Matchwinner Füllkrug erneut enttäuscht von Fans

Nach dem Spiel platzte dem Matchwinner der Kragen. Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Niclas Füllkrug macht mit seinem Dreierpack gegen Mainz aus einem 0:2 ein 3:2 für Hannover 96. Während sein Manager am Sonntag versucht die Wogen zu glätten, zeigt sich der Angreifer enttäuscht von der Reaktion auf den Tribünen und findet erneut deutliche Worte.

Nach dem Spiel platzte dem Matchwinner der Kragen. Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images.

Füllkrug sauer

Schon in der Vergangenheit hatte sich 96-Stürmer Niclas Füllkrug mit deutlichen Worten ein Umdenken bei den schweigenden 96-Fans gewünscht.


Füllkrug nimmt sich Boykotteure zur Brust

Nach dem Spiel treffsicher: Füllkrug nimmt Fans Maß


Das wiederholte sich auch nach seiner Galavorstellung beim 3:2 gegen den FSV Mainz 05. Der 24-Jährige war richtig sauer auf den eigenen Anhang.

„Hatten genug Aufmerksamkeit“

„Es ist enttäuschend. Letztes Jahr wurde hier noch ein Lied von mir gesungen, das war natürlich ein anderes Gefühl“, erklärte der gebürtige Hannoveraner nach dem Schlusspfiff gegenüber Sky. Hinterher redete er sich regelrecht in Rage. „Die haben genug Aufmerksamkeit bekommen. Wir müssen uns scheinbar daran (an das Schweigen, Anm. d. Red.) gewöhnen“, fuhr Füllkrug fort.

Fans wollen 50+1 in Hannover erhalten

Hintergrund seiner Worte ist der Kampf von 96-Fans gegen die komplette Übernahme ihres Lieblingsklubs durch Präsident Martin Kind. Vor dem Spiel am Samstag beteiligten sich knapp 2.000 Anhänger an einer Demonstration für den Erhalt von 50+1 in Hannover.


Das sind die Regeln für die 96-Fandemo


Dabei zogen sie lautstark vom Opernplatz bis zum Stadion. Während der Partie fuhren sie dann mit ihrem Stimmungsboykott fort.

Kind spielt auf Zeit

Die Situation in Hannover ist zerfahren. Zuletzt hatte die Fanszene dem Klub ein Angebot unterbreitet. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion sollen Fragen in Bezug auf die geplante Übernahme besprochen und geklärt werden. Martin Kind zeigte sich bei Sport 1 ebenfalls grundsätzlich gesprächsbereit: „Wir sind bereit zum Dialog, das wird sich entwickeln.“ Der Klubchef spielt offenbar auf Zeit. Denn bereits in der kommenden Woche soll die DFL über seinen Antrag zur 96-Übernahme entscheiden. Zu wenig Zeit, um einen Termin mit der Fanszene zu finden.

5 Kommentare

  1. Flugblätter und Demos finde ich vollkommen okay.

    Der permanente Stimmungsboykott jedoch ist leider richtig destruktiv und ein „Schnitt ins eigene Fleisch“. Er bestraft die Spieler und die Mannschaft, die keinen Einfluss auf die 50+1 Regel haben. Er sorgt für eine Spaltung in den Fan-Lagern, anstatt argumentative Überzeugungsarbeit zu leisten und dadurch breitere Unterstützung zu finden.

    Der Stimmungsboykott wirkt zunehmend abstoßend und baut mehr und mehr Ablehnung und Unverständnis auf, je länger er dauert, obwohl das eigentliche Anliegen durchaus nachvollziehbar ist: eine dauerhafte Mitbestimmung von Verein, Mitglidern und Fans.

    Parolen wie „Kind muss weg“ sind dabei allerdings wenig hilfreich und wirken eher dümmlich. Jeder weiß doch, dass „Kind(er) unsere Zukunft sind“! 😉

  2. Ich finde die ganzen Aktionen mittlerweile zum kotzen und wenig hilfreich. Kind wird am Ende sich durchsetzen. Der Verein.  wird weiterhin seriös geführt werden wie bisher und zukünftig, mit besseren finanziellen Möglichkeiten ausgestattet, seinen erfolgreichen Weg in der BL fortsetzen. Wer glaubt von den Ultras, dass ihre Aktionen etwas bewirken werden, lebt in einer anderen Welt. Ihre Welt ist von Hass und Gewalt geprägt und hat mit Fan-Kultur nichts zu tun. Ich würde mir wünschen wenn die 96 Spieler zukünftig die Fankurve demonstrativ meiden und statt dessen den restlichen 95 Prozent der Fans ihren Respekt zollen. 

  3. „knapp 2.000 Anhänger“

    Man, das wird mit jedem Text zum Thema besser. Auf den Fotos sieht man ein paar hundert, die Presse konnte man dazu bringen von knapp 1000 zu schreiben und hier sinds nun schon 2000. In 2-3 Wochen ist dann wohl das ganze Stadion vor dem Spiel auf den Beinen gewesen.

    Wenn sich schon die Lokalpatrioten unter den 96 Spielern so deutlich positionieren – vielleicht sollte man dann mal über seinen eigenen Standpunkt nachdenken.

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