Macht es wie damals: Mit diesen Umstellungen will man das nächste Erfolgserlebnis in Sandhausen einfahren

Wir schreiben den 21.05.2017, Hannover 96 „gastiert“ beim SV Sandhausen. Die 60. Minute dürfte für immer großen Anklang in der Vereinsgeschichte finden: Florian Hübner erzielt per Kopf den 1:1-Ausgleich, der direkte Wiederaufstieg war somit besiegelt. Es folgte eine riesige Ekstase auf fremden Terrain. Allein aus diesem Grund dürfte Sandhausen froh sein, dass es sich heute um ein Geisterspiel handelt. Die Erinnerungen an den SVS sind aus 96-Sicht also mehr als positiv, heute gilt es jedoch den Unentschieden-Fluch (alle drei bisherigen Duelle endete Remis) zu beenden.

Hannover 96 kassierte gegen Karlsruhe einen kleinen Dämpfer, dennoch ist der Spirit keinesfalls verbraucht. Die Serie ohne Niederlage hält nun seit vier Spieltagen an, die Ausbeute von zehn Punkten dürfte die Fans und die Vereinsführung definitiv zufriedenstellen. Der neunte Tabellenplatz scheint die ersten Abstiegssorgen vergessen zu machen. Für die kommenden Partien kann sich Hannover 96 eigentlich nur selbst im Weg stehen. Man darf keinesfalls überheblich werden und von einem „Spaziergang“ bis zum Klassenerhalt ausgehen. Aber sind wir mal ehrlich: Kenan Kocak hat definitiv die nötige Motivation und wird diese an sein Team weitergeben können. Der Coach gibt sich konsequent, wer nachlässt, fliegt aus dem Kader. Dieses harte Durchgreifen hat sich bis dato absolut bezahlt gemacht, warum also sollte sich dies in den letzten Spielen ändern? Ein Motivationsproblem ist also definitiv nicht in Sicht.

Problem hingegen ist die Außenverteidigung, allen voran die Position von Julian Korb. Ausgangspunkt für den Gegentreffer gegen Karlsruhe war sein eher schlechtes Zweikampfverhalten, auch beim Sieg in Osnabrück sah er nicht gut aus. Die Gefahr, welche über ein solch fehlerhaftes Verhalten entsteht, ist zu groß. Auf der Rechtsverteidiger-Position ist eine Änderung nötig, die muskulären Probleme von Sebastian Jung kommen natürlich sehr ungelegen. Den Roten fehlen die Alternativen, Kocak sollte daher auch eine taktische Umstellung, eventuell auf eine Dreierkette, in Betracht ziehen. Mit Marcel Franke hat sich ein weiterer Innenverteidiger zurückgemeldet, somit könnte man einen stabilen Dreierverbund, bestehen aus Elez/Hübers/Franke ins Rennen schicken. Ein weiteres Argument für die Umstellung wäre die jüngste Angriffsschwäche des Gegners. In den ersten drei Spielen seit der Corona-Pause erzielte Sandhausen nur zwei Tore. Im letzten Drittel fehlt die Konsequenz. Auch die doppel-Sechs Kaiser/Anton dürfte einen wesentlichen Teil zur defensiven Stabilität beitragen. Allen voran der zuletzt eifrige Kaiser kann zu einem Matchwinner werden. Gegen Karlsruhe konnte er alle seine defensiven Zweikämpfe gewinnen, mit einer 74-prozentigen Passquote war er zudem sehr wichtig für das Aufbauspiel. Mit einer ähnlich guten Leistung dürften die Sandhäuser zu kämpfen haben.

In der Offensive muss man derweil wieder auf Linton Maina bauen. Der Shootingstar wurde gegen Karlsruhe geschont, heute ist man jedoch auf seine Schnelligkeit auf dem rechten Flügel angewiesen. Mit Paqarad (LV der Sandhäuser) hat er einen Gegenspieler vor sich, welcher, ähnlich wie Julian Korb, in Drucksituationen sehr leichte Fehler begeht. Daher könnte der rechte Flügel der Schlüssel zum Erfolg werden. Maina wird die Chance bekommen, seine bisherige Vorlagen-Statistik auszubauen.

Trotz mäßiger Leistungen gegen den KSC sollte man auch heute auf das Duo Weydandt/Ducksch setzen

Im Zentrum sollte man derweil auf das Duo Weydandt/Ducksch setzen. Auch wenn vor allem Letzterer gegen Karlsruhe sehr blass blieb, das taktische Spiel ist heute ein anderes. Es wird viele hohe Bälle geben, außerdem wird ein teils dreckige Abstaubermentalität gefragt sein – über diese Verfügt Ducksch definitiv. Mit 16 Toren und acht Vorlagen ist es eines der besten Duos der zweiten Liga, auf diesen Trumpf sollte man bauen. Mit Guidetti und Teuchert hätte man darüber hinaus zwei qualitativ hochwertige Backup-Optionen.

Ein weiterer Motivationsfaktor dürfte der Trainer höchstpersönlich sein. Kenan Kocak stand bis Anfang Oktober 2018 an der Seitenlinie des heutigen Kontrahenten. Nach vielen Unstimmigkeiten und dem Sturz auf Rang 17 trennten sich die Wege, nun kehrt er also an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der eher schmutzige Abschied dient heute als Ansporn, mit einem starken Auftritt will er seinen ehemaligen Vorgesetzten zeigen, dass er ein Team führen kann. Bis dato können wir dies nur unterschreiben: In seinen ersten 14 Spielen als 96-Coach holte er einen Punktedurchschnitt von 1,57, die Verlängerung seines Vertrages war die wohlverdiente Konsequenz.

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