Kommentar: Darum darf Mirko Slomka nicht Trainer werden

Daniel Stendel, Markus Kauczinski und Mirko Slomka: Drei Kandidaten kommen für den Trainer-Job bei Hannover 96 in Frage. Vielleicht kommt mit André Breitenreiter noch ein Vierter hinzu. Einer darf es aber nicht werden: Mirko Slomka. Ein Gastkommentar von Nico Möhlenbeck.

Rückholaktionen bergen immer ein gewisses Risiko. Eine erfolgreiche Zeit ein zweites Mal wiederholen – das klappt in den seltensten Fällen.

Das mussten zuletzt Didier Ya Konan als Spieler bei 96, Armin Veh als Trainer bei Frankfurt und Felix Magath bei Wolfsburg leidvoll erfahren. Gerade bei Trainern, die mit dem Verein große Erfolge feierten – und das hat Slomka ohne Zweifel! – geht der Schuss nicht selten nach hinten los.

 

 

 

 

 

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Das waren noch Zeiten! Aber: Wiederholung ausgeschlossen, sagt Gastkommentar Nico Möhlenbeck von 1896% Hannover. Foto: Ina96 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15213395

Ein wichtiger Aspekt: Slomkas Leitung und System. Ich möchte euch in Erinnerung rufen, dass Slomka damals auch deshalb gehen musste, weil es ihm nicht gelungen ist, das System weiterzuentwickeln. Mit anderen Worten, er ist daran gescheitert, den blitzartigen Konterangriff (10 Sekunden zwischen Balleroberung und Torabschluss)) in ein spielerisches System umzuwandeln. Gerade dies ist für die 2. Liga aber ein notwendiges Kriterium: Mit Konterfußball lassen sich Favoriten wie Bayern München überraschen, aber keine Aufstiege feiern.

Des Weiteren sehe ich den Führungsstil von Slomka als kritisch an. In Slomkas letzten Monaten war die Mannschaft tief gespalten. Das hat verdiente Stammspieler dazu veranlasst, den Verein zu wechseln:




Bei Pogatetz und Abdellaoue gilt es als sicher, dass Slomka der ausschlaggebende Faktor war. Bei Rausch und Haggui wird es vermutet. Für Sergio Pinto hat sich Slomka nicht eingesetzt.

Ein weiteres Problem ist der Umgang mit seinen Mitarbeitern und Kollegen. Er hat ohne Sinn und Verstand funktionierende Trainerteams zersprengt, indem er Co-Trainer durch Vertraute austauschen ließ. Personen, die ihm vertraut haben, fiel er in den Rücken (Düwel, Rangnick und einem Kollegen bei Tebe Berlin).

Zudem sorgte er mit seinen ständigen Sticheleien gegen Jörg Schmadtke dafür, dass einer der Architekten der Europa-Zeit genervt das Handtuch schmiss. Das Trio Kind, Bader und Slomka stellt eine explosive Mischung dar. Jeder dieser drei hat seine eigenen Vorstellungen und jeder dieser drei tut alles dafür, um sie durchzusetzen.

Das ist übrigens auch der Grund, warum die vermeintliche Traumlösung mit Daniel Stendel, die unter 96-Fans diskutiert wird, nicht funktionieren kann:




Der umstrittene Slomka wird einen bejubelten Stendel nicht als starken Co-Trainer neben sich dulden.

Slomka hat nach seiner Entlassung in Hannover viel verbrannte Erde hinterlassen. Das liegt nicht nur an seinem Verhalten während seiner Anstellung, sondern auch an seinem Verhalten nach seinem Abgang: Vor allem das Abwerben von Teammanager Thomas Westphal, aber auch die Verpflichtung von Spielern, die bei 96 beschäftigt waren (Johan Djourou) oder schon bei 96 im Wort standen, bleiben negativ in Erinnerung.

Bei einer Rückkehr wird Slomka nicht die volle Rückendeckung haben, denn er ist bei vielen Fans nicht unumstritten. Selbst im Verein würde ihm Gegenwind entgegenschlagen. Bader soll nicht wirklich von Slomka überzeugt sein und Kind hat vor gar nicht so langer Zeit gesagt, dass bei Schmadtkes Abgang der falsche Mann den Verein verlassen hat.

Zu guter Letzt sei noch anzumerken, dass einige Spieler dann definitiv weg sind:




Darunter mit Manuel Schmiedebach eine der Stützen des Teams: Wenn Slomka der Nachfolger von Korkut geworden wäre, dann hätte Schmiedebach im Sommer nicht verlängert – das hat er in einem kicker-Interview angedeutet.

Das war ein Gastkommentar von 1896% Hannover-Admin Nico Möhlenbeck.

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