Das 2:2 gegen Bielefeld ist wie ein Besuch der Schwiegermutter

Karlsruhe schlägt 96 mit 2:0. Wie konnte das passieren? Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.




Hannover – Es ist Samstagmorgen und Sie sind auf dem Weg zu Ihrer Frau. Sie haben sich eine Woche nicht gesehen. Geplant ist ein richtig romantischer Tag voller Glück und Liebe. Sie fahren also zum Bahnhof und wollen Ihre Frau treffen. Und was sehen Sie? Sie hat Ihre Schwiegermutter mitgebracht. Was für eine Enttäuschung.

Enttäuschung war das Wort des Tages bei 96. Auch Trainer Daniel Stendel war nach dem 2:2 nicht zufrieden. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.



Bielefeld als spielverderbende Schwiegermutter

So müssen sich auch die 96-Fans am Samstagmittag gefühlt haben. Über 36.000 Zuschauer hatten sich auf den Weg an den Maschsee gemacht und wollten mit ihrer alten Liebe einen unvergesslichen Nachmittag erleben. „Wir sind heiß auf das Spiel und werden alles rausholen, was wir können“, versprach vor der Partie 96-Trainer Daniel Stendel. Nach dem Spiel mit zwei verschenkten Punkten klang das dann so: „Heute war schon enttäuschend. Wir wollten die drei Punkte hierbehalten. Das stand über allem.“ Doch Bielefeld wollte einfach nicht ohne Zählbares zurück nach Ostwestfalen fahren. So wurde die Arminia zur Schwiegermutter, die dem romantischen Tag eine unliebsame Wendung gegeben hatte.

Enttäuschung überall zu spüren

Auch Martin Harnik wollte sich nicht so Recht über den Punktgewinn freuen.“Wir sind sind auf keinen Fall zufrieden, sondern definitiv enttäuscht“, ließ der Schütze zum zwischenzeitlichen 1:1 direkt nach dem Schlusspfiff wissen. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Noch mehr die Heimspiele“, so der Goalgetter weiter. Egal wen man auch fragte, zufrieden wollte keiner sein. Auch Verteidiger Florian Hübner nicht: „Wir wollten heute die drei Punkte holen. Das ist enttäuschend.“ 

Steigerung nötig

Dennoch muss man auch lobend erwähnen, dass die Mannschaft Moral gezeigt hat. „Es ist großartig, dass die Mannschaft zurückkommt“, wollte Stendel festgehalten wissen. Denn sie kam immerhin nach gleich zwei Nackenschlägen zurück. Besonders das 1:2 durch einen unberechtigten Elfmeter mit dem Halbzeitpfiff war nicht leicht zu verdauen. Allerdings ärgerte den Coach, dass man überhaupt zurückkommen musste: „Das Ziel muss sein, dass wir es uns deutlich einfacher machen.“

Maier bringt Wende 

Den Punktgewinn verdankten die „Roten“ auch Sebastian Maier. Der Spielmacher zeigte nach seiner Einwechslung, was sich das Trainerteam versprochen hat: „Wir wollten einen spielstarken Spieler haben, der mit seinen individuellen Fähigkeiten unsere Stürmer einsetzt.“ Maier bereitete mit einer Ecke den 2:2-Ausgleich vor und freute sich, sich „mal wieder zeigen zu können.“

Siege nicht selbstverständlich

Die Erwartungshaltung im Umfeld geht nicht spurlos am Team vorbei. Man kann nicht immer glanzvolle Siege erwarten „Es ist eine Frage von Respekt. Die Gegner machen es uns jedes Spiel schwer“, erklärte Torwart Philipp Tschauner und legte nach: „Ich entschuldige mich nicht für den Punkt, den wir geholt haben. Der kann noch wertvoll sein.“ Martin Harnik pflichtete seinem Keeper bei und wollte sich auch für die Leistung in der ersten Halbzeit nicht entschuldigen: „Ich weiß nicht, warum wir uns für Spiele entschuldigen müssen. Das ist ein seltsamer Trend. Wir können uns dann entschuldigen wenn wir nicht alles auf den Platz gebracht haben, oder fahrlässig Punkte herschenken. Das haben wir in dieser bisher aber nicht getan.“ 

2. Liga ist Kampf

Viel Kritik mussten Mannschaft in Trainer in den letzten Wochen über sich ergehen lassen. Die spielerische Qualität reicht Teilen des Publikums nicht aus. Auch laufe man so Gefahr, aus den Aufstiegsrängen rauszurutschen. Die Antwort fiel eindeutig aus. „Wir haben heute keinen Punkt abgezogen bekommen“, sagte der Coach nach dem 2:2 gegen Bielefeld. Auch Stürmer Harnik sah die Kritik als nicht gerechtfertigt an: „In der 2. Liga geht es zuerst um Kampf und Mentalität. Das muss man auf den Platz bringen. Und das haben wir bisher immer getan. Und das ist viel schwieriger, als spielerisch zu glänzen.“ Und Dank der Mentalität ist es den „Roten“ auch heute gelungen, sich erfolgreich gegen eine drohende Niederlage zu wehren.

Slomka nächster Gegner

Nächsten Samstag kommt es in Karlsruhe zum Wiedersehen mit Ex-Trainer Mirko Slomka. Nach Relegation am Sonntag und einem freien Tag am Montag, startet die Trainingswoche. Stendel dazu: „Wir werden uns gut vorbereiten und versuchen, den Dreier einzufahren.“

Zahlen – Daten – Fakten

Hannover 96: Tschauner – Arkenberg, Hübner, Sane, Albornoz – Schmiedebach, Bakalorz (86. Sobiech) – Klaus (46. Maier), Fossum, Karaman (69. Füllkrug) – Harnik 

Arminia Bielefeld: Hesl – Görlitz, Behrendt, Börner, Schuppan – Schütz, Staude (76. Brandy) – Hemlein (68. Voglsammer), Yabo (63. Junglas), Nöthe – Klos

Tore: 0:1 Hemlein (28.), 1:1 Harnik (37./FE), 1:2 Klos (45.+2/FE), 2:2 Sane (57.)

Gelbe Karten:  Maier, Sane, Schmiedebach / Schütz, Klos, Voglsammer

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: 36.700


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