„Fußballgott“ Carsten Linke rechnet mit 96-Vorstand und Aufsichtsrat ab

Schon immer ein Freund deutlicher Worte: "Fußballgott" Carsten Linke. Foto: Stuart Franklin/Getty Images.

Hannover – Carsten Linke spielt von 1996 bis 2003 bei den „Roten“. Die Fans nennen ihn liebevoll „Fußballgott“. Während des Heimspiels gegen den SC Freiburg am Samstag findet der 52-Jährige deutliche Worte in Richtung 96-Vorstand und -Aufsichtsrat.

Carsten Linke schonte während seiner aktiven Zeit weder sich noch Gegner. Foto: Friedemann Vogel/Bongarts/Getty Images.

Identifikationsfigur

Carsten Linke wurde in den Jahren 1996 bis 2002 zur absoluten Identifikationsfigur. Der Innenverteidiger kam im Januar 1996 vom 1. FC Saarbrücken an den Maschsee, um der Defensive mehr Stabilität zu verleihen. Doch auch er konnte den Abstieg in die Regionalliga nicht verhindern. Dennoch blieb er ein „Roter“ und spielte sich mit seiner hölzernen, aber immer von ganzem Einsatz geprägten Spielweise in die Herzen der Fans. Mit 36 Jahren feierte der Fußballgott sein Bundesligadebüt. Es sollten 14 weitere Einsätze folgen. Am Ende der Saison 2002/03 beendete er seine Profikarriere.

Erst Management, dann Wahrendorff

Auch danach bleib er dem Klub als Manager-Assistent von Ilja Kaenzig und Sportmanager erhalten, wurde dann aber 2007 von Christian Hochstätter rasiert. Nach einem Gastspiel bei Carl Zeiss Jena als Sportdirektor und Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH bis Juni 2009 ist er mittlerweile als Sporttherapeut für das Klinikum Wahrendorff von 96-Gesellschafter Dr. Matthias Wilkening tätig.

„Endlich wieder Stadionerlebnis“

In der Halbzeitpause des Heimspiels gegen den SC Freiburg am Samstag ließ Linke mit mehreren Zitaten aufhorchen: „Es ist endlich mal wieder ein Stadionerlebnis. Ich freue mich sehr, dass sich die Fans dazu entschlossen haben, auf Zeit die Mannschaft wieder zu unterstützen“, erklärte der ehemalige Publikumsliebling zunächst am Sky-Mikro. Darauf folgte eine klare Kritik am Vorgehen des Vorstands auf Aufsichtsrats von Hannover 96.

„Beschlüsse nicht umgesetzt“

„Dennoch gibt es im Hintergrund noch viele Probleme, wo man vor allem von Vereinsseite aufeinander zugehen muss“, forderte der 52-Jährige. Für ihn sind die Schuldigen an der Misere zwischen Klub und Teilen des Anhangs klar: „Es gibt Mitgliederbeschlüsse, die noch umgesetzt werden müssen“, spielte Linke auf eine Abstimmung zu 50+1 an, die auf der letztjährigen Mitgliederversammlung mehrheitlich gefordert wurde.

„Nicht die Form von Demokratie, die ich mir wünsche“

„Es muss mit den Fans eine gleichberechtigte Ebene gefunden werden. Das war zuletzt nicht der Fall“, legte der Fußballgott nach. Und weiter: „Ich kann verstehen, dass sich die Fans nicht abgeholt fühlen. Denn es müssen noch Mitgliederbeschlüsse umgesetzt werden. Das ist mit Sicherheit nicht die Form von Demokratie, die ich mir in unserem Verein wünsche.“ Das hat gesessen. Deutliche Worte von Linke, der auch noch eine Forderung in Richtung Vereinsgremien hinterherschickte: „Das sind insbesondere Vereinsvorstand und Aufsichtsrat in der Pflicht aufzuklären, warum man gewisse Dinge gemacht hat. Das gehört sich in einem Verein so und sollte auch bei Hannover 96 Gang und Gäbe sein.“

Spannende Wochen in Hannover

Die Mannschaft wollte trotz zurückgekehrter Unterstützung nicht mit der Fankurve feiern. Carsten Linke nimmt Vorstand und Aufsichtsrat in die Pflicht. Und am 26. Februar treffen sich Fans und Verein zu einer Podiumsdiskussion. In Hannover können spannende Wochen erwartet werden.

3 Kommentare

  1. Liebe Spieler von Hannover 96,

    Ihr habt nun seit Monaten der fehlenden Unterstützung hinterher getrauert, nun war sie wieder da, und Ihr entscheidet Euch die Kurve nicht zu beachten. Warum? Ihr ward zu erschöpft (sagt der Torwart), es war doch alles wie immer (sagt der Trainer), die Mannschaft hat die Entscheidung getroffen (sagt der Manager). Auf jeden Fall keine sehr diplomatische Entscheidung in diesen unruhigen Zeiten. Und was ist eigentlich mit den tausenden Zuschauern auf der West, zu denen ich auch gehöre? Wir sind alle keine Stimmungsboykotteure sondern haben in den vergangenen Monaten immer versucht, das Beste aus der schlechten Atmosphäre zu machen. Aber gestern habt Ihr auch uns vor den Kopf gestoßen. Meine Mitstreiter und ich würden gerne einfach nur Fußball gucken und die Stimmung genießen, das scheint in Hannover nicht möglich zu sein. Da ich Dauerkartenbesitzerin bin werde ich die letzten Spiele dieser Saison noch absitzen, das war es dann auch.

    Andrea Schulz

  2. Das ist gut Andrea Schulz. Und schadet 96 nicht. Geh dahin zum jubeln, wo Du für Dein Jubeln Dankbarkeit bekommst. Denn das scheint Dein Motiv zu sein, zu jubeln 

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