Déjà-Vu in der Flyeralarm-Arena

Wenn nicht jetzt, wann dann? So muss die Devise für das heutige Auswärtsspiel in Würzburg lauten. Die Ausgangslage ist vergleichsweise gut, auch wenn der müde Kick gegen Aue dies nicht vermuten lässt. Der Grund hat jedoch nicht wirklich viel mit 96 zu tun: Der kommende Gegner ist in Sachen Chaos derzeit nicht zu überbieten, unter dem Strich stehen bereits zwei Trainerwechsel in dieser Saison und eine gravierende Veränderung im Management…

Der Aufsteiger hat den großen Umbruch probiert, nach sieben Spieltagen muss man das Projekt aber als gescheitert ansehen. Sowohl auf als auch neben den Platz stottert es bei den Kickers, die logische Konsequenz war die jüngste Trainerentlassung von Antwerpen. Gegen Hannover 96 wird erstmals Bernhard Trares an der Seitenlinie. Der 55-Jährige übernimmt das Team in einer äußerst unglücklichen Situation. Die Franken warten nach wie vor auf den ersten Pflichtspielsieg in dieser Saison und konnten erst einen Zähler ergattern. Zuletzt wurde man von Heidenheim mit 1:4 aus dem Stadion geschossen, die Torbilanz liegt bei minus zwölf. Kein anderes Team in der zweiten Bundesliga ist in einer derart schlechten Verfassung…

Die Abwehr gleicht einem Schweizer Käse. Absprachefehler und große Lücken für den gegnerischen Angriff muss man nicht Suchen. Sie gehören zum Programm. Keeper Giefer musste schon 18-Mal hinter sich greifen, durchschnittlich 2,57 Mal pro Partie. Erschwerend kommt nun der Ausfall von Linksverteidiger Arne Feik hinzu. Der etatmäßige Verteidiger hat sich eine Kapselverletzung zugezogen und wird auf unbestimmte Zeit ausfallen. Über das Flügelspiel könnten die Niedersachsen also zum Erfolg kommen – trotz des Ausfalls von Linton Maina. Möglicherweise kommt heute das Duo Muroya/Schindler auf der rechten Seite zum Einsatz. Dann könnte Schindler endlich einmal seine Schnelligkeit ausspielen. Ein mögliches Erfolgskonzept?

Bekommt Kingsley Schindler heute seine Chance auf dem rechten Flügel? Oder bekommt Patrick Twumasi seinen ersten Startelf-Einsatz?

Die Integration des Gegners hat nicht geklappt. In der Sommer-Transferperiode verpflichtete man 18 neue Spieler, kein Wunder, dass es auf dem Platz noch nicht funktioniert. Die sechs Niederlagen lassen die Köpfe hängen. Diese geknickte Mentalität muss 96 ausnutzen, selbst wenn es am Ende ein dreckiger Sieg wird. Eins steht jedenfalls fest: Das 3:2 aus dem Pokal spielt für heute keine Rolle mehr. Die Blätter sind neu verteilt, dies dürfte den Niedersachsen jedoch zugutekommen.

Bei Hannover 96 wird es einen weiteren notwendigen Wechsel geben. Timo Hübers ist heute nicht mit von der Partie, höchstwahrscheinlich wird er durch Josip Elez ersetzt. Jedenfalls machte Trainer Kocak etwaige Andeutungen. Elez verfügt über die notwendige Führungsqualität und sein Defensivverhalten ist auf einem konstanten Niveau. Unter der Woche wurde viel Kritik geübt an den schwachen Standards der Niedersachsen. Davon wird man in der kommenden Partie jedoch viele bekommen. Die perfekte Chance also. Die Würzburger sind oft einen Schritt zu spät und können sich nur mit taktischen Fouls behelfen. Gegen Heidenheim beging man gleich 19 Fouls, die vier Verteidiger sammelten drei gelbe Karten…

Hannover 96 muss die heutige Auswärtspartie definitiv gewinnen. Nicht nur aufgrund der Tabellenkonstellation und der drei Punkte, sondern insbesondere für das eigene Selbstbewusstsein. Das Wissen, dass der Bann endlich gebrochen ist, wird die Mannschaft für die kommenden Aufgaben beflügeln.

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