Nach dem irregulären 0:1 zünden die Bayern den Turbo – Hannover 96 jetzt Letzter

Kapitän Waldemar Anton (l., mit Hendrik Weydandt) hat zurzeit nicht viel Grund zur Freude. Foto: Getty Images

Hannover – Bayern München hat seine Aufholjagd auf Tabellenführer Borussia Dortmund spektakulär fortgesetzt.

Beim völlig überforderten Abstiegskandidaten Hannover 96 kam der Titelverteidiger zu einem nie gefährdeten 4:0 (2:0)-Sieg und landete damit in der Liga den dritten Dreier in Serie. Die Niedersachsen rutschten auf den letzten Tabellenplatz ab. Hannover 96, seit sieben Jahren ohne jeglichen Punktgewinn gegen den Meister, war chancenlos und hätte sich über eine noch höhere Niederlage nicht beschweren dürfen. Daran änderte auch die lautstarke Unterstützung der 49.000 Zuschauer in der ausverkauften WM-Arena am Maschsee nichts.

Ein schnelles Tor von Joshua Kimmich (2.) leitete den Erfolg der Gäste ein. Nach nur 64 Sekunden war der Nationalspieler mit einem Flachschuss erfolgreich. Mit einer artistischen Vorlage hatte Thomas Müller in seinem 300. Bundesligaspiel diesen Treffer vorbereitet. Allerdings wurde Hannover 96 vom Schiedsrichter überrumpelt: Dem Tor ging ein Einwurf für Bayern München voraus, der eigentlich Hannover zugestanden hätte. Doch während sich die 96-Spieler noch über die Einwurfentscheidung wunderten, hatte Müller den Treffer von Kimmich bereits eingeleitet.

Mit einem fulminanten Distanzschuss traf David Alaba in der 29. Minute zum zweiten Mal für den FC Bayern. Zuvor hatte Hannover 96 einen Eckball schlecht verteidigt. Es war ein Tor, das in die Kategorie „Tor des Monats“ gehört. Kurz vor der Halbzeit hätte Weydandt beinahe das 1:2 erzielt, doch sein Kopfball nach feiner Flanke von Haraguchi ging ans Lattenkreuz.

In der 53. Minute baute Serge Gnabry den Vorsprung der Münchner weiter aus. Auch bei diesem Gegentor war 96-Schlussmann Michael Esser machtlos, mit mehreren Paraden verhinderte der Keeper eine noch deutlichere Niederlage. Per Kopfball setzte Robert Lewandowski (62.) mit seinem zehnten Saisontor den Schlusspunkt in einer einseitigen Partie. Hannover 96 zeigte enorme Schwächen in der Verteidigung. Wimmer leistete sich einen katastrophalen Fehlpass, der jedoch folgenlos blieb. Einmal mehr bewahrheitete sich die Prognose, die Breitenreiter bereits vor der Saison getroffen hatte, die aber von Heldt und Kind ignoriert wurde: Hannovers Innenverteidigung ist nicht erstligareif.

Der frühe Gegentreffer war Gift für das Selbstvertrauen der Norddeutschen. Die 96-Aktionen wirkten ängstlich und waren in den meisten Fällen von den Münchnern leicht zu unterbinden. Dem in die Startformation zurückgekehrten Mats Hummels wurde das Comeback leichtgemacht. Nach zwei Unsicherheiten in der Anfangsphase agierte der Weltmeister von 2014, für den diesmal Jerome Boateng zunächst auf der Auswechselbank Platz nahm, souverän und mit viel Übersicht, ohne wirklich gefordert zu sein. Obwohl er ohne eigenen Torerfolg blieb, wusste Kingsley Coman besonders zu glänzen. Der Franzose beschäftigte mit seinen Dribblings die komplette Hannoveraner Hintermannschaft und schuf Räume für seine Nebenspieler. Bei seiner Auswechslung in der 73. Minute erntete er Szenenapplaus.

96-Trainer Andre Breitenreiter reagierte schon beim Wiederbeginn auf die eklatante Sturmschwäche und ersetzte den gelbbelasteten Brasilianer Felipe durch Offensivkraft Linton Maina. Es änderte sich jedoch nichts. Die Truppe von Coach Niko Kovac dominierte das Geschehen auf dem Rasen, spätestens nach dem 0:3 war die Partie gelaufen. Lichtblick für Hannover 96: Waldemar Anton (bisher vier gelbe Karten in dieser Saison) kassierte keine weitere gelbe Karte, so dass er beim wichtigen Spiel gegen den SC Freiburg dabei sein kann.

3 Kommentare

  1. so schwach, so kraftlos, so ohne Willenskraft, ohne jegliche Leidenschaft- nein mein Verein 96..anstatt die Ehre im Leib zu halten, der 2.Liga entkommen zu sein, geht ihr mit grossen Schritten zurück..So verspielt ihr alles und alle, die an euch geglaubt haben..

     

  2. Wieder so ein Spiel zu vergessen, nicht weil wir wie erwartet unterlegen waren, sondern selbstverständlich die deprimierende Art und Weise.

    1 Tor in erster Minute.

    1. gelbe Karte des Spiels nach 12 Minuten (selbstverständlich für Felipe).

    Bei den seltenen begonnenen Aktionen nach vorne in den ersten 30 Minuten fehlten uns entweder ein  paar cm oder eine viertel Sekunde.

    Und so wurde nach und nach alles immer einseitiger.

    Bei allem nötigen Respekt, aber dauernd dieser unverständliche vergebliche Versuch  mit vier Gegenspielern  aufzunehmen (Beispiel; Asano oder Muslija oder…).

    Fülle macht den Eindruck, als ob er immer noch Schmerzen hätte, da (nicht nur)er irgendwie langsam und nicht so richtig bei der Sache ist.

    Die Abwehr wieder total verunsichert und voller Löcher mit den haarsträubenden Fehlern. Erstaunlich wie wir es dauernd schaffen, eigenständig aus ungefährlichsten   Situationen hundertprozentige Chancen für die Gegner zu kreieren. Dennoch war es in der Schlussphase sympatisch, dass Elez immer wieder sich bemerkbar machte und den Ball verlangte, wo er dann ein paar gute lang bzw diagonal Pässe nach vorne gespielt hat.

    Traurig zu beobachten, dass eine Mannschaft, die erst vor drei Tagen so ein intensives Spiel hatte, viel kraftvoller und fitter als unsere war. 

    Auch wenn wir gefühlt so einen irregulären Mist mindestens einmal pro Spiel bekommen, dürfen wir doch nicht so schnell aufgeben.

    Wovor habt ihr Jungs denn Angst? Schlechter kann es wirklich nicht werden.

    Jedoch trotz katastrophalen Ergebnissen und Platz 18 werdet ihr von allen Seiten -Verein, Fans, Stadt- unterstützt, also tief Luft holen, aufstehen und den Kampf richtig aufnehmen!

    Sich das hier anschauen und ein Beispiel nehmen! https://youtu.be/-JjIHW29IUk

     Auf geht's!

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