Mainz Anhängerin Isa: „Lasst Euch Euren Verein nicht wegnehmen!“

In Mainz gibt es keine Probleme zwischen Kurve und Führung. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Am Samstag startet für Hannover in Mainz die neue Saison in der Fußball-Bundesliga. Der FSV ist so etwas wie der Gegenentwurf zu 96. Dort ist der eV noch der Lizenznehmer. Hier kippt Martin Kind gerade die 50+1-Regel.

In Mainz kein Problem mit Kurve

Die 96-Fanszene hat aufgrund von Streitigkeiten mit der Klubführung gerade einen Stimmungsboykott beschlossen hat. In Mainz wurde ein von der Kurve unterstützter Kandidat zum Vorsitzenden gewählt. Größer können die Gegensätze nicht sein. Grund genug auch darüber mit 05-erin Isa im Faninterview zu sprechen.

Du kommst aus der Region Trier und dein Herz schlägt nicht etwas für den FCK, sondern für die 05er. Wie konnte es denn dazu kommen?

Diese Frage wird mir in der Tat sehr oft gestellt. Meine Antwort ist eigentlich immer super kitschig: „Ich weiß es nicht, ich glaube der Verein hat mich gefunden“. Mein Weg dahin war auch recht seltsam. Niemand in meiner Familie oder meinem Umfeld ging zu 05. Meine Eltern sind früher zum KSC gegangen, da war eine Abneigung zu Kaiserslautern von Haus aus gegeben. Zwar bin ich manchmal mit ihnen zu den Spielen gefahren, beeindruckt hat mich der KSC aber nicht weiter. 2001/2002 gab es dann das erste Aufstiegsdrama um den FSV und die ganze Saison hat sich bei mir so festgesetzt und mich so beeindruckt, dass ich mit 10 dann meinen Verein gefunden habe.

3:1 beim Lüneburger SK in der ersten Pokalrunde. Wie zufrieden bist du mit Euer Vorbereitung und dem ersten Pflichtspiel?

Sehr zufrieden. Mir gefällt der Fußball, den Sandro Schwarz spielen lässt und die Neuzugänge scheinen bisher durchweg vielversprechend. Natürlich ist es etwas schwierig bei einem kleinen Gegner in Pokal eine Saisonprognose aufzustellen, aber ich habe den FSV im Pokal auch schon ganz anders erlebt und bin daher positiv gestimmt.

Welcher Neuzugang hat dich bisher am meisten überzeugt?

Alexandru Maxim (kam für 3 Million Euro vom VfB Stuttgart, Anm. d. Red.) und Viktor Fischer (kam für ebenfalls 3 Millionen Euro vom FC Middlesbrough, Anm. d. Red.).

05 als Gegenentwurf zu 96

Eure Spieler haben sich nach dem Sieg in Lüneburg auch bei den mitgereisten Stadionverbotlern bedankt. Was ist die Geschichte dahinter?

Wir hatten zu Beginn des Spiels eine Choreo, die den Stadionverbotlern Mut machen und den Zusammenhalt der Kurve demonstrieren sollten. Glücklicherweise konnten die SVler das Spiel live verfolgen und nach dem Spiel bat der Capo die Spieler die Banner rüberzubringen. Wie man letzte Saison in Ingolstadt gesehen hat, wissen viele unserer Spieler, was sie an der aktiven Fanszene haben und es gab schon des Öfteren einige dieser symbolischen Akte.

Bei 96 wurde im Gegensatz dazu ein Stimmungsboykott der Fanszene beschlossen. Wie stehst du zu solchen Maßnahmen?

Ich unterstützte den Stimmungsboykott der Fans von 96 zu 100%. Ich denke in Sachen Umgang mit Fans geht in Hannover zur Zeit sehr viel schief und man ist als Fan mehr als nur ein Hampelmann der während des Spiels ein bisschen singt. Ohne Fans wäre Fußball sicher etwas ganz anderes und eine Form von Respekt ist immer sehr wichtig.

Ihr habt mit Johannes Kaluza einen neuen Präsidenten, dem eine gewisse Nähe zu Euer Ultraszene nachgesagt wird. Zurecht?

Johannes Kaluza vertritt natürlich sehr viele Dinge, für die auch die aktive Fanszene einsteht. Er spricht sich klar gegen die Kommerzialisierung des Fußballs aus, gegen Investoren und ist vor der Wahl auch sehr offen auf die Szene zugegangen – die Nähe ist inhaltlich natürlich gegeben. Trotzdem steht Herr Kaluza nicht mit einer Fackel im Block und zeigt so seine Zugehörigkeit, wie einige Medien es ja quasi vermuten lassen. Ich bin gespannt, wie sich das Verhältnis zwischen beiden Parteien in den kommenden Jahren entwickelt und natürlich auch, wie Johannes Kaluza das umsetzt, wofür er im Wahlkampf stand.

Martin Kind sah sich auch deswegen genötigt, vor der Einflussnahme von Fans im Verein zu warnen. Wie beurteilst du das?

Ich war wirklich schockiert von diesen Aussagen. Und das zeigt in meinen Augen auch, dass Martin Kind Fans und deren Rechte quasi null achtet und respektiert. Er kritisiert, dass sich die aktive Fanszene bei der Wahl eingefunden und ihr Wahlrecht demokratisch genutzt hat. Abgesehen davon, dass Kaluza nicht nur von der aktiven Szene getragen wird, hatte ja jedes Mitglied die Möglichkeit einen anderen Vorsitzenden zu wählen. Ich finde seine Aussagen auch frech Kaluza gegenüber. Es klingt, als hätte er die Wahl nur gewonnen, weil er die Ultras auf seiner Seite hatte und nicht, weil er gute Inhalte geliefert und ein gutes Konzept präsentiert hat.

Unser letztes Gastspiel in Mainz ging im August mit 0:3 verloren. Warum gibt es für 96 jetzt wieder nichts zu holen?

Weil wir ja irgendwann mal ein Auftaktspiel gewinnen müssen (lacht).

Klassenerhalt als Ziel

Vergangene Spielzeit seid ihr nur auf Platz 15 eingelaufen. Worum geht es für Euch in dieser Saison?

Den sicheren Klassenerhalt und das gerne schon vor dem 33. Spieltag. Aber es ist sehr schwer zu sagen. Wir hatten letzte Saison mit Sicherheit den stärksten Kader, den Mainz je hatte. Trotzdem ging es bis zuletzt um den Abstieg. Dieses Jahr sehe ich unseren Kader zwar stärker, aber die Liga ist insgesamt sehr eng.

Wenn Du Dir einen 96-Spieler aussuchen dürftest. Wen würdest Du wählen und warum?

Niclas Füllkrug. Er hat mir vor allem in seinem letzten halben Jahr in Nürnberg gefallen.

Wie lautet Deine Botschaft an die 96-Fans?

Lasst euch euren Verein nicht wegnehmen!

Wie geht das Spiel am Samstag aus? Dein Tipp, bitte.

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