Der Handwerker im Hannover-Tor: Trotz Übergewicht hat sich Esser seinen Traum erfüllt

Michael Esser feierte mit Hannover 96 jüngst den ersten Saisonsieg. Foto: Getty Images

Nach einem Jahr auf der Ersatzbank hat Michael Esser Philipp Tschauner als Stammtorwart bei den Roten abgelöst. Der 30-Jährige mit der ungewöhnlichen Fußballkarriere erfüllt sich damit einen Traum.

Für den in Castrop-Rauxel aufgewachsenen Torwart, dessen Idol Oliver Kahn ist, erwies sich der Weg in die Bundesliga als steinig. Mit 14 Jahren musste er den VfL Bochum wegen seiner zu geringen Körpergröße verlassen. Esser trat in die Fußstapfen seines Vaters und absolvierte eine Lehre zum Klempner. Nebenbei hütete er das Tor des Landesligisten SV Sodingen. Laut seinem Vater musste er bei der Arbeit als Klempner richtig schuften und wollte deshalb versuchen, noch einmal im Fußball durchzustarten.

Der mittlerweile fast zwei Meter große Torhüter kämpfte zu seinen Klempner-Zeiten jedoch mit hohem Übergewicht. „Mit 115 kg spielst du bei mir nicht, du musst unter 100 kg kommen“, sagte sein damaliger Trainer zu Esser. Innerhalb kürzester Zeit nahm Esser deutlich ab und heuerte erneut bei seinem Jugendverein Bochum an.

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Der damals 21-Jährige überzeugte bei einem Testspiel und wurde zu einem Probetraining eingeladen.  „So habe ich zum Glück noch die Kurve bekommen“, sagte Esser und schaffte 2008 den Sprung in die zweite Mannschaft. Vier Jahre später gab er sein Debüt in der 2. Fußball-Bundesliga. Nach weiteren Stationen beim österreichischen Erstligisten Sturm Graz und dem damaligen Bundesliga-Absteiger Darmstadt wechselte er im vergangenen Sommer zu Hannover 96. Nach einem Jahr auf der Ersatzbank wurde „Bruno“ von André Breitenreiter zur neuen Nummer eins der Roten bestimmt. Diesen Spitznamen hat er übrigens einem früheren Mitspieler zu verdanken, der ihn mit dem berühmten Braunbären aus Bayern verglich.

„Es ist wohl mit der schönste Job, den es gibt“, sagt Esser über seinen Traumberuf. Er ist dankbar und weiß es zu schätzen, nicht mehr um sieben Uhr aufstehen und den ganzen Tag Schutt schleppen zu müssen. „Man kann sich auf sein früheres Hobby konzentrieren und einfach Spaß daran haben.“ Der Goalie von 96 hofft noch einige Jahre im Tor zu stehen und will auch nach seiner Karriere dem Fußball treu bleiben.

Der Apfel des zweifachen Familienvaters fällt nicht weit vom Stamm: Sein zehnjähriger Sohn steht seit kurzem bei Obercastrop im Tor. „Wer alles zu verbissen sieht, geht kaputt“, weiß Esser und zählt Lockerheit und Ruhe zu seinen Stärken. Sein Erfolgsrezept sieht der Torwart darin, sein eigenes Spiel immer zu verbessern und bereitwillig dazu zu lernen.

Michael Esser zeichnet sich durch seine Bodenständigkeit aus. Laut seinem Vater wird das auch in Zukunft so bleiben. „Wenn nicht, kriegt er Eines auf den Deckel“.

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