Nach dem Spiel treffsicher: Füllkrug nimmt Fans Maß

Hat kein Verständnis für die 96-Fans: Stürmer Niclas Füllkrug. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Im Heimspiel gegen den 1. FC Köln (0:0) vergibt Niclas Füllkrug die wohl größte Chance zur verdienten Führung. Nach dem Spiel zeigt sich der 96-Stürmer deutlich treffsicherer.

Hat kein Verständnis für die 96-Fans: Stürmer Niclas Füllkrug. Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images.

Aus kurzer Distanz vorbei

„Niclas hat heute ein gutes Spiel gemacht, wenn ihm auch nicht alles gelungen ist“, so resümierte Coach André Breitenreiter nach dem Schlusspfiff. Und tatsächlich war der 24-Jährige ein echter Aktivposten im Angriffsspiel der Roten. Sein erster Saisontreffer wollte ihm allerdings nicht gelingen. Und das obwohl er bereits in der 12. Minute die größte Chance zur Führung hatte. Doch der Ricklinger konnte eine Flanke von Ihlas Bebou nicht verwerten und setzte den Ball aus kurzer Distanz am rechten Pfosten vorbei.

Treffsicher nach dem Spiel

Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Niclas Füllkrug allerdings deutlich treffsicherer. Angesprochen auf die Zuschauer sprudelte es gegenüber den Journalisten, darunter auch Tobias Krause von 96Freunde.de, förmlich aus ihm heraus. Und die Worte hatten es in sich: „Ich liebe diesen Verein und diese Stadt. Das hier ist für mich eine Herzensangelegenheit. Aber was die Fans machen, das geht gar nicht!“ Rumms. Das hat gesessen. „Die Stimmung war enttäuschend. Und dann wird in der 80. Minute auch noch angefangen zu pfeifen. Das geht nicht“, fuhr der 96-Stürmer fort.

Werden Zuschauer an Stimmungsmache gehindert?

Auch die folgenden Aussagen haben es in sich: „Ich weiß nicht, ob die Fans, die uns unterstützen wollen, vielleicht daran gehindert werden. Das wäre noch schlimmer.“ Vermutet der Derbyheld etwa ein Mundtotmachen der Zuschauer, die für die Boykotteure aus dem Nordoberrang einspringen wollen? „Das ist natürlich Quatsch“, heißt es dazu aus dem Umfeld der Fansezene. „Jeder der Stimmung machen will, soll das tun.“

Brauchen die Unterstützung

Doch das lässt der verhinderte Torjäher nicht gelten: „Ich will nicht wissen, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn das Stadion ab der 80. Minute gebebt hätte“, gab der 24-Jährige den schweigen Fans eine Mitschuld an dem nicht eingefahrenen Heimsieg. Füllkrug weiter: „Für uns ist es eine schwierige Situation. Wir brauchen jetzt die Unterstützung der Zuschauer, die einfach nur das Spiel sehen wollen, weil die, die eigentlich Stimmung machen, schweigen.“

Schwere Geschütze

Damit fährt der gebürtige Hannoveraner sehr schwere Geschütze gegen die eigenen Fans auf. Schon nach dem Heimsieg gegen Schalke, gab es deutliche Worte von ihm in Richtung Nordoberrang. Dennoch wäre er an Gesprächen mit den Anhängern interessiert: „Ich stehe zur Verfügung.“ Ob daran von der anderen Seite noch Interesse besteht bleibt abzuwarten.

 

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4 Kommentare

  1. So so, es gibt keine Mundtotmacher…? In Mainz wurde ich im Fanblock von einer Gruppe angesprochen "wenn du nicht aufhörst anzufeuern passiert was".

     

    • Füllkrugs Kommentar bezog sich mMn nur auf das heutige Spiel. Heute wurde sich an Vorgaben gehalten, es wurde geschwiegen und alle anderen durften Stimmung machen. (Haben sie aber nicht geschafft.)

    • Yup, kann ich bestätigen. Ich war vor Ort und es kam neben verbalen Drohungen auch zu Rangeleien, vor allem nach dem Führungstreffer und dem Jubel einzelner im Ultras Block. 

      Muss niemand glauben, dies sei eine Ausnahme. Beim Spiel gegen Schalke eskalierte die Situation ja auch im eigenen Stadion.

      • Jo, das war scheiße. Aber das wurde ja auch eingesehen und deswegen wurde auch alles sein gelassen gegen Köln. Aber warum dann nach so einem Spiel solch ein Kommentar?

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