Hoffnung trotz Niederlage: 96 kämpft leidenschaftlich – Bakalorz, Asano, Haraguchi und Weydandt überzeugen

Hannover 96 stark verbessert

Michael Esser hält, was es zu halten gibt - doch seine Vorderleute lassen ihn im Stich

Hannover – Das Team von Thomas Doll kämpft couragiert gegen abgezockte Frankfurter. Bakalorz, Asano, Haraguchi, Müller und Weydandt stechen mit guten Leistungen heraus.

Das Team von Trainer Adi Hütter siegte bei den Niedersachsen nach einer abgezockten Vorstellung mit 3:0 (0:0) und blieb damit im achten Spiel des Jahres 2019 unbesiegt. Hannovers Niederlage war am Ende verdient, fiel aber deutlich zu hoch aus.

„Wir brauchen noch mehr Feuer drin“, forderte Doll vor der Partie und versprach: „Wir werden ein anderes Gesicht sehen, davon bin ich überzeugt.“

Die 96-Profis ließen den Worten ihres Trainers Taten folgen. Hannover präsentierte sich gegen die Frankfurter Höhenflieger von Beginn an deutlich griffiger als zuletzt, agierte giftig in den Zweikämpfen und zeigte eine hohe Lauf- und Einsatzbereitschaft.

Auffällig: 96 spielte kaum Rückpässe nach hinten, suchte den direkten Weg nach vorne. Haraguchi und Asano spielten ansehnlich auf der rechten Seite miteinander. Bakalorz trieb seine Mitspieler erfogreich an. Weydandt machte die Bälle vorne fest und gewann in den ersten 45 Minuten fast alle seine Zweikämpfe. Müller sorgte mit schnellen Vorstößen in die Spitze immer wieder für Gefahr.

Doll, der in seiner Coaching Zone ebenso vollen Körpereinsatz leistete, spendete immer wieder anerkennenden Beifall. Doch bei allem Kampf und aller Leidenschaft: Die reifere Spielanlage und vor allem besseren Torchancen hatten die Gäste – und allen voran Top-Torjäger Jovic.

Schon nach vier Minuten hätte der Serbe sein Konto auf 15 Treffer schrauben müssen, als er nach einem Schnitzer von 96-Verteidiger Felipe völlig allein auf Esser zulief. Doch anstatt dem mitgelaufenen Ante Rebic aufzulegen, entschied sich Jovic für einen viel zu flach angesetzten Heber, mit dem Hannovers Keeper Michael Esser keine Mühe hatte. Auch kurz vor der Pause parierte Esser zweimal (40. und 41.) glänzend gegen den Serben.

Und Hannover 96? Die Niedersachsen zeigten im Spiel nach vorne zwar vielversprechende Ansätze, zu einem Abschluss Richtung Eintracht-Tor kamen sie im ersten Abschnitt aber nicht. Erst verpasste Pirmin Schwegler eine scharfe Hereingabe von Hendrik Weydandt (14.), später verzog Frankfurt-Leihgabe Nicolai Müller aus aussichtsreicher Position (34.).

Auch in der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Hannover 96 betrieb großen Aufwand, rannte viel und versuchte alles. Doch Frankfurt spielte hinten deutlich abgeklärter und vorne zielstrebiger – und traf schließlich zur inzwischen überfälligen Führung. Die 96-Profis reklamierten ein vermeintliches Foulspiel in der Entstehungsphase, doch der Schiedsrichter ließ sich auf keine Diskussion ein. Es war zwar ein harter Zweikampf, den man als Foul pfeifen kann, aber nicht muss. Von daher war es keine Fehlentscheidung des Schiedsrichter-Gespanns. Rebic netzte nach Vorlage von Jovic eiskalt ein. Neun Minuten später sorgte Jovic dann selbst per Kopf für die Entscheidung.

Am nächsten Sonntag tritt Hannover zum vorgezogenen Abstiegsendspiel gegen Stuttgart an. Die heutige Leistung macht nach langer Zeit wieder etwas Mut.

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