Hannover 96 riskiert eine neue (alte) Baustelle

Das erste große Interview von Zuber in der "Bild" sorgte für Aufsehen - aber nicht (nur) wegen der Antworten. Foto: Getty Images

Das Fußballgeschäft nimmt allmählich wieder Fahrt auf, Verhandlungen mit Spielern, Managern und Trainern laufen bereits auf Hochtouren. Auch die  Gespräche über die Fortsetzung des Spielbetriebs sind weit fortgeschritten, der Weg zurück in die Normalität wird vorbereitet. Ganz vorne mit dabei: Hannover 96. Mit Manager Zuber und Trainer Kocak konnte man zwei wichtige Personalien binden. Die durchaus positiven Nachrichten könnten jedoch schlagartig verstummen, denn der Verein ist kurz davor sich eine neue (alte) Baustelle aufzureißen…

Hannover 96 scheint die bisherige Corona-Krise gut überstanden zu haben. Alle Spieler sind gesund bzw. genesen und die zwei Schlüsselpersonen an der Seitenlinie konnte man langfristig binden. Eigentlich ist man in Hannover heiß auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Die Betonung liegt hierbei auf dem Wort eigentlich.

Neben den Vertragsverlängerungen von Kenan Kocak und Gerhard Zuber (beide bis 2023) schlug vor allem eine Schlagzeile große Wellen. Die Niedersachsen hätten die Krisensituation finanziell besser überstanden als so mancher Konkurrent. Auch wenn der Aufstieg in diesem Jahr nicht gelingt und eine dementsprechende Finanzspritze verfällt, unter dem Strich stehen nach wie vor die 18,85 Millionen Transfereinnahmen aus dem letzten Fenster. Anfang April kündigte Martin Kind in einem Interview mit dem „Capital“ an, dass der Absteiger im schlimmsten Fall mit Verlusten in Höhe von zehn Millionen Euro zu rechnen hat. „Für andere Clubs mit höheren Etats wären die wegbrechenden Erlöse deutlich höher“, betonte der Hörgeräte-Unternehmer. Hannover 96 steht also ganz gut da, umso überraschender war die jüngste Bestätigung, dass man die Kaufoptionen bei Jannes Horn und Cedric Teuchert nicht ziehen wird!

96 will die Kaufoptionen bei Jannes Horn und Cedric Teuchert vorerst nicht ziehen

Kind machte deutlich, dass man die gesamte Summe von 3,5 Millionen Euro (2 Millionen für Horn, 1,5 Millionen für Teuchert) nicht zahlen wird. Das Dilemma: Kind, Zuber und Kocak wollen die Spieler halten, dies gilt in erster Linie für Cedric Teuchert. Der 23-Jährige blühte unter Kocak regelrecht auf und erzielte in 17 Spielen fünf Tore und legte drei Treffer auf. Für den Trainer ist Teuchert einer der wenigen „Qualitätsspieler“, ihn ziehen zu lassen wäre daher ein absolutes Eigentor. Hannover 96 sei „gesprächsbereit“. Ergo will man mit dem 1.FC Köln und Schalke 04 in Verhandlungen treten, um den Preis zu drücken. Ein legitimes Mittel, allerdings muss 96 aufpassen, sich eine alte bekannte Baustelle nicht erneut aufzureißen. Die Rede ist von der Personalnot im Sturm.

Mit Cedric Teuchert könnte man einen konstant guten Spieler verliehen, welcher eigentlich zu einem elementaren Baustein des neu formatierten Teams von Kenan Kocak werden soll. Wie die neue Mannschaft konkret aussehen wird, steht aktuell noch in den Sternen. Fest steht nur, dass es vor allem im Angriff einen großen Umbruch geben wird. Mit John Guidetti wird man den ersten Stoßstürmer definitiv verlieren. Die Ablösesumme für den Schweden ist schlichtweg zu groß. Eine Rückkehr zu seinem Ex-Club Deportivo Alavés scheint wahrscheinlich. Mit den Leistungen von Marvin Ducksch ist derweil niemand zufrieden, daher wird man den 26-Jährigen abgeben wollen. Er wird bereits mit dem SV Darmstadt in Verbindung gebracht. Die Gespräche mit Hendrik Weydandt stocken. Der „Märchenstürmer“ spielt erneut eine sehr gute Saison (8 Tore, 2 Vorlagen), Gerüchten zur Folge hat nun ein Bundesligist angeklopft. Auch seine Zukunft ist daher sehr ungewisse. Apropos Ungewissheit, diese herrscht auch bei Linton Maina. Der Flügelflitzer ist nach wie vor heiß begehrt, Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln, Fenerbahce Istanbul und einige andere sind hinter dem Talent aus der eigenen Jugend her. Selbst der in dieser Spielzeit kaum berücksichtigte Sebastian Soto wird heiß umworben (SC Freiburg) Die Sorgen um den künftigen Angriff sind also berechtigt, Cedric Teuchert zu verlieren wäre ein neuer herber Rückschlag.

Gleiches gilt im übrigen auch für Jannes Horn. Der Linksverteidiger hatte durchaus Startschwierigkeiten bei 96, zuletzt zeigte er jedoch stabile und gute Leistungen. Dennoch sind die Zweifel an seiner Person größer. Sofern man sich nur einen Spieler leisten kann, wird man sich für Teuchert entscheiden. Dies wurde bereits bekannt gegeben. Auch die finanzielle Situation spricht für Teuchert. Zum einen ist Horn teurer, zum anderen ist Schalke 04 sehr angeschlagen. Das Geld können die Gelsenkirchener dringend gebrauchen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich Hannover 96 nicht verzockt. Diese schmerzhafte Erfahrung musste man bereits einige Male machen…

 

 

 

 

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