Wünsche eines 96-Fans für die Aufstiegssaison

Ein Kommentar zum Saisonstart von Hannover 96. (Photo by FIRO/FIRO/SID/)

Vor 90 Tagen waren fast 10.000 Hannover Fans auf dem Weg nach Sandhausen um den Aufstieg einzutüten. Wie wir inzwischen wissen, hielt Philipp Tschauner an dem Tag eine mitreißende Kabinenansprache und auch sonst war es ein rundum gelungener Tag (jaja, der Rasen und die Werbebanden sehen das anders), der mit dem „alternativlosen Aufstieg“ endete. Heute befinden sich rund 2.000 Fans auf dem Weg nach Mainz. Es ist wieder Fußballoberhaus angesagt und auch wenn wir nur ein Jahr weg waren, ist doch alles anders.

Holprige Transferphase

Es liegt eine intensive Sommerpause hinter uns. Seit dem 26. Juni ist die Mannschaft wieder im Training, André Breitenreiter hat seine erste Vorbereitung mit der Mannschaft durchführen können und Horst Heldt kennt inzwischen vermutlich jeden Stürmer Europas, der in der letzten Saison mehr als 5 Mal aufs Tor geschossen hat. Verpflichtet hat er davon noch keinen. Überhaupt hätte man bei einem Aufsteiger denken können, dass Neuzugänge im 4-Tage-Rhythmus vorgestellt werden. Stattdessen gab es gefühlt alle 24 Stunden einen neuen Stürmer, der durch die Zeitungen und Social-Media-Kanäle getrieben wurde. Liaoning FC, PSV Eindhoven, Rubin Kasan, Standard Lüttich, Roter Stern Belgrad und Chicago Fire sollten die abgebenden Vereine sein – und da habe ich bestimmt noch einige vergessen. Gekommen ist bislang keiner. Stattdessen haben wir mit den Ausfällen von Noah Joel Sarenren Bazee und Edgar Prib zwei sehr bittere Löcher in den Kader gerissen bekommen.

Suboptimale Wochen

Es könnte alles etwas besser laufen aktuell. Die auf der letzten Pressekonferenz angekündigten 2-3 Spieler, die noch verpflichtet werden sollen, sind bitter nötig. Der 18-Mann-Kader für das Spiel in Mainz besteht aus drei Neuverpflichtungen, einem neuen Ersatztorwart und ansonsten aus Spielern, die in der letzten Saison 2. Liga gespielt haben. Nicht zwingend eine Besetzung, die für große Jubelstürme sorgt.

„Jubelstürme“ – vielleicht das Stichwort für die Situation neben dem Platz. Auch hier gibt es aktuell mehr Baustellen als gelöste Probleme. Es streitet sich – stellvertretend für eine Vielzahl von Fans – ein Aufsichtsratsmitglied des e. V. mit eben diesem e. V. vor dem OLG Celle. Auf einer Versammlung von rund 500 Fans wurde ein Stimmungsboykott beschlossen, der in Bonn auch durchgesetzt wurde – gleiches ist für heute zu erwarten. Vorher wurden vom e. V. rund 120 Mitgliedsanträge abgelehnt und es kam im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung zu einer Protestkundgebung. Ach, in Burnley randalierten Zuschauer des Gästeblocks – ich hätte es fast schon vergessen.

Man kann die letzten Wochen von Hannover 96 durchaus als suboptimal bezeichnen. Aufstiegseuphorie muss man schon mit ganz viel Einsatz suchen. Neben dem Platz jagt eine Stellungnahme die nächste Gegenstellungnahme und der Kader stellt auch niemanden so wirklich zufrieden.

Perfekte Bedingungen um endlich die Saison zu beginnen. Ich freue mich nämlich trotzdem darauf endlich wieder mit dem Zug durch Deutschland zu fahren, neue und altbekannte Stadien zu besuchen, die 14 Jahre lang antrainierte Spieltags-Routine bei Heimspielen wieder auszuleben (Anpfiff deutlich nach dem Mittagessen) und 34 Spieltage lang wieder zu hoffen, zu leiden und zu jubeln.

Wünsche eines 96-Fans

Ich weiß, dass das jetzt schwierig wird, aber ich wünsche mir, dass es für jeden 96 Fan eine gute Saison wird. Dass am Ende jeder seine eigenen Forderungen ein Stück weit zurückgestellt hat ohne sich komplett zu verlieren. Dass im Mai 2018 jeder ein Stück zufriedener ist als er es heute ist. Und dass wir alle gemeinsam 34 Spieltage erleben, die uns in positiver Erinnerung bleiben. Macht das Beste draus, denn nicht nur Philipp Tschauner und die Mannschaft hatten das Ziel Bundesliga, wir auch.

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