In guter Stimmung nach dem ersten Sieg: So locker haben sich Horst Heldt und Michael Esser im Fernsehen präsentiert

Michael Esser feierte mit Hannover 96 jüngst den ersten Saisonsieg. Foto: Getty Images

Dass nach dem ersten Saisonsieg, dem 3:1-Heimerfolg über den VfB Stuttgart, die Stimmung bei den „Roten“ locker und gelöst war, versteht sich von selbst. Das wurde nicht nur deutlich bei den Interviews an den diversen Mikrofonen, sondern auch am Tag danach bei Fernsehauftritten im Studio. Sportdirektor Horst Heldt war zu Gast beim Fußball-Talk von Jörg Wontorra bei Sky. Am Abend stellte sich 96-Torhüter Michael Esser bei N3 den Fragen von Sportclub-Moderator Alexander Bommes.

Bei Wontorra wurde der Sportdirektor mit mehreren Themen konfrontiert: Füllkrug, Breitenreiter und die vermeintlichen Problem-Neuzugänge. Doch Heldt ließ sich vom Altmeister nicht aus der Reserve locken und konterte so geschickt wie die 96-Mannschaft tagsüber in der Schlussphase bei der Entstehung des 3:1-Siegtors. Auf Wontorras Frage, ob man sich bei einem erneuerten Gladbacher Vorstoß zur Verpflichtung von Niclas Füllkrug nicht auch 30 Millionen Euro zahlen lassen würde, antwortete Heldt ganz locker: „Ja, aber nur für die erste Rate“.

Natürlich wurde auch das Festhalten am Trainer thematisiert. „André hat Mut und Ruhe. Das hat man schon gesehen, als er im März 2017 kam und der Aufstieg ein Muss, aber keine Selbstverständlichkeit war“, sagte Heldt. Außerdem wollte Jörg Wontorra, natürlich kritisch und knallhart nachgefragt, auf die Transferpolitik Heldts zu sprechen kommen – und seinen Gast aus der Reserve locken. „Wallace? Wood? Wer ist denn auf diese Idee gekommen?“ Während Heldt noch grinste, besserte „Wonti“ nach: „Okay, mit Wood gibt es ja seit gestern gute Gegenargumente. Aber Wallace?“ Der Sportdirektor nahm es gelassen. „Der Spieler ist aktueller Nationalspieler von Brasilien. Es spricht für sich, wenn ein Verein wie Hannover 96 einen solchen Spieler hat.“

Am Abend dann war Michael Esser im NDR-Fersehstudio zu Besuch. Nach sechs sieglosen Spielen, gibt Moderator Alexander Bommes zu bedenken, sucht man ja oft nach neuen Impulsen – vielleicht auch ein Wechsel auf der Torhüter-Position? „Klar, das kann immer sein. Der Trainer hat mir aber vor dem Spiel gesagt, dass er mir vertraut“, erzählte Esser. Bommes hakte ein: „Oha! Denkt man dann nicht darüber nach, wie der das jetzt meint?“ Esser lacht. „Ein bisschen. Es hat mir aber geholfen.“

Es folgte ein kurzer Film von Ben Wozny, beim NDR bekannt für gute Recherche und starke Beiträge. Wozny machte sich auf die Suche nach Essers Wurzeln – in  Castrop-Rauxel. Dort traf er, auf dem Platz vom VfR Rauxel 08, Vater Uwe und Kumpel Tristan. Der Papa war der erste Trainer in der VfR-Jugend, ehe Esser junior in die C-Jugend zum VfL Bochum wechselte. Dort setzte er sich aber nicht durch, er war schlichtweg (noch) zu klein für einen Torhüter.

Anfang 20 stimmte zwar die Größe, aber nicht mehr das Gewicht. Michael Esser hatte den Traum vom Profifußballer vorerst zurückgestellt, absolvierte eine Ausbildung als Klempner. „Damals wog er 118 Kilogramm. Schuld war ich. Für die Arbeit habe ich ihm immer Verpflegung eingepackt, habe es mit Pausenbrot und Schokolade wohl zu gut gemeint“, erzählt der Vater. Michael Esser grinst und berichtet, dass er sein erstes Ziel, unter 100 Kilogramm zu kommen, alsbald erreichte.

Bliebe von Bommes nur noch abschließend zu klären: Was bringt Michael Esser aus der Ruhe? „Wenn man mich anlügt. Oder wenn die Kinder nicht hören wollen.“ Einen solchen Torhüter kann Hannover 96 also gut gebrauchen – der sich weder von einem schlechten Saisonstart, noch von gegnerischen Stürmern irritieren lässt.

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