Trotz der geklauten Punkte: Drei Lichtblicke bei Hannover 96

Über die geklauten zwei Punkte wurde sich bereits ausreichend beschwert, Fakt ist, 96 hätte den Sieg aufgrund der Mannschaftsleistung verdient gehabt! Grund für diese deutliche Leistungssteigerung war eine taktische Raffinesse von Coach Breitenreiter und das Wiedererstarken bereits abgeschriebener Spieler…

Auch wenn sich der Punktgewinn am Ende wie eine Niederlage anfühlt, das Unentschieden in Mainz war wichtig für die Moral und das Selbstvertrauen der Mannschaft. Man agierte vor allem in der ersten Halbzeit souverän und die so lange abhanden gewesene Kaltschnäuzigkeit kehrte zurück. Insbesondere die hohen Bällen in den freien Raum überforderten die Mainzer, die Taktik von André Breitenreiter ging voll auf: Während er bei gegnerischen Angriffen mit einer 5er-Kette gegen den Ball spielen ließ, wechselte man im Umschaltspiel auf eine 3er-Kette. Matthias Ostrzolek und Genki Haraguchi rückten dann ins Mittelfeld vor. Das Umschaltspiel, welches unter Mirko Slomka zu Hannovers absoluten Stärken zählte, scheint an der Leine wieder angekommen zu sein.

Darüber hinaus krempelte der Trainer die Mannschaft um, gleich auf 7 Positionen wurden Veränderungen vorgenommen. Besonders überrascht haben die beiden Japaner Takuma Asano und Genki Haraguchi, sowie, wie sollte es auch anders sein, Hendrik Weydandt.

Das japanische Duo hat sich die Kritik zu Herzen genommen
Die beiden Neuzugänge Asano und Haraguchi wurden zuletzt stark kritisiert, sowohl vom Trainerstab als auch vom Vorstand. Man gab ihnen deutlich zu verstehen, dass man mit den bisherigen Leistungen nicht zufrieden sei und es so nicht weitergehen kann – die Kritik scheint bei beiden angekommen zu sein. Gegen Mainz zeigten die beiden ihre mit Abstand beste Saisonleistung und überforderten ihre Gegenspieler.

Takuma Asano konnte gegen Mainz endlich überzeugen – hat er die Chance auf einen dauerhaften Stammplatz?

Takuma Asano lief im offensiven Mittelfeld auf und wusste vor allem mit seiner Schnelligkeit zu überzeugen. Der 24-Jährige fungierte als Ballverteiler und mit seiner Quirligkeit zog er die Mainzer Defensive auseinander. In der zweiten Halbzeit scheiterte er im Eins gegen Eins am gegnerischen Keeper, er hätten zum absoluten Matchwinner werden können. Ab und zu ist der 24-Jährige noch zu flink unterwegs und vertändelt den Ball, nichtsdestotrotz ist er einer der drei Gewinner!

Noch stärker spielte sein Landsmann Genki Haraguchi. André Breitenreiter stellte ihn erstmals in die Defensive Abwehrreihe, beim Umschaltspiel rückte er ins Mittelfeld vor. Ihn hinten rechts aufzustellen war riskant, denn die bisherigen Zweikampfwerte von Haraguchi waren alles andere als gut – etwas überraschend erledigte er seinen Job mit Bravour und stellte Shootingstar Jean-Phillippe Mateta vor große Probleme. Auch der Positionswechsel ins rechte Mittelfeld funktionierte einwandfrei. Viele Angriffe gingen von ihm aus und in 12. Minute bereitete er den Führungstreffer von Weydandt vor. Haraguchi hat sich erneut ins Rennen um einen Startelf-Platz gebracht.

Zu guter Letzt wäre da noch Hendrik Weydandt.

Das erste Mal von Beginn an und direkt Eingenetzt – Hendrik Weydandt bleibt Hannovers Märchen-Stürmer

Mit seinem ersten Startelfeinsatz hat er dem Bundesligamärchen schlechthin ein neues Kapitel hinzugefügt – bis zu seinem dritten Saisontreffer dauerte es lediglich 12 Minuten. Weydandt ersetzte den zuletzt formschwachen Bobby Wood und erledigte seinen Job hervorragend, nicht umsonst wurde er zum „Man of the Match“ gewählt. Neben seinen gefährlichen Abschlüssen war vor allem seine körperliche Präsenz eine Waffe im Duell gegen Mainz. Dank seiner Größe hatte er gegen die gegnerischen Verteidiger oftmals leichtes Spiel, wenn es darum ging die hohen Bälle anzunehmen. Mit seiner Antrittsgeschwindigkeit und seiner Ballkontrolle fungierte er dann als offensive Brechstange. Wenn „Henne“ an diese Form anknüpfen kann, wird er wohl der zweite, dauerhaft gesetzte Stürmer bei Hannover 96 werden.

 

 

 

 

 

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