Wie schlimm ist die Spaltung der 96-Fans wirklich?

Bericht eines Nordkurven-Fans

Foto: firo Sportphoto/firo Sportphoto/SID/firo Sportphoto/ Fabian Simons.

Hannover – Seit sich der harte Kern der 96-Fans in einem Stimmungsboykott befindet, leidet die Atmosphäre bei Heimspielen immens. Gegen Frankfurt gibt es kaum Anfeuerungen von den Zuschauern. Anfeindungen auf den Rängen nehmen dafür zu.

Ein Bild aus besseren Tagen: 120 Jahre Hannover 96: Eine großartige Choreo der Hannover-Fanszene. Foto: Magnus Weidke

„Kind muss weg“ gegen „Ultras raus“

Die Stimmungsblöcke N16/17 befinden sich seit Saisonbeginn im Stimmungsboykott. In den ersten Heimspielen kam es immer wieder zu Gesängen gegen Klubchef Martin Kind. Auf Rufe wie „Kind muss weg“ regierten große Teile der anderen Zuschauer mit „Ultras raus“-Rufen. Die Boykotteure verzichten seit zwei Heimspielen auf Schmähungen des Präsidenten.

Frieden auf den Tribünen? Im Gegenteil!

Dennoch verschlechtert sich die Stimmung untereinander merklich. Die Spaltung auf den Rängen wird immer größer. Das zeigt der Bericht eines Fans aus der Nordkurve. „Ich stehe mit anderen Leuten zusammen im Nord-Unterrang. Wir hatten heute das Vergnügen, das gesamte Spiel mit Papierkugeln, Gummibärchen und auch Bierbechern beworfen zu werden“, berichtet 96-Fan Nils gegenüber 96Freunde.de.

Ober- gegen Unterrang?

Gibt es da einen Kampf zwischen Ober- und Unterrang? Nils ist davon überzeugt: „Es gibt Provokation gegen den Unterrang. Es ist ja auch kein Geheimnis, dass die Ultras uns unten bestenfalls für „Kunden“, „Klatschpappen“, oder ähnliches halten.“ Was ist da dran? Wir fragen nach: „Es gibt nichts „Politisches“ zwischen oben und unten“, heißt es von einem Besucher der Blöcke N16/17. „Bierbecher habe ich auch nicht gesehen“, so der aktive Fan weiter, „Da wären die Schmeißer auch zur Rede gestellt worden. Das wird nicht akzeptiert. Es wurden allerdings Banner-Reste geschmissen. Doch auch da ist eine Ansprache erfolgt.“

Spaltung zwischen den Fans

Für Nils kommt es allerdings immer weiter zum Auseinanderdriften der einzelnen Fraktionen im Stadion: „Ich merke bei mir im Block nur, dass der Riss in der Fanszene schon da ist.“ Worin sieht er die Gründe? „Vor allem am Verhalten aus dem Oberrang. Die Fans dort äußern sich wirklich unfassbar abfällig gegenüber allen anderen, die nicht bei ihnen mitziehen.“

Fanszene gelingt Abholen nicht

Scheint als gelinge es der aktiven Szene nicht, trotz der abgehaltenen Fantreffen, die breite Masse abzuholen. Für Nils kein Wunder: „Sie verhalten sich definitiv anders, als sie es auf den Fantreffen postulieren. Das ist der Knackpunkt.“ Wie kann es da weitergehen? Für den Fan aus dem Oberrang ziemlich einfach: „Winkt die DFL den Antrag von Martin Kind (Erteilung einer Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel, Anm. d. Red.) durch, war es das für mich.“ So sehen das viele aus der Szene. In Bezug auf das Anfeuern der Mannschaft wäre das ein herber Rückschlag. Auch wenn Fans wie Nils aus dem Unterrang Stimmung machen wollen.

3 Kommentare

  1. "…Die Boykotteure verzichten seit zwei Heimspielen auf Schmähungen des Präsidenten."

    Das stimmt leider nicht. Nur gegen Köln hat man sich an der Abmachung gehalten aber am letzten Samstag (in den ersten 10, 15 Minuten des Spiels) wurde wieder laut und deutlich  an Mutter von Martin Kind gedacht.

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