Es ist angerichtet!

Das Spiel der Spiele steht bevor

Das Spiel der Spiele steht bevor! Ich bin schon die ganze Woche im Derbymodus und fiebere auf heute hin. 

Bevor ich nun zum Derby gegen die verbotene Stadt komme, gebe ich ein letztes Mal kurz meine Einschätzung zum jetzigen Kader und den Neuverpflichtungen. Eigentlich wollte ich nach dem verkorksten Trainingslager etwas schreiben, aber was sich danach alles abgespielt hat, hätte man eine Serie „Neues vom Kokenhof“ draus machen können. Und ich geh ja nebenbei noch arbeiten und muss meinen Verpflichtungen als Opi nachkommen.

Zu den Abgängen von Prib, Baka und Felipe ist alles gesagt und geschrieben. Nur so viel, es war Hannover like. Nach den Transfers von Frantz, Basdas und Hult wurde ja schon gewitzelt, ob man jetzt eine Alte Herren an den Start bringen will. Wenn man Bruno noch dazu nimmt, macht es den Anschein.

Die Außenverteidiger Hult und Muroya machen mir Mut – auch wenn sie beide nur gesetzt sind aus Mangel an echten Alternativen. Was jetzt nicht deren Leistung in den bisherigen Spielen schmälern soll. Beide waren nach hinten solide und vor allem Hult bringt das nötige Tempo nach vorn mit. Deshalb bin ich sehr optimistisch, dass die beiden fürs Derby eine wichtige Rolle übernehmen können. Sollte sich einer der beiden ernsthaft verletzten und längerfristig ausfallen – egal ob im kampfintensiven Derby oder in den nächsten Spielen – , sehe ich auf dieser Position große Probleme.

Hat Kocak Bijol ins kalte Wasser geschmissen, um ihn fürs Derby fit zu machen?

Fürs defensive Mittelfeld hat man Bijol auf Leihe geholt, leider nur für ein Jahr. Sollten die kolportierten 4 Mio. Ablöse stimmen, ist man nächste Saison wieder auf der Suche nach einem Anton-Ersatz. Bijols erstes Spiel gegen Osnabrück kam sehr früh, vielleicht zu früh. Möglicherweise hat ihn Kocak aber auch letzte Woche bewusst ins kalte Wasser geschmissen, um ihn heute fit fürs Derby zu haben?

Mike Frantz ist ein Spieler, der auch charakterlich wichtig für Kampfspiele wie heute wird. Zudem finde ich es gut, dass er sich in seinem Alter noch mal eine neue Herausforderung sucht und in die 2. Liga geht. Für die Offensive haben wir Schindler für ein Jahr auf Leihbasis ohne Kaufoption geholt. Er will sich hier noch mal beweisen – ich bin da ganz guter Dinge, dass er nochmal an seine starke Zeit bei Kiel anknüpfen kann, die er dort gemeinsam mit Marvin Ducksch hatte.

Vom Ausgang des Derbys hängt ab, wie wir die Zeit bis zum Transferschluss nutzen

Das Problem, was man ähnlich wie letztes Jahr hatte: Der Kader ist wieder erst kurz vor knapp zusammengestellt geworden, so dass man die ersten Spiele quasi als Vorbereitung nutzen musste. Ob dieser Kader nun in dieser Form komplett ist oder ob noch der ein oder andere kommt, wird sich zeigen. Viel Zeit bleibt nicht mehr, übermorgen am 5.10. schließt das Transferfenster. Laut Aussage Kind sollen nur noch Spieler mit Startelfgarantie kommen, er will ja unbedingt aufsteigen.

Ich persönlich wage die These, dass viel vom heutigen Auftritt anhängt, ob Hannover 96 nochmal aktiv wird. Wenn wir haushoch gewinnen (was ich sehr hoffe!), gerät das 96-Management vielleicht in Versuchung zu sagen, dass der Kader doch wunderbar ausreiche. Bei einer – sehr unwahrscheinlichen – Niederlage wird ohnehin alles implodieren. Kommt es zu einem knappen, umkämpften Sieg, könnte das das beste Argument fürs Management sein, nochmal nachzulegen – nach dem Motto: Es reicht geradeso gegen einen Aufsteiger, aber eben nicht für den Aufstieg.

Wer aufsteigen will, muss investieren und nicht sparen

Wenn Kind wirklich aufsteigen will, heißt das, dass man Geld in die Hand nehmen muss, sei es für Ablöse oder Gehalt. Letzte Woche kam die Meldung, dass man den 19-jährigen Lamti ablösefrei verpflichten konnte. Der große Wurf war das noch nicht, er soll erstmal in der U 23 spielen. Ob er mehr als ein günstiges Backup sein kann? Uns stünde es gut, den Kader – vor allem in der Defensive – mit Spielern zu verstärken, die direkt einsetzbar wären!

Wie die Saison abläuft, hängt von vielen Faktoren ab – zum Beispiel vom heutigen Derbysieg, ohne den das Aufstiegsziel ins Wanken gerät. Dazu kommt der Verletzungsfaktor: Wenn sich einer unserer beiden Außenverteidiger verletzt, können wir quasi nur noch mit einer Dreierkette spielen.

Das alles ist Makulatur für das Spiel, das heutige Derby. Da zählen keine Ausreden, da zählt nur der Derbysieg gegen Peine Ost. Es aber dieses Jahr ein Derby unter besonderen Voraussetzungen, ohne die Gäste aus Peine Ost, es dürfen nur 9800 Zuschauer rein. Es fehlt die Kurve.

Cherundolo: „Gratulieren Sie Eintracht Braunschweig zum Aufstieg?“ „Nein!“

Das letzte Derby fand 2017 statt und es brachte den ersten Derbysieg seit 19 Jahren, das Tor von Füllkrug ist uns allen noch sehr präsent. Bei jedem Derby in den letzten Jahren war sprichwörtlich Feuer unterm Dach. Es gab mehr oder weniger amüsante Banner an Autobahnbrücken. Ein paar Frotzeleien gehören zu jedem guten Derby dazu – ich denke da nur an Steve Cherundolo („Gratulieren Sie Eintracht Braunschweig zum Aufstieg?“ „Nein!“) oder an Manuel Schmiedebach (Schiri beim Münzwurf: „Gelb oder blau?“ Manu: „Beides scheiße.“) Wo es definitiv zu weit geht, ist, wenn einzelne Menschen persönlich bedroht werden oder gar Tiere verletzt werden, da ist dann für mich eine Grenze überschritten.

Der für mich persönlich wichtigste Derbysieg war in der Saison 97/98 mit dem 1:0 in der verbotenen Stadt durch das Derbytor von Gerald Asamoah. Zu seinem heutigen Geburtstag wünscht sich Asamoah im 96Freunde-Podcast den Derbysieg. Ich bin schon die ganze Woche im Derbymodus und fiebere auf heute hin. Es ist angerichtet. Nun liegt es an der Mannschaft, ob sie Samstag als Helden aus dem Niedersachsenstadion gehen wollen.

Danke, Dennis!

Zum Schluss ein kurzer Satz in eigener Sache. Wie ihr alle wisst, hört Dennis nun nach 5 Jahren bei 96Freunde auf. Ich möchte an dieser Stelle Danke sagen für seine Arbeit und sein Herzblut, das er in die Seite gesteckt hat und sie zu dem gemacht hat, was sie jetzt ist. Danke Dennis! Ohne dich wäre ich nie auf die Idee gekommen, meine Kolumnen zu schreiben. Du hast mich 2017 gefragt, ob ich es mir vorstellen kann, in lockerer Reihenfolge meine Meinung kundzutun. Ich mache solange weiter, wie es mir Spaß macht und bis mir jemand sagt: Frank, lass gut sein, es reicht nun.

Auf ein erfolgreiches Derby, vielleicht mit dem Siegtor durch Henne. Rote Grüße, euer Frank

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