„Jetzt hört doch mal alle auf zu meckern!“ Ein Kommentar

Entschuldigung für die derbe Wortwahl:

Aber bei mancher Kritik könnte man zurzeit Brechreiz bekommen.

Ja, natürlich ist es richtig, dass Hannover 96 noch nicht den Zauberfußball spielt, der einst unter Ralf Rangnick in der Aufstiegssaison 2001 zelebriert wurde.

Ja, natürlich herrscht – wie Carsten Linke korrekt in der NP festgestellt hat – Nachholbedarf auf der Sechser-Position und bei den Außenverteidigern (auch wir von 96Freunde haben das thematisiert).

Ja, natürlich sind Arbeitssiege wie gegen Würzburg oder Aue nicht schön anzuschauen.

Aber es sind trotzdem Siege!

Daniel Stendel wird oft kritisiert - meist zu Unrecht, finden wir.
Daniel Stendel wird oft kritisiert – meist zu Unrecht, finden wir. Getty Images

Wer sich zurzeit über Hannovers Auftritte echauffiert, vergisst, dass Hannover eben nicht mit einer eingespielten, intakten Mannschaft aus der ersten Liga abgestiegen ist. Hannover 96 lag nach der gescheiterten Rettungsmission von Thomas Schaaf am Boden. Drei Trainer – Korkut, Frontzeck und mit Schaaf sogar ein gestandener Bundesligatrainer – scheiterten bravourös daran, Erfolg mit dieser Mannschaft zu haben. Und sie konnten dabei noch auf namhafte Spieler wie Zieler und Kiyotake zurückgreifen.

Hannover 96 enttäuschte letzte Saison vollends. Daniel Stendel musste eine Mannschaft komplett neu zusammen bauen. Er hat dafür Spieler aus der eigenen Jugend entdeckt, die zuvor unter Schaaf und Frontzeck nie eine Rolle gespielt hatten. Sarenren Bazee, Waldemar Anton, Fynn Arkenberg, um ein paar zu nennen.

Stendel hat es geschafft, abgeschriebene Spieler wie Klaus oder Karaman weiter zu entwickeln. Stendel versucht nachhaltig zu handeln – und setzt deshalb voll auf die Jugend. Endlich mal ein Trainer, der langfristig denkt, so dass zukünftig nicht über sinnlose, teure Panikkäufe (Almeida lässt grüßen) nachgedacht werden muss.

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Und wie dankt man ihm sein zukunftsorientiertes Handeln?







Mit Nörgelei. 

Die Erwartungshaltung ist brutal hoch. Kann man von einer jungen, frischen, relativ uneingespielten Truppe erwarten, dass sie Gegner plötzlich nach Belieben dominiert? Noch vor wenigen Monaten haben wir gegen Gegner wie Darmstadt oder Augsburg (die spielerisch durchaus mit vielen Zweitligateams gleichzusetzen sind!) ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut. Das sollte man so schnell nicht verdrängen, um die derzeitigen Ergebnisse richtig einzuordnen.

Zumal: Es läuft doch. Hannover spielt um den Aufstieg mit. Wahrscheinlich kann Martin Kinds harte Forderung (vier Siege aus fünf Spielen) sogar erfüllt werden – der erste Sieg gegen Aue ist ja bereits auf dem Konto zu verbuchen.

Und noch ein Gedanke zum Status Quo: Während Braunschweig zurzeit munter Führungen verspielt, hat Hannover bisher noch keine Führung aus der Hand gegeben. Im Gegenteil, die Moral ist so hoch, dass sogar ein 0:2-Rückstand auswärts noch ausgeglichen werden kann.

Am besten lässt sich die derzeitige Diskussion übrigens an einer Zeile in einem Online-Artikel der „Bild“ analysieren:



„Solange 96 gewinnt, macht er [Stendel] nichts verkehrt.“

Während normalerweise Trainer gefeiert werden, sobald sie drei Punkte einsacken, darf sich Stendel also darüber glücklich schätzen, dass er von der „Bild“ nicht kritisiert wird, sondern bescheinigt bekommt, „nichts verkehrt“ zu machen. Aha.

Und was sagt die Boulevard-Presse weiter?



„Aber wehe, die Rumpelanfälle kosten Punkte…“

Eine kaum unverhohlene Drohung steckt in diesen Worten – denn bei einem Nicht-Sieg wird sofort die Trainerdiskussions-Keule ausgepackt.

Von solch pessimistischer Berichterstattung und von der Nörgelei einiger unzufriedener Anhänger sollten wir uns nicht anstecken lassen. Wie schon eingangs gesagt: Natürlich ist noch nicht alles perfekt. Aber Hannover 96 ist unter Daniel Stendel auf einem guten Weg dahin, seine hochgesteckten Ziele zu erfüllen.

Die Lieblingsfolgen vom 96Freunde-Podcast mit Altin Lala, Florian Fromlowitz und Ewald Lienen. Viel Spaß beim Reinhören!

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1 Kommentar

  1. Hey,

    ich kann dir in allen Punkten nur Recht geben. 

    Klar hätte ich mich auch gefreut mehr Tore gegen Aue zu sehen, und auch das wir nicht diese Lücken in der Abwehr gezeigt  hätten, und dadurch Aue zu guten Chancen gekommen ist.

    Es gibt den Spruch:

     

    "Ein  Pferd springt nich höher als es muss" , daher ist doch alles schön.

    Und wir werden mit Stendel und dieser  Mannschaft aufsteigen, auch wenn es mal holprig wird.

     

    OLE OLE 96 Hannover       Niemals allein 

     

     

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