Carsten Linke strebt Amt im Aufsichtsrat von Hannover 96 an

Carsten Linke schonte während seiner aktiven Zeit weder sich noch Gegner. Foto: Friedemann Vogel/Bongarts/Getty Images.

In den letzten Wochen verdichteten sich die Hinweise, dass Carsten Linke eine Führungsrolle bei Hannover 96 anstrebt. In mehreren Interviews demonstrierte er seine Bereitschaft, eine aktive Rolle bei der Zukunftsausrichtung von Hannover 96 zu übernehmen. 

Wie mehrere unserer Quellen übereinstimmend berichten, wird sich Carsten Linke auf der Jahreshauptversammlung am 23. März als Aufsichtsratsmitglied zur Wahl stellen. Die Unterstützung von großen Teilen der aktiven Fanszene gilt ihm dabei als sicher. Der fünfköpfige Aufsichtsrat wählt den Präsidenten von Hannover 96.

Carsten Linke hat zwischen 1995 und 2003 insgesamt 215 Pflichtspiele für Hannover 96 bestritten. Der Abwehrspieler war Publikumsliebling und wurde von den Fans gerne als „Fußballgott“ tituliert. Nach Ende seiner aktiven Karriere blieb er dem Club bis 2007 im Management erhalten und musste den Club verlassen, weil sich sein Aufgabengebiet mit der Arbeit des neu verpflichteten Sportdirektors Christian Hochstätter zu stark überschnitt.

Heute arbeitet Linke als Physiotherapeut: Für das Klinikum Wahrendorff trainiert Carsten Linke Menschen mit psychischen Problemen und geistigen Handicaps. Klinikgeschäftsführer ist Matthias Wilkening, der als Gesellschafter bei Hannover 96 mehrfach auf Konfrontationskurs zu Präsident Martin Kind und Mitgesellschafter Dirk Rossmann gegangen ist.

Carsten Linke (hier ein Foto aus der Saison 1997/98) lief 215 Mal für Hannover 96 und arbeitet heute in der Klinik von 96-Gesellschafter Wilkening.

In einem NDR-Interview äußerte Linke sich zur sportlichen Situation von Hannover 96 und kritisierte dabei auch die Vereinsführung mit deutlichen Worten.

Linke: „Auch im Businessbereich sind viele unzufrieden mit der Situation“

Wörtlich sagte Linke im Interview vom 18.12.2018: „Die demokratischen Mittel im Verein Hannover 96 sind anscheinend außer Kraft gesetzt. Da ist ein Mitgliederbeschluss, den es seit 2017 gibt, der besagt, dass die Zahlen, die bei der DFL eingereicht werden, erst den Mitgliedern zur Beschlussvorlage vorgelegt werden müssen.“ Linke kritisierte zudem, dass keine außerordentliche Mitgliederversammlung vom 96-Vorstand angesetzt worden sei, obwohl fünf Prozent der Vereinsmitglieder diese gefordert hätten.

„Die Fünf-Prozent-Klausel für eine Minderheitenregelung ist ja nicht irgendeine Regelung, sondern sie ist im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert und ich denke, man sollte diese Dinge ernst nehmen“, sagte Linke. Er fügte hinzu, dass nicht nur die aktive Fanszene mit der Entwicklung unzufrieden sei: „Wenn man durch den Businessbereich im Stadion geht, findet man mittlerweile sehr viele, die mit der Situation unzufrieden sind und eine schnelle Lösung befürworten.“

Wie aus Kreisen der Vereinsopposition zu hören ist, werden im Laufe des Tages auch weitere Kandidaten für den Aufsichtsrat vorgestellt.

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