterlagen am 22. Spieltag 0:3 (0:2) bei der TSG Hoffenheim und bleiben damit Vorletzter. Hannover, das noch nie in Hoffenheim gewonnen hat (acht Niederlagen, zwei Remis), wartet seit mittlerweile 23 Spielen auf einen Auswärtssieg.

Der Brasilianer Joelinton (4.), der Algerier Ishak Belfodil (14.) und Kerem Demirbay (80.) trafen für die Hoffenheimer, die nach fünf Heimspielen ohne Dreier wieder einen Sieg landeten. Dass gegen 96 wieder ein Erfolg zu Hause gelang, kommt nicht von ungefähr – gegen kein anderes Team haben die Kraichgauer häufiger gewonnen (13 Siege).

Die 23.404 Zuschauer mussten nicht lange auf die Führung der Gastgeber warten. Joelinton nutzte die „Vorarbeit“ von Hannovers Außenverteidiger Julian Korb zu seinem sechsten Saisontor. Korb hatte mit einem katastrophalen Kopfball die Hoffenheimer zur Führung eingeladen.

Nach dem Rückstand wurde Hannover fast an die Wand gespielt. Die Hoffenheimer, die ohne Dennis Geiger, Ermin Bicakcic, Benjamin Hübner, Lukas Rupp und den gesperrten Florian Grillitsch auskommen mussten, waren dem zweiten Treffer schon in den ersten zehn Minuten sehr nahe.

Die Gäste, bei denen der von Hoffenheim ausgeliehene Kevin Akpoguma, Linton Maina, Edgar Prib, Ihlas Bebou und Niclas Füllkrug fehlten, brachten so gut wie nichts zustande. Das zweite Gegentor durch Belfodil nach einem Freistoß von Demirbay war keine Überraschung.

Obwohl Hannover zeitweise mit allen Spielern um und im Strafraum verteidigte, fanden die Kraichgauer immer wieder Lücken. Die ersten 25 Minuten offenbarten einen Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften. Erst in der 26. Minute verbreitete Abwehrspieler Kevin Wimmer einen Hauch von Gefahr vor dem TSG-Tor.

Auf der Gegenseite traf Demirbay in der 41. Minute die Latte. Mit dem Zwei-Tore-Rückstand zur Pause war Hannover gut bedient. Die Vorstellung der Gäste hatte nichts mit Bundesliga-Fußball zu tun.

Nach 65 Sekunden der zweiten Hälfte vergab Joelinton die große Chance auf den dritten TSG-Treffer. In der 49. Minute hielt Esser in großartiger Manier einen Belfodil-Kopfball. Danach hatte Hoffenheim fast im Minutentakt Möglichkeiten.

Nico Schulz traf die Latte (55.), Nadiem Amiri konnten den Abpraller nicht verwerten. Zwei Minuten später scheiterten Amiri und Joelinton. In der 67. Minute vergab Andrej Kramaric. 96 war hoffnungslos unterlegen. Das brachte das dritte Tor durch Demirbay zum Ausdruck.

Ein Blick auf die Statistiken zeigt Hannovers Problem: Nur 41% gewonnene Zweikämpfe, jeder vierte Pass ein Fehlpass (23% Fehlpässe), weniger Laufleistung und – trotz Abstiegskampf – nur sechs Foulspiele (Hoffenheim: 16 Foulspiele). Weniger Biss geht kaum. Die Spieler haben den Abstiegskampf mit wenigen Ausnahmen immer noch nicht angenommen.

4 Kommentare

  1. …peinlich,blambel, so schlecht ohne kampfgeist habe ich 96 noch nie gesehen…60% der Spieler haben noch nicht mal 2. Liga_Niveau….davon die vier Außenverteidiger….der Karder wurde vllkommen überschätzt……und falsch ergänz…..2.Liga wir kommen—-

  2. Es gibt kein "vogelwild". Diesen Schwachsinn hat Andreas Müller als Schalke-Manager abgelassen, da ihm der Begriff "aufgescheuchter Hühnerhaufen" für die Schalker Abwehr nicht einfiel.

  3. Nun, immer das Fouls fordern ist schon ein bisschen albern. Haben wir doch diesmal wieder gesehen, was wir davon haben: Felipe sticht raus, klärt eigentlich schon mit dem Fuß, muss aber den Gegner gleich noch unnötig umreißen. 

    Und dann?

    Freistoß, Gegentor.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.