Kind will Übergang im operativen Geschäft vorbereiten: „Hannover 96 braucht einen Neuanfang“

"Direkter Wiederaufstieg ist das Ziel"

96-Klubchef Martin Kind will die Weichen für Hannover 96 neu stellen (Photo by PIXATHLON/PIXATHLON/SID/)

Hannover – Klubchef Martin Kind (75) vom Bundesliga-Schlusslicht Hannover 96 peilt den direkten Wiederaufstieg an – und hofft, im Mai einen neuen Sportdirektor zu präsentieren. Er selbst will den Übergang im operativen Geschäft vorbereiten.

„Wir wollen einen Neuanfang und sind jetzt dabei, Visionen zu entwickeln – auf dieser Basis werden wir dann einen neuen Sportdirektor verpflichten“, sagte Kind. Horst Heldt musste am 9. April gehen. Dem 49 Jahre alten Ex-Nationalspieler, der seit März 2017 für 96 gearbeitet hatte und mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet ist, wurde die sportliche Talfahrt des Klubs zum Verhängnis.

Martin Kind feierte gestern seinen 75. Geburtstag, den er mit der Familie verbrachte. „Für mich ist der 75. Geburtstag wie jeder Geburtstag ein ganz normaler Tag, den ich entspannt mit meiner Familie verbringe“, sagte er im SID-Interview.



Kinds Wunsch für das kommende Jahr: Wieder die Stabilität und Nachhaltigkeit zu bekommen, die man schon einmal mit 14 Jahren Bundesliga am Stück hatte. „96 gehört in die Bundesliga und ist ein wichtiger Faktor für die Stadt und die Region“, sagte der Klubchef.

Seine Leidenschaft für den Verein hat Kind trotz der derzeit schwierigen Phase nicht verloren. „Hannover 96 ist für mich permanente Motivation, Herausforderung und Verantwortung, die ich gern übernehme – sonst würde ich es ja nicht machen. Zu dieser Verantwortung gehört, den Übergang im operativen Geschäft vorzubereiten“, sagte er.

Im Anschluss an diese Übergangsphase würde er in den Aufsichtsrat des Profiunternehmens wechseln wollen, „ohne mich jetzt auf einen Zeitpunkt festzulegen“, sagte Kind.

Kind: „Ich werde den Übergang im operativen Geschäft vorzubereiten“

Trainer Thomas Doll hatte von seiner Mannschaft gegen Mainz „noch mehr Opferbereitschaft, noch mehr Wille, noch mehr Power“ gefordert. Sein Wunsch wurde erhört: Mit Marvin Bakalorz, der sich in vielen Zweikämpfen für das Team aufrieb, mit Hendrik Weydandt, der – für einen Stürmer ungewöhnlich – mit 11,7 Kilometern die zweitgrößte Laufdistanz zurücklegte, mit Edgar Prib, der bei seinem Comeback dem Team einen positiven emotionalen Schub brachte.

„Der direkte Wiederaufstieg ist natürlich das Ziel“

Martin Kind hatte vor dem Spiel die Hoffnung auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga noch nicht aufgegeben. „Wir werden alles versuchen, die noch mögliche Chance auf den Klassenerhalt zu nutzen“, sagte Kind noch am Samstag dem SID. Nach dem Spieltag ist die Chance zwar rechnerisch immer noch da – weil Stuttgart jedoch sein Spiel gegen Mönchengladbach gewann, beträgt der Abstand zum Relegationsrang weiterhin sechs Punkte.

Sollte Hannover 96 den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen, „ist der direkte Wiederaufstieg natürlich das Ziel. Klappt es nicht im ersten Jahr, dann eben im Folgejahr. So oder so braucht Hannover 96 einen Neuanfang“, sagte Kind.

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