Kocaks Risiko wird belohnt – Stürmertrio im Fokus beim Bochum-Sieg

VfL Bochum verpasst Sprung auf Rang eins (Photo by FIRO/FIRO/SID/)

Der Dienstagabend hätte kaum besser beginnen können. Um 18. 32 Uhr zappelte der Ball das erste Mal im Netz der Bochumer – der Beginn von absolut souveränen 90 Minuten. Die Voraussetzungen ließen böses erahnen: Hannover zeigte sich in Heidenheim geschwächt und harmlos, die kommenden Gäste hingegen gewannen fünf der letzten sieben Spiele, belegten den dritten Tabellenplatz und schlugen jüngst Absteiger Paderborn mit 3:0. Doch es kam anders. Endlich wieder schöner Fußball in der HDI Arena, mutige Spielzüge nach vorne und eine mental starke geschlossene Mannschaftsleistung. Die Belohnung war nahezu folgerichtig. Am Ende stand ein 2:0 gegen den VfL.

Da muss sich der 96-Fan die Augen reiben. Die letzten Wochen strapazierten die Fanseele, einen Augenschmaus vor Weihnachten konnte man nun wirklich nicht erwarten. Doch genau einen solchen gab es heute Abend, beim 2:0 gegen den VfL Bochum überzeugte man sowohl charakterlich als auch mental. Trainer Kocak schien aus der Harmlosigkeit der letzten Wochen gelernt zu haben, denn mit Ducksch, Weydandt und Sulejmani schickte er gleich drei Stürmer von Beginn an in die Partie. Das Ergebnis: Zug zum gegnerischen Kasten, viele Abschlüsse und Tempovorstöße. Gleich der erste Treffer (Sulejmani) war eine Koproduktion der Dreien. In der zweiten Minute entschied Weydandt im Mittelfeld ein Kopfballduell für sich und leitete den Ball präzise weiter. Der Abnehmer, Marvin Ducksch, nahm auf dem rechten Flügel Fahrt auf und spielte am Sechzehner einen schnittigen Pass in die Mitte. Valmir Sulejmani bedankte sich mit seinem ersten Saisontreffer.

By the way. Es war keinesfalls ein Abstaubertor. Der 24-Jährige musste den Ball aus vollem Lauf an dem herausstürmenden Bochum-Keeper vorbeischieben – eine sehenswerte Aktion. Auch in den restlichen Minuten der ersten Hälfte war 96 stets am Drücker und hätte eigentlich mit 3:0 in die Kabine gehen können. Zwar hatte die Kocak-Truppe deutlich weniger Ballbesitz (36 Prozent), allerdings stellte man die Räume geschickt zu und fing mögliche Bochumer Konter frühzeitig ab. Hendrik Weydandt hatte gleich zweimal die Gelegenheit, den Sack vorzeitig zuzumachen. In der 21. Minute scheiterte er mit einem Kopfball an Keeper und Gehäuse, in der Nachspielzeit verpasste er eine Hundertprozentige  im Eins gegen Eins.

Sulejmani zahlte das Vertrauen nach wenigen Minuten zurück und führte die Niedersachsen auf die Siegerstraße

Nichtsdestotrotz hat Hennes Einsatz Respekt verdient. Er ackerte unermüdlich und lief sich sprichwörtlich einen Wolf. Bei mehreren Spielzügen bewies er gute Übersicht, darüber hinaus konnte er seine Qualitäten als sichere Anspielstation unter Beweis stellen. Dies ist natürlich auch damit zu begründen, dass aus dem Halbfeld endlich mal wieder genug Zuspiele in die Spitze erfolgten. Auch dem dritten Stürmer im Bunde, Marvin Ducksch, dürfte etliche Steine vom Herzen gefallen sein. Bei seinem Startelf-Comeback zeigte er eine konstant gute Performance und konnte in der zweiten Halbzeit den Sieg besiegeln. Sein Elfmetertor aus der 60. Minute dürfte dem 26-Jährigen das nötige Selbstvertrauen zurückgegeben haben.

Wie bereits zu erwarten hatte das Abwehr-Duo Hübers/Hult einen großen Anteil an der defensiven Stabilität. Wie schon gegen Heidenheim überzeugte Neuzugang Hult auf der linken Seite, der wiedergenesene Hübers agierte als der dringend benötigte Anker in der Innenverteidigung. Der Kapitän ersetzte den zuletzt schwach auftretenden Basdas, die Umstellung machte sich prompt auf dem Platz bemerkbar. Die frühzeitig anlaufende Abwehrreihe stellte die Bochumer früh zu, sodass nach 90 Minuten nur acht Abschlüsse auf der gegnerischen Seite zu verzeichnen waren.

Das Spiel heute erinnerte an den Saisonstart mit famosen Siegen gegen Düsseldorf und Braunschweig. Das Spiel verbreitete einfach gute Laune – genau das haben wir die letzten Wochen vermisst. Auch Kenan Kocak gebührt ein Lob. Sein taktisches Agieren wurde zuletzt vielseitig kritisiert, heute ist sein durchaus risikoreiches Konzept aufgegangen. Am Freitag geht es bereits weiter, dann muss 96 beim SV Jahn Regensburg ran. Ein versöhnlicher Jahresabschluss muss das Ziel sein.

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