Deswegen war der 1:0-Sieg in Mainz das Maximum

96. Spielminute - Die Analyse

Als geschlossene Mannschaft entführte 96 drei Punkte in Mainz. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.

Hannover – Der Sieg von 96 bei den Mainzer ist das absolute Maximum. Warum erklärt Spieltagsreporter Tim in der 96. Spielminute. Damit meldet sich auch unsere Spielanalyse zurück aus der Sommerpause.

Als geschlossene Mannschaft entführte 96 drei Punkte in Mainz. Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images.

Die Roten aus Hannover gewannen die Auftaktpartie beim 1. FSV Mainz 05 mit 1:0 und feierten gleich im ersten Spiel einen Sieg. Wie dieser Erfolg eingefahren  werden konnte und warum sich das Team von Trainer André Breitenreiter anders ausrichten sollten, erklären die folgenden Zeilen.

Mainz reißt das Spiel an sich, Hannover steht tief

96 begann die neue Bundesligasaison mit einer abwartenden und stabilen Formation und überließ den Hausherren weitestgehend das Spielgerät. Heimtrainer Sandro Schwarz richtete seine Mannschaft grundsätzlich ballbesitzorientiert aus. Hannover stand tief im 4-4-2- Mittelfeldpressing. Mainz ordnete sich in ein 3-1-5-1 an. Im defensiven Mittelfeld postierte sich der abkippende Danny Latza (zwischen die Innenverteidiger). Unser Trainer ließ einen der beiden Stürmer den ballführenden Gegner anlaufen und durch den zweiten Stürmer den höher positionierten Sechser zustellen. Der anlaufende 96-Angreifer im 4-4-1-1, sollte den Versuch des Spielaufbaus nach außen wegleiten und an der Seitenlinie Druck aufbauen.

Fischer und Maxim bei Mainz als Schaltzentrale

Die Gäste organisierten den Großteil ihrer Angriffsversuche über den hoch stehenden Abdou Diallo und weitestgehend über die linke Seite. Dort agierte Daniel Brosinski als hohe Zwischenstation im Angriffsspiel der Mainzer. Viktor Fischer besetzte mit Alexandru Maxim die Zwischenlinienräume. Sie stellten im Verbund eine kreative Schaltzentrale im Mainzer Zentrum dar. Der angelaufene Diallo suchte mit flachen Pässen durch die Mittelfeldlinie den streuenden Fischer oder, im Rücken der Sechser von 96, den freilaufenden Maxim. Fischer öffnete durch seine zielgerichteten Läufe die nötigen Räume und begab sich in den Sechzehner der Gäste. Im Zusammenspiel mit dem nach links ausrückenden Yoshinori Muto, versuchte Mainz 05 auf der linken Seite durch Überzahlspiel und frischen Kombinationsfußball, den stabilen Gast aus Hannover in die Bredouille zu bringen. Grundsätzlich kann man sagen, dass Mainz im Gegenpressing uneheimlich gut war und Hannover die spielerischen Mittel fehlten um sich entscheiden in Szene zu setzen.

Karaman besser als Klaus

Auf den Außenbahnen wusste Kenan Karaman im Vergleich zu Felix Klaus besser zu gefallen. Er hatte mehr Spielintelligenz parat, konnte sie aber nicht immer gewinnbringend einbringen. Die Ansätze waren allerdings da. Demnach Betsand hier kein Grund zur Sorge. Allerdings beraubte sich der Trainer einer spielstarken Alternative in der Innenverteidigung. Waldemar Anton wäre da besser aufgehoben gewesen, als eine Postion davor im defensiven Mittelfeld. Durch die Installierung des neuen Mainzer Trainers Sandro Schwarz, sollte vor allem eine neue und zukunftstaugliche Art und Weise Fußball zu spielen, dem Verein eingeimpft werden.

Sandro Schwarz steht für Spielkontrolle

Neben Domenico Tedesco, ist der gebürtige Mainzer mein persönlicher einer der Newcomer in der Bundesliga. Der Name Schwarz fiel auch im Rahmen der Nachfolge von Thomas Schaaf. Seine Idee von Fußball soll nun der neue Anspruch bei den Rheinhessen sein. Er verlangt Spielkontrolle und aktiv mit dem Ball zu agieren. Das Spiel gegen den Ball beherrschte die Mannschaft aus Mainz sehr gut und zwang den Gegner zu langen Bälle ins zweite und letzte Drittel. Das 4-2-3-1 äußerte sich wie folgt: Maxim gesellte sich zunehmend zu Muto, um 96 im Spielaufbau direkt zu stören. Pablo De Blasis lief Gästeverteidiger Felipe auf der rechten Seite an und sorgte so für zusätzlichen Druck. Diese Marschroute der Mainzer äußerte sich dann auf dem Papier als 4-3-3. Durch den Druck blieb Hannover im Aufbau wenig Zeit, um den Weg über die Außenverteidiger ins Zentrum der Hausherren zu finden.

Fazit:

Man muss der Mannschaft von 96 dennoch ein Lob aussprechen. Über weite Strecken blieb man konstant kompakt und ließ sich zu wenig gravierenden Fehlern zwingen. Auch wenn Kompaktheit grundsätzlich gut ist, müssen Lösungen für das Spiel in Richtung gegnerisches gefunden werden. Sich ausschließlich auf Umschaltmöglichkeiten zu verlassen, ist zu wenig. Ob man gegen einen so variablen Gegner wie Schalke 04 am Sonntag mit einem simplen 4-4-2 Plan erfolgreich sein kann darf zumindest bezweifelt werden. An einer Systemumstellung wird der 96-Coach, auch aufgrund von Neuzugängen, nicht herum kommen.

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