Gemeinsame Historie von 96 und Mainz: Darum hat Jürgen Klopp dort seinen Platz

Ordentlich Feuer war drin im Hinspiel in Mainz - hier zeigt Marvin Bakalorz seine Emotionen. Foto: Getty Images

Bislang bestritt Hannover 96 genau 42 Pflichtspiele gegen den FSV Mainz 05. Doch spontan fallen keine Partien gegen die Rheinhessen direkt ins Auge, die wie Spiele gegen andere Bundesligisten Klassiker und unvergesslicher Teil der Historie von Hannover 96 sind. Doch mit ein wenig Suche in der Vergangenheit lassen sich besondere Duelle finden.

Wieso hat Hannover 96 eine Verbindung zu Jürgen Klopp? Eigentlich besteht gar keine, mit der Ausnahme, dass die „Reds“ des FC Liverpool von ihren Fans auch einen Spitznamen erhalten haben, der mit der Trikotfarbe zu tun hat. Ansonsten ist Klopp als Halbfinalist der Champions League natürlich in ganz anderen Leistungsebenen zu Hause als das stark abstiegsgefährdete 96. Jedoch spielte Klopp eine Hauptrolle beim ersten Pflichtspiel überhaupt in Hannover zwischen 96 und Mainz. Im Dezember 1990 traf man in der 2. Liga im Niedersachsenstadion aufeinander. Die Gastgeber gewannen nach Toren von Niclas Weiland, Jochen Heisig und Uwe Eckel mit 3:1. Das erste Tor der Begegnung gelang jedoch Jürgen Klopp mit dem 0:1 nach vier Minuten.

Noch spektakulärer verlief eine andere Begegnung in der 2. Liga. Im August 1995 kreuzte man in Mainz den Weg und trennte sich zum Saisonauftakt 2:2. Der FSV setzte jedoch mit Thomas Ziemer, der auch noch Torschütze zum 1:0 war, einen Profi ohne Spielberechtigung ein. Nachträglich wurde 96 vom DFB zum Sieger erklärt. Bitter nicht nur für die Mainzer, sondern vor allem für Stephan Kuhnert. Der FSV-Torhüter erzielte in der 90. Minute den 2:2-Ausgleich – zu einer Zeit, in der der Keeper nicht automatisch bei einem Rückstand in der Nachspielzeit für einen Standard mit in den gegnerischen Strafraum eilte. Auch dieser Treffer wurde folglich aus der Statistik annuliert.

Ein Aufreger war auch das Bundesliga-Spiel zwischen 05 und 96 im Dezember 2018. Da trennte man sich 1:1. Die Hannoveraner führten bis in die Schlussphase hinein mit 1:0. Nach einem vermeintlichen Foul von 96-Abwehrspieler Matthias Ostrzolek an Jean-Philippe Mateta, mittlerweile mit zwölf Toren aus 30 Partien der Mainzer Topstürmer, gab es einen Elfmeter. Daniel Brosinski egalisierte. Die anschließenden Diskussionen um einen Strafstoß, den man wegen einer nur leichten Berührung eigentlich nicht geben darf, verlief so wie vor wenigen Tagen im Nachgang des DFB-Pokalspiels zwischen Werder Bremen und Bayern München.

Am heutigen Samstag kommt es nun um 15.30 Uhr in der HDI-Arena zur Begegnung von Hannover 96 gegen Mainz 05. Angesichts der aktuellen Tabellensituation ist es mit großer Wahrscheinlichkeit das vorerst letzte Bundesligaspiel zwischen 96ern und 05ern. Mit zwei Siegen aus den vergangenen drei Partien konnte die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz vorzeitig den Klassenerhalt feiern. Davon sind die Hannoveraner ziemlich weit entfernt. Es sei denn, es passiert noch das Wunder von der Leine. Sollte die heutige Partie dazu der Auftakt sein, dann dürfte dieses Spiel in der Tat einen festen Platz in der 96-Historie und in der Erinnerung der Fans einnehmen.

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