Balsam für die 96-Seele: Ein Sieg gegen Mainz würde die Gemüter beruhigen

Das Spiel gegen Freiburg war überzeugend, die vorherige Saison besiegelte jedoch den Abstieg

Am heutigen Samstag trifft Hannover 96 auf den 1. FSV Mainz 05. Der Abstieg der Roten ist sehr wahrscheinlich, dennoch sollte man versuchen, die Saison anständig zu beenden. Mit einem Heimsieg könnte man die Schock-Nachrichten der letzten Woche zumindest etwas vergessen machen.

 

Die letzte Woche war eine zum Vergessen: Der Wechsel von Niclas Füllkrug zu Werder Bremen stand bereits länger im Raum, vergangene Woche wurde nun der Vertrag unterschrieben. Als wäre der Wechsel zu den ungeliebten Bremern nicht schon „schlimm“ genug, die Art und Weise, wie und zu welchem Zeitpunkt der Transfer bekannt gegeben wurde, war mehr als bescheiden. Darüber hinaus ist das Verhalten vom einstigen Fanliebling Fülle zu kritisieren.

Zweiter Rückschlag war die Absage von Markus Krösche. Der Wunschkandidat von Präsident Martin Kind sagte per Telefon ab, Hannover 96 muss sich nun nach einer anderen Alternative für den Manager-Posten umschauen. Krösche, der seine familiären Wurzeln in Hannover hat, hat weitere Angebote aus der Bundesliga vorliegen – seine herausragende Arbeit in Paderborn scheint also nicht nur den Roten aufgefallen zu sein.

Markus Krösche hat 96 am Telefon abgesagt – anscheinend liegen lukrativere Angebote auf seinem Tisch

Zu guter Letzt kommen immer mehr Namen von Spielern ans Licht, „welche sich die zweite Liga nicht antun wollen“. Nehmen wir das Beispiel Waldemar Anton: Der Innenverteidiger spielt seit mittlerweile zehn Jahren für Hannover 96 und ist zur absoluten Identifikationsfigur aufgestiegen. In Interviews hieß es immer wieder, wie sehr er den Verein liebe – doch für die große Liebe in die zweite Liga gehen ist anscheinend nicht drin… – und das, obwohl Anton mit vielen Fehlern einen nennenswerten Anteil an der miserablen Situation hat. Spieler wie Manuel Schmiedebach sagten vor dem letzten Abstieg: „Wir haben es verbockt, nun wollen wir auch zusammen wieder aufsteigen“. Von solchen Spielern kann man aktuell nur träumen.

Die aktuelle Situation ist allen bewusst: Man liegt auf dem letzten Tabellenplatz, der Rückstand zum Relegationsplatz 16 beträgt sechs Punkte. Rechnerisch ist noch alles drin (es sind noch 12 Punkte  zu vergeben), an das Wunder glauben tun jedoch sehr wenige. Wenn man sich die Ergebnisse der letzten Wochen anschaut, ist die niedrige Moral nicht verwunderlich: Aus den letzten zehn Spiel holte man lediglich vier Punkte, gleich acht Spiele gingen verloren. Mit einem Sieg gegen Mainz (und der Schützenhilfe von den Gegner von Stuttgart und Nürnberg) könnte man das Rennen um den Relegationsplatz 16 jedoch noch einmal spannend machen. Dafür ist jedoch, wie fast jede Woche, eine Leistungssteigerung nötig. Das Unentschieden gegen Berlin war zumindest ein kleiner Schritt nach vorne.

Verlieren ist jedoch verboten. Bei einer Niederlage gegen die 05er könnte bereits alles vorbei sein und der zweite Abstieg binnen drei Jahren steht fest. Das Team von Thomas Doll muss also die richtige Mischung zwischen Offensive und Defensive finden – wahrlich keine leichte Aufgabe.

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